WSOP führt neue "Clock" Poker Regel ein

WSOP

Endlich hat sich auch die World Series of Poker dazu entschlossen, Maßnahmen zu ergreifen, um die Spielgeschwindigkeit an Pokertischen zu beschleunigen – für die Turnierserie in diesem Jahr wurde eine Regeländerung beschlossen, die es deutlich einfacher macht, einen Spieler auf eine „Clock“ zu setzen.

Im Laufe der vergangenen Jahre haben viele Poker-Turnierserien Möglichkeiten gesucht, die Spielgeschwindigkeit zu erhöhen und das „Stallen“ zu verhindern. Die World Poker Tour hat im WPT Tournament of Champions etwa die „Action Clock“ eingeführt – dabei handelt es sich um einen Timer im Tablet-Format, der auf dem Pokertisch vor dem Dealer steht.

PokerStars hat in fast allen Turnieren ab einem Buy-in von $10.000 und höher „Shot Clocks“ eingeführt – das Ganze wurde bei der PokerStars Championship Bahamas zum ersten Mal getetest. Die ARIA High Roller-Series gehörte zu den ersten Turnierserien, die beim Super High Roller Bowl Timer und Zeitbank-Chips eingesetzt hat.

Ich finde es bei den meisten No Limit Hold’em-Turnieren nicht unterhaltsam, ohne Shot Clock zu spielen.

Poker-Superstar Daniel Negreanu, der selbst bei allen erwähnten Turnierserien mit von der Partie ist, hat sich besonders lautstark für Änderungen ausgesprochen, die beim Pokern das endlose Stallen unterbinden sollen. In seinem Blog hat er geschrieben, dass es seiner Meinung nach nur eine Frage der Zeit war, bis die WSOP zumindest bei einigen Events eine Shot Clock einführt.

„Ich finde es bei den meisten No Limit Hold’em-Turnieren nicht unterhaltsam, ohne Shot Clock zu spielen“, so Negreanu. „In allen [No Limit Hold’em]-Events, die ich spiele, werde ich von meinem Recht Gebrauch machen, Spieler, die ständig das Spiel verzögern, auf eine Clock zu setzen.“

Die WSOP versucht, auf feste Timer zu verzichten, aber die Turnierleitung hat das Problem trotzdem erkannt. Für 2017 wurde eine Regeländerung bekanntgegeben, die es allen Spielern erlaubt, ihre Gegner deutlich schneller auf eine Clock zu setzen – darüber hinaus kann die Turnier-Aufsicht jeden Spieler auf eine Clock setzen, der ihrer Meinung zu häufig das Spiel verzögert, selbst wenn kein Spieler am Tisch darum gebeten hat.

Vorher konnten die Spieler die Clock erst nach einer „vernünftigen Zeitdauer“ beantragen – dabei war in der Regel von zwei Minuten die Rede. Nachdem die Clock beantragt worden war, erkundigte sich der Floorman beim Dealer, ob der Spieler lange genug Zeit hatte. Wenn der Dealer das bejaht hatte, wurde der Spieler auf eine 1-minütige Clock mit einem 10 Sekunden langen, verbalen Countdown gesetzt – falls sich der Spieler in diesem Zeitraum nicht entscheiden konnte, wurde seine Hand gefoldet.

Floor Staff Decision

Der professionelle Pokerspieler Greg Himmelbrand stellte fest, dass dieses Prozedere langsam und mühselig sein kann. Er sagte, dass die vielen Schritte das Spiel nur noch weiter verzögert hätten – bis ein Spieler auf eine Clock gesetzt wurde, war seiner Meinung nach bereits zu viel Zeit vergangen.

Falls ein Spieler bei der WSOP in diesem Jahr glaubt, dass ein Mitspieler zu lange für seine Entscheidungen braucht oder offensichtlich stallt, um ein höheres Preisgeld zu erhalten oder überhaupt ins Geld zu kommen, kann die Clock jederzeit beantragt werden. Zusätzlich wird die neue Clock nur zwischen 10 und 40 Sekunden dauern – die Zeitdauer kann die Turnier-Aufsicht frei bestimmen.

„Mir gefällt die Regeländerung“, sagte Himmelbrand. „Das wird das Problem lösen.“

Das Stallen an der Bubble ist bei Poker-Turnieren heutzutage selbstverständlich. Auf Grund der ständigen Verzögerungstaktiken und dem übertriebenen „Tanken“ befürchten manche Spieler, dass der „Spielspaß“ für Freizeitspieler verloren geht – diese Spieler würden sich zweimal überlegen, ob sie nochmal bei einem Turnier antreten werden.

Allerdings können die Regeländerungen auch zu neuen Problemen führen. Was ist zum Beispiel, wenn die Turnier-Aufsicht einen Spieler auf eine 10-Sekunden-Clock setzt, aber ein anderer Spieler die vollen 40 Sekunden Zeit hat? Der Spieler mit der kürzer andauernden Clock wird sich zweifellos ungerecht behandelt fühlen. Darüber hinaus könnte es sich auch als schwierig erweisen, alle Spieler auf eine Clock zu setzen, wenn Stalling an mehreren Tischen zu einem Problem wird.

Allen Kessler hat PokerNews erzählt, dass Stalling ein Problem ist, dass er bei der WSOP an Bubbles und bei Preisgeld-Sprüngen häufig beobachtet hat. Himmelbrand stimmte zu und sagte, dass er an der WSOP Main Event-Bubble mehrere Spieler gesehen hat, die „offensichtlich gestallt“ haben.

Allen Kessler
Allen Kessler

„Eine Änderung war notwendig“, sagte Kessler in Bezug auf die alte Regelung. „Mir gefällt die Möglichkeit, Dauer-Staller schneller auf eine Clock setzen zu können.“

Kessler hat allerdings Vorbehalte. Er macht sich Sorgen, dass 40 Sekunden zu kurz sein könnten. Seiner Meinung nach sei eine 1-minütige Clock besser geeignet – falls ein Spieler immer wieder auf eine Clock gesetzt wird, könnte die Zeitdauer verkürzt werden.

„In wichtigen Händen reichen 40 Sekunden nicht aus“, sagte er.

Im offiziellen Regelwerk der WSOP ist zweimal die Rede davon, dass die Dauer der Clock von der „Spielsituation“ abhängen sollte – das ist einer der Hauptgründe, warum sich Himmelbrand für die Änderung stark macht.

Himmelbrand führte dazu zwei Beispiele an: Im ersten Fall hat ein Spieler einen mittelgroßen Stack und ein Gegner hat ein standardmäßiges Preflop-Raise angebracht. Im zweiten Beispiel muss ein Spieler darüber entscheiden, ob er ein Check-Raise-All-in am River bezahlen will. Im ersten Beispiel sollten laut Himmelbrand 10 Sekunden ausreichen, um die eigenen Optionen abzuwägen. Und im zweiten Beispiel?

„Auf jeden Fall sollte ein Spieler fünf Minuten Zeit haben, um über die Hand nachdenken zu können“, sagte er. „In der ersten Situation sollte es gar keinen Countdown geben – im zweiten Fall sollte es lange genug dauern, bis der Spieler überhaupt auf eine Clock gesetzt wird.“

Himmelbrand sagte, dass der einzige Nachteil der Regeländerung darin besteht, dass ein rachsüchtiger Floorman einen Spieler ständig auf eine Clock setzen könnte, ohne dass irgendein anderer Spieler darum gebeten hat.

Ich gehe aber davon aus, dass diese Regelung nur bei offensichtlichem Stalling Anwendung findet.

„Ich gehe aber davon aus, dass diese Regelung nur bei offensichtlichem Stalling Anwendung findet und dass sie dabei helfen wird, das Spieltempo aufrechtzuerhalten“, sagte er.

Solange das der Fall ist und die Einführung der Regeländerung ohne Probleme verläuft, wird die WSOP eine weitere Turnierserie sein, die den „Dauer-Stallern“ die Daumenschrauben angelegt hat.

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