Poker Jahresrückblick Juli 2016

phil hellmuth

Das Poker Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu. PokerNews wirft einen Blick zurück und präsentiert im folgenden Jahresrückblick jene Ereignisse, die das Poker Jahr geprägt haben. In diesem Artikel gibt es die interessantesten News aus dem Monat Juli.

Chris Ferguson schweigt und Daniel Negreanu wettert

Das frühere Full Tilt Poker-Vorstandsmitglied Chris Ferguson hat sich dazu entschlossen, weiter zu schweigen, und das hat den Ärger von mindestens einem der forschesten Poker-Repräsentanten auf sich gezogen.

„Ich bin ein sehr nachsichtiger Mensch, aber normalerweise musst du um Verzeihung bitten, bevor dir verziehen werden kann,“ erzählte Daniel Negreanu PokerNews. „Offensichtlich ist ihm das scheißegal, wenn er mit ‚Wovon redest du?’ antwortet, wenn Leute sagen, dass er der Pokerwelt eine Entschuldigung schuldet.

Lass es mich dir erklären, Chris: Du warst Teil eines Unternehmens, ein sehr auffälliger Teil und hast Leute darum gebeten, dir und dem Unternehmen zu vertrauen. Du hast mit diesem Unternehmen Millionen Dollar verdient und hast dich dann fünf Jahre lang versteckt, als die Dinge aus dem Ruder gelaufen sind. Dann hast du überhaupt nichts gesagt. Ob du schuldig oder nicht schuldig bist, du hast einfach nichts gesagt, was dich schuldig macht. Wenn du glaubst, unschuldig zu sein, sag das. Sag irgendetwas. Du hast von den Spielern verlangt, dir zu vertrauen, glaubst du nicht, dass du ihnen irgendeine Form von Entschuldigung schuldest? Jeder Mensch mit einem Mindestmaß an Anstand würde verstehen, dass eine Entschuldigung angebracht ist.“

Brexit: Tony G bewirbt sich um UKIP Parteiführung

Er hat vielleicht damit falsch gelegen, welchen Weg Großbritannien bei der Brexit-Frage einschlagen wird, aber Antanas „Tony G“ Guoga macht noch keinen Rückzieher.

Vor zwei Wochen hat der einstige Poker Pro dem Politiker Nigel Farage, einem der Wortführer der Brexit-Bewegung in England, eine Wette um €1 Million angeboten. Guoga setzte darauf, dass die englischen Bürger dafür stimmen würden, in der Europäischen Union zu bleiben – der Wetteinsatz wäre einem wohltätigen Zweck zugutegekommen. Gugoas Wettplattform TonyBet begrüßte ebenfalls jede Action auf die Option „Leave“, garantierte den besten Preis der Branche und versprach eine Geld-zurück-Garantie bis zu £20.

Leider lag Guoga falsch und die Brexit-Befürworter obsiegten. Glück im Unglück für Guoga: Farage ging auf die €1-Million-Wette nicht ein.

Allerdings trat Farage von seiner Position als Parteichef der United Kingdom Independence Party sofort zurück und stellte fest, dass er alles erreicht hatte, was er sich vorgenommen hatte, als er den Job annahm.

Jetzt hat Guoga formell angeboten, anzutreten und Farages Aufgabe zu übernehmen, während sich das Land infolge der Brexit-Abstimmung noch im Taumel befindet.

Guy Laliberté: €1 Million Big One for One Drop nur für geladene Spieler

Das Big One for One Drop kehrt als Teil eines fünftägigen High-Stakes-Cashgame- und Turnier-Festivals für wohlhabende Freizeit-Pokerspieler zurück. Im Vordergrund steht wieder das Sammeln von Geld, um Menschen auf der ganzen Welt den Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen.

Das Monte-Carlo One Drop Extravaganza soll vom 13. - 17. Oktober 2016 im Casino de Monte-Carlo in Monaco veranstaltet werden, das The Big One for One Drop Invitational zieht dabei die größte Aufmerksamkeit auf sich. Das Turnier wird ein Buy-in von €1.000.000 haben, drei Tage dauern und sich an Geschäftsmänner, Philanthropen und prominente Freizeitspieler richten, die eine Einladung zum Event erhalten haben.

In einem exklusiven Interview mit PokerNews stellte Geschäftsmann, Poker-Liebhaber, Cirque du Soleil- und One-Drop-Gründer Guy Laliberté fest, dass professionelle Pokerspieler beim Event gerne gesehen werden, aber nicht mitspielen dürfen.

„Nachdem wir einen Blick auf die ersten beiden Big One for One Drop-Events geworfen und mit möglichen Spielern gesprochen haben, mussten wir einsehen, dass wir etwas anderes versuchen müssen,“ sagte Laliberté. „Das erste One Drop hatte etwa genauso viele Profi- wie Freizeitspieler. Das zweite Event zog sogar noch mehr professionelle Spieler an und einige Geschäftsleute und Freizeitspieler trafen die Entscheidung, die Profis zu staken, weil sie sich davon eine bessere Gewinnchance versprachen. Wir wollten diese Dynamik ändern und nachdem wir uns mit mehreren Freizeitspielern unterhalten hatten, haben wir erkannt, dass diese kaum ein Interesse daran haben, gegen ein schwieriges Teilnehmerfeld voller Profis zu spielen.

Phil Hellmuth: "Wenn Poker fair wäre, würde ich vielleicht weniger frustriert sein"

Am dritten Tag des WSOP Main Events 2016 machte Phil Hellmuth, der 14-malige Bracelet-Gewinner und Champion des World Series of Poker Main Events 1989, einen eher frustrierten Eindruck. Sein Short Stack und die aggressive Spielweise an seinem Tisch schränkten ihn in seinen Möglichkeiten ein.

„Wenn Poker fair wäre, wäre ich vielleicht weniger frustriert, aber will ich überhaupt, dass es fair ist? Vermutlich nicht,“ erzählte Hellmuth PokerNews während der zweiten Pause des Tages. Sein Stack bewegte sich bei Blinds von 1.500/3.000 um die 50.000-Chips-Marke herum.

„Es ist so schwer, all die Pots zu verlieren, die ich verloren habe, und hier zu sitzen und zu kämpfen und immer wieder zu kämpfen und zu spielen, wie niemand sonst spielt.

Ich habe in den letzten acht Stunden mehr 3-Bets, 4-Bets und Jams kassiert als irgendwann sonst in meinem Leben. Es ist unglaublich. Entweder haben sie alle den Super-Read auf mich, was offensichtlich nicht der Fall ist, oder mein Timing ist einfach daneben. Es war für mich besonders frustrierend, das im Main Event zu erleben. Selbst in der Hand vor diesem Interview hat jemand den Jam gegen mich ausgepackt. Hört mal, der Typ mit den 14 Bracelets kann sich nicht wirklich darüber beschweren, dass Poker nicht fair ist. Es ist bloß frustrierend.“

Tatsächlich steckte der Frust bei „The Poker Brat“ so tief in den Knochen, dass er einmal sein Smartphone quer durch den Raum schleuderte.

„Ich habe mein iPhone durch den Raum geworfen,“ sagte Hellmuth. „Es war einfach ein sehr frustrierender Spot in den Blinds. Der Typ hat mich in jedem Blind-Battle geschlagen und als ich endlich Ass-Zehn suited finde, hat der Typ Ass-König – und ich habe zu viel in der Hand verloren."

Der neue Poker Europameister heißt Matthias Habernig

Zwölf fulminante Turniertage im Casino Velden sind zu Ende und begeisterten das internationale Teilnehmerfeld. Die Titel in Pot Limit Omaha, Seven Card Stud und No Limit Hold’em teilten sich Deutschland, die Schweiz und Österreich.

Von 13. bis 24. Juli 2016 gastierte die Poker EM zum zweiten Mal im Casino Velden. Die fulminante Premiere im Vorjahr hatte die Messlatte hoch gelegt, aber die Erwartungen wurden erneut übertroffen.

Gäste aus mehr als 20 Nationen nahmen an den unterschiedlichen Turnieren und Cashgames teil. Nach dem Ansturm im vergangenen Jahr hatte sich das Pokerteam vom Casino Velden heuer entsprechend gewappnet und 42 Spieltische bereitgestellt. Schon vom ersten Tag an waren diese voll bespielt und erstmals wurde es bei der Austrian Poker Championship von 15. bis 18. Juli so richtig voll. 713 Teilnehmer, ein Preispool von 356.500 Euro und eine Siegesprämie von 74.000 Euro lauteten die beeindruckenden Kennzahlen. Youngster Alexander Moser konnte sich schließlich durchsetzen und damit blieb auch in diesem Jahr der Titel in Österreich.

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