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Jens Kyllönen macht sich Sorgen um die Zukunft von Online Poker

Jens Kyllönen

Jens „Jeans89“ Kyllönen, seines Zeichens Pot-Limit Omaha-Spieler auf den High-Stakes, hat kürzlich bekanntgegeben, dass er das Pokerdasein an den Nagel hängen will. PokerNews hat mit Kyllönen über seine Entscheidung gesprochen und ihm einige Fragen gestellt.

Wann hast du dich dazu entschieden, wieder in die Schule zu gehen?

Ich habe im Frühjahr 2015 angefangen, zu studieren, aber während der ersten Semester habe ich immer noch eine Menge Poker gespielt, was sich als äußerst stressig herausgestellt hat. Ich habe nicht wirklich die bewusste Entscheidung getroffen, mit dem Pokern komplett aufzuhören – ich habe einfach kaum noch Zeit dafür.

Wirst du noch ab und an spielen oder willst du ganz aufhören?

Ich liebe Poker und ich denke nicht, dass ich jemals komplett mit dem Spielen aufhören werde. Ich werde versuchen, jedes Jahr ein paar Live-Events mitzunehmen, falls ich die Zeit dafür habe.

Was willst du erreichen, nachdem du dein Studium abgeschlossen hast?

Im Moment würde ich am liebsten ins Finanzgeschäft oder Unternehmertum einsteigen. Ich denke auch seit einer Weile darüber nach, den MBA-Master an einer Ivy League-Wirtschaftshochschule in den USA zu machen. Wir werden sehen.

Habe ich das richtig verstanden, dass das abflachende Interesse an Poker deine Entscheidung beeinflusst hat?

Der Journalist im finnischen Interview hat meine Antwort etwas falsch verstanden. Die öffentliche Meinung ist mir egal – was ich gemeint habe, ist die Tatsache, dass der Online-Pokermarkt/die Ökonomie seit langer Zeit am Schrumpfen ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich dieser Trend umkehren lässt.

„Ich liebe Poker und ich denke nicht, dass ich jemals komplett mit dem Spielen aufhören werde.“

Was die Zukunft von Online-Poker angeht, bin ich ziemlich pessimistisch eingestellt. Die Max-EV-Entscheidung wäre es wahrscheinlich gewesen, noch ein paar Jahre Vollzeit zu grinden, aber glücklicherweise habe ich mittlerweile einen Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr nur den EV einer Entscheidung berücksichtigen muss.

Ich habe gelesen, dass dein außergewöhnlicher Tagesrhythmus im Artikel erwähnt wurde. Hat sich das auf deine Entscheidung ausgewirkt?

Nein, das war keiner der Gründe, warum ich aufgehört habe. Ich habe nur allgemein darüber geredet. Eigentlich habe ich kein Problem mit dem Rhythmus, da ich gerne lange aufbleibe und erst spät aufstehe.

Was würdest du als deinen größten Poker-Erfolg bezeichnen?

Die Siege bei der EPT und WSOP waren schön, aber die richtige Antwort ist mit Sicherheit mein Erfolg bei den Online-Cashgames – dass ich es geschafft habe, die höchsten Stakes so lange erfolgreich zu schlagen.

Falls ich mir einen Moment aussuchen müsste, wäre es eine Nacht 2011 auf Full Tilt, in der ich eine Million Dollar gewinnen konnte, nachdem ich fast ein Jahr lang erfolglos Shots gewagt hatte. Ich konnte meine Bankroll an den $10/$20- und $25/$50-Tischen immer wieder aufbauen, musste mich aber bei wirklich soften Nosebleed-Partien immer wieder geschlagen geben, weil ich Pech hatte. Nach dieser Nacht machte es Klick und ich konnte endlich zeigen, wer der Chef im Ring ist.

Abgesehen vom finanziellen Erfolg habe ich unzählige Erinnerungen an Live-Events auf der ganzen Welt, die ich acht Jahre lang zusammen mit tollen Menschen aus Finnland gespielt habe. Einige von ihnen gehören heute zu meinen engsten Freunden, mit denen ich mich jede Woche in Helsinki treffe. Ich bin mir sicher, dass das für immer so bleibt.

Bereust du irgendetwas aus deiner Poker-Laufbahn?

Da fällt mir wirklich nichts ein. Ich habe wirklich alles gegeben und lächerlich lange Sessions gespielt, als es am wichtigsten und meine Hourly am höchsten war. Wenn ich das nicht getan hätte, würde ich das mit Sicherheit bereuen, wenn ich mir die Spiele heutzutage anschaue.

Wie steht es deiner Meinung nach um die Zukunft des Spiels?

Wie ich bereits gesagt habe, bin ich bei Online-Poker pessimistisch eingestellt. Sowohl kurz- als auch langfristig.

Kurzfristig wird es immer noch möglich sein, viel Geld zu machen, wenn man klug und bereit ist, Arbeitszeit zu investieren. Wenn wir Glück haben, könnte es einige positive Überraschungen bei der Gesetzgebung in wichtigen Märkten geben.

Langfristig bin ich besorgt, dass verbesserte Software-Lösungen – Poker-Solver zum Beispiel – die Edges so stark verkleinern, bis der Anbieter der einzige Gewinner ist. Offensichtlich wird das kein Problem sein, solange die Seite genügend Freizeitspieler anlocken kann, aber das wird immer schwieriger. Dazu kommt, dass die Freizeitspieler noch schneller ihr Geld verlieren werden, wenn sich die Profis noch mehr verbessern.

Jens Kyllönen

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