Boris Becker über Nervenstärke, Erfolg bei Poker & mehr

Boris Becker

Als vergleichsweise neuer Spieler ein Turnier zu spielen und zu versuchen, es zu gewinnen, würde die meisten Pokerspieler in Panik versetzen. Am Gesicht der Tennis-Legende und des früheren Wimbledon-Champions Boris Becker ließen sich aber keine schwachen Nerven ablesen, als er sich vor kurzem am partypoker MILLIONS Main Event im Dusk Till Dawn Casino in Nottingham versuchte.

1985 war Becker 17 Jahre alt und konnte als jüngster und noch dazu ungesetzter Spieler das Grand-Slam-Turnier in Wimbledon im Einzel gewinnen. Der Erfolg stieg ihm nicht zu Kopf: Im Folgejahr verteidigte er seinen Titel erfolgreich und 1989 konnte er in Wimbledon ein drittes und letztes Mal triumphieren. PokerNews hat sich mit ihm zusammengesetzt, um herauszufinden, warum manche Poker- oder Tennisspieler in der Lage sind, scheinbar ohne Nerven zu spielen.

Boris Becker

„Vieles hat mit der eigenen Persönlichkeit zu tun, ob man ein nervöser Mensch ist oder nicht“, so Becker. „Ich bin kein nervöser Mensch und ich denke, das hilft. Ich war auch als Kind nie hibbelig. Das heißt nicht, dass ich nie an mir gezweifelt habe, natürlich habe ich das. Jeder Mensch hat Zweifel. Aber ich habe meine nie gezeigt. Nachdem ich erkannt hatte, dass Tennis – sehr ähnlich wie Poker – ein Spiel ist, das im Kopf stattfindet, bei dem man seine Nerven und Gefühle kontrollieren muss, habe ich damit angefangen, diesen Bereich zu perfektionieren.“

Während sich Becker im Laufe der 1980er eine Reputation als brandgefährlicher Tennisspieler aufbaute, pflasterten seine Rivalitäten mit dem Schweden Stefan Edberg und seinem Landsmann Michael Stich die Zeitungen. In Deutschland war Becker ein Phänomen, das Kind, das Wimbledon gewonnen hatte. Wenig überraschend war er in seiner Blütezeit in der Lage, bei seinen Gegnern Zweifel zu erkennen.

„Man kann beim Aufschlagen erkennen, ob der Gegner Momente des Zweifelns hat oder nervös ist“, ist sich Becker sicher. „Andererseits ist jeder erfolgreiche Top-Spieler in der Lage, sein Nervenkostüm zu verstecken. Man braucht eine 1A-Mentalität, ansonsten wird man nicht gewinnen. Wenn man also gegen jemanden spielt, der die gleichen Qualitäten mitbringt wie man selbst, wird es zu einem echten Match.“

Diese Wettstreite wurden über viele Jahre ausgetragen, aber bevor Becker, der Sohn eines Architekten, in Wimbledon gewinnen konnte, war er relativ unbekannt. Für einen Mann, der drei Jahrzehnte im hellsten Rampenlicht verbracht hat, ist das zweifellos eine Ewigkeit her.

„Das war vor über 30 Jahren und ich kann mich nicht mehr erinnern, wie mein Leben ohne Wimbledon ausgesehen hat“, sagte er. „Alles hat sich über Nacht verändert, mein Name war plötzlich vielen Menschen ein Begriff und das hat viele, viele Vorteile. Du bist überragend in dem Sport, den du liebst, du verdienst Geld, du hast Freiheit, aber der Nachteil ist, dass du deine Privatsphäre verlierst. Du verlierst dein Recht, ein Niemand zu sein. Das gehört einfach dazu und du kannst dich nicht selbst bemitleiden. Ich habe getan, was ich tun wollte – gewinnen, erfolgreich sein, und das ist alles.“

„Das war vor über 30 Jahren und ich kann mich nicht mehr erinnern, wie mein Leben ohne Wimbledon ausgesehen hat.“

Auch wenn sich die Menschen schon damals keinen Deut um die Privatsphäre der Sport-Asse der 1980er geschert haben, hat die Art und Weise, wie Promis heute auf Twitter und Instagram durchleuchtet werden, andere Dimensionen. Heutzutage ist die Lebensweise und das Verhalten der Stars von mehr Interesse als die Erfolge, durch die sie sich ihren Ruf erarbeitet haben. Für Becker ist das kein positiver Trend.

„Ich denke, dass das ein Problem ist, vor allem mit der jüngeren Generation“, so Becker. „Ich bin in einem Alter, in dem ich ‚Fake News’ und die Realität auseinanderhalten kann, aber ich habe Kinder im Teenager-Alter, die alles glauben, was sie lesen – vor allem online, dabei ist das meiste einfach falsch. Auf der einen Seite ist das Internet eine wundervolle Möglichkeit, um sich zu informieren und mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, aber genauso gut können sich Idioten hier breitmachen.“

Er wünscht sich, dass Informationen für Jugendliche besser kontrolliert werden, und ärgert sich über das neue Geschäftsmodell, das die Medien aufgebaut haben.

„Es gibt Leute da draußen, die einfach so irgendetwas schreiben und ich glaube, dass das sehr gefährlich ist und mehr zensiert werden sollte“, sagte Becker. „Warum ist die Leistung eines Athleten für viele Menschen immer weniger wichtig, aber das, was der Sportler in seiner Freizeit macht, von mehr Interesse? Es ist ein Geschäftsmodell, das die Medien geschaffen haben und wir alle müssen damit leben. Wir können die Uhr nicht zurückdrehen, aber wir müssen unseren Kindern beibringen, herauszufinden, was wirklich wahr ist und was nicht.“

Für Becker, der in seinem Leben mehr als einmal durch das Blitzlicht-Gewitter gehetzt wurde, ist das Zusammensein mit seinen Kindern wichtiger geworden. Der 49-jährige Vater von vier Kindern bemüht sich heute mehr denn je, Zeit mit seiner Familie zu verbringen, anstatt sich in den sozialen Medien möglichst eindrucksvoll zu präsentieren.

„Mein Vater ist jetzt vor 15 Jahren gestorben, aber ich bin ein Familienmensch und ich will meine zusammenhalten“, sagte er. „Letzten Sommer hat mein 16-Jähriger irgendwas im Internet gelesen. Wir waren in London unterwegs und er sagte: ‚Papa, hier steht, dass es heute regnen soll.’ Ich sagte: ‚Schau dir den Himmel an. Die Sonne scheint. Glaub nicht alles, was du liest.’“

Boris Becker

Becker sagte, dass man Informationen heute weniger vertrauen könnte.

„Ich mache mir Sorgen – woher bekommen Teenager ihre Informationen? Man kann unmöglich überall hinreisen, also muss man glauben, was man liest oder im Fernsehen sieht. Aber die Qualität der Nachrichten ist deutlich schlechter geworden.“

Als Mann, der aufstrebende Tennisspieler und Europäer heute noch zu Höchstleistungen inspiriert, hat er seine eigene Theorie, wie die Helden wirklich sind.

„Als ich aufgewachsen bin, war ich verrückt nach Sport“, sagte er. „Meine Helden waren Muhammed Ali und Michael Jordan. Ich habe sie wirklich geliebt und mir jeden Kampf oder jedes Spiel mit ihnen angeschaut. Später konnte ich beide viele Male zu treffen. Sie waren Menschen. Sie waren Männer, mit ihren eigenen Momenten.“

Er sagte, dass man als älterer Mensch weniger nach Helden Ausschau hält, sondern mehr darum bemüht ist, den Alltag zu meistern.

„Wenn man Vater ist, will man sicherstellen, dass die Kinder Recht von Unrecht unterscheiden können.“

„Ich habe vier Kinder und es ist für mich wichtig, dass sie geeignete Vorbilder haben“, so Becker. „Ich bin 49 Jahre alt und ich weiß, wer ich bin. Ich kenne meine Schwächen und meine Stärken, meine Qualitäten und meine Fehler. Wenn man Vater ist, will man sicherstellen, dass die Kinder Recht von Unrecht unterscheiden können.“

Für viele Menschen ist Becker ein Held, doch Becker ist das Gegenteil dessen, was man erwarten würde. Auch wenn er konzentriert am Pokertisch sitzt, ist der unbarmherzige Tennisspieler seit langer Zeit verschwunden und einem stoischen Jemand gewichen, der nach seiner Sportler-Karriere ein neues Spiel gefunden hat. Ab und zu hat er noch seine brillanten Momente und er ist in der Lage, aggressiv genug zu spielen, um zu gewinnen, aber ihm gefällt auch die Natur des Spiels.

Als Becker im deutschen Leimen aufgewachsen ist, war er nur einer von 20.000 Bewohnern. Nachdem er im Sommer 1985 das Wimbledon-Turnier gewinnen konnte, war er immer von Leuten umgeben, die seinen Namen kannten. Am Pokertisch zieht er seine Mütze dagegen über sein halbes Gesicht und versucht, sich zu verstecken – vorbei sind die Zeiten, in denen er seine Gegner selbstbewusst über das Netz hinweg angestarrt hat.

Der partypoker-Repräsentant hat am Pokertisch schon Erfolge feiern können und seine natürliche Besessenheit, sich mit anderen messen zu wollen, könnte Boris Becker unter Umständen noch einen weiteren Major-Titel bescheren.

Boris Becker

Holen Sie heute noch Ihren $500 partypoker-Bonus

Setzen Sie sich an die partypoker-Tische, indem Sie sich heute über PokerNews partypoker herunterladen. Geben Sie bei Ihrer ersten Einzahlung den Bonuscode „DEPNEWS“ ein, wird partypoker den eingezahlten Betrag bis maximal $500 verdoppeln – das entspricht einem 100%-Bonus.

Sie finden de.PokerNews auch auf Twitter und Facebook.

MEHR ARTIKEL

Kommentare

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!

Was denken Sie?
Registrieren Sie sich um einen Kommentar zu hinterlassen oder loggen Sie sich mit Facebook ein