Montreal Nationals gewinnen die erste GPL Championship ($100,000)

Montreal Nationals

Die Montreal Nationals haben die erste Saison der Global Poker League für sich entscheiden und ein Preisgeld in Höhe von $100.000 einstreichen können. Im Finale unterlagen die Berlin Bears den Nationals in einem Best-of-11.

Pascal Lefrancois holte den entscheidenden Sieg für sein Team und brachte damit seinen beeindruckenden Run in den Playoffs zu Ende. Er musste sich nur in einem einzigen Heads-Up-Match geschlagen geben und war damit die erste Wahl seines Teams, als sie sich im allerletzten Spiel gegen Berlin Bear Brian Rast zur Wehr setzen mussten.

Die Nationals gingen als klarer Favorit ins Finale: Sie hatten in beiden Ligen die meisten Punkte erzielt und mussten gegen die Berlin Bears spielen, die in der amerikanischen Liga nicht mal genug Punkte gehabt hätten, um sich für die Playoffs zu qualifizieren. Das spielte allerdings keine Rolle mehr, als die beiden Teams endlich aufeinandertrafen.

Alles begann damit, dass Sorel Mizzi Mike McDonald im 1. Spiel auf die Ersatzbank schickte. McDonald dominierte zwar das Match und verkleinerte Mizzis Stack immer weiter, aber als Mizzi auf einem River den Nutflush traf, ging McDonald all-in. Mizzi hatte einen leichten Call und konnte das Match am Ende gewinnen.

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Mike McDonald versus Sorel Mizzi

Im 2. Spiel musste sich Bill Perkins dem bis dato ungeschlagenen Lefrancois ebenfalls geschlagen geben. Lefrancois hatte das zwei großen Händen zu verdanken. In der ersten traf er mit Assen am River eine Broadway-Straße, die entsprechende Bet wurde von Perkins bezahlt. In der letzten Hand ging Perkins mit Ass-Bube all-in, nur um ausgerechnet in die Könige von Lefrancois zu laufen.

Jason Lavallee feierte seinen ersten Auftritt bei den GPL Playoffs – in der laufenden Saison hatte er sich bereits einer der besseren Heads-Up-Spieler hervorgetan. Lavallee gewann sein Match gegen Rast und brachte den Nationals eine frühe 2:1-Führung. Eine der unterhaltsamsten Hände der GPL Playoffs kam dabei in der 18. Hand zustande.

Lavallee hatte Pocket-Asse gegen Dame-Sieben von Rast. Lavallee platzierte mehrere große Bets und pushte am River all-in. Rast hatte noch 334.000 Chips übrig und eine schwierige Entscheidung zu treffen. Das Video weiter unten zeigt perfekt, warum der Kubus so großartig ist. Rast sprach über seine Entscheidung, während Lavallee ihn mit gewitzten Antworten zum Callen bewegen wollte.

Im 4. Spiel ging es für McDonald wieder in den Kubus – diesmal war Perkins sein Gegner. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten konnte McDonald am Ende siegreich vom Platz gehen. Als er mit König-Bube gegen die Damen von Perkins all-in ging, erwischte er einen König. Danach floppte er ein Set Neuner, um Perkins zu schlagen und die Führung der Nationals auf 3:1 auszubauen.

Rast und Lavallee spielten das kürzeste Match, nachdem Rast ein Set gefloppt hatte. Am River shovete er für 100.000 Chips mehr als sich im Pot befanden. Lavallee wollte seine Pocket-Buben nicht aufgeben und musste den Preis dafür bezahlen. Lavallee hatte nach dem Call zwar noch ein paar wenige Chips, aber Rast sollte das Match in der siebten Hand für sich entscheiden.

Im nächsten Spiel behauptete sich Lefrancois erfolgreich gegen Mizzi. Lefrancois bekam große Hilfe, als ihm Mizzi in einer Hand praktisch erklärte, was er tun sollte. Mizzi spielte am River auf einem Board mit vier Kreuzen einen kleinen Flush an. Danach erzählte Mizzi Lefrancois, dass das ein guter Zeitpunkt für „diese Hero-Bluff-Sache“ wäre. Lefrancois vertraute auf seinen Gegner und ging mit der schlechtesten Hand all-in – Mizzi gab seinen Flush auf.

Im 7. Spiel sah es so aus, als ob sich McDonald ein zweites Mal gegen Perkins durchsetzen könnte, nachdem er das Glück auf seiner Seite und eine Zehn zum Double-Up getroffen hatte, aber Perkins sollte wieder zurückkommen und das Match für sich entscheiden. Zuerst war er mit Ass-Zehn gegen Ass-Dame von McDonald all-in – ironischerweise traf diesmal Perkins die rettende Zehn. Am Ende musste McDonald die Niederlage einstecken und Perkins feierte seinen ersten Sieg im GPL-Finale.

Danach bescherte Lavallee Rast die zweite Niederlage in den Playoffs. Lavallee gewann zwei seiner drei Matches an seinem ersten Spieltag in den GPL Playoffs. Auf einem River callte er einen Bluff von Rast und besiegte diesen schließlich, um die klare 5:3-Führung wiederherzustellen.

Danach gewann Mizzi zwei Spiele hintereinander. Dabei musste Lefrancois seine erste Niederlage hinnehmen: Seine Pocket-Damen mussten sich einem geturten Two Pair geschlagen geben. Danach besiegte Mizzi McDonald ein zweites Mal, nachdem McDonald mit Ass-Zwei all-in gegangen war. Mizzi callte mit Pocket-Zweiern und erzwang ein 11. Spiel, in dem Lefrancois das glücklichere Händchen bewies und Rast schlagen konnte. Damit war den Nationals der Titel sicher.

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Die Playoffs begannen mit einem Match zwischen den Top-Favoriten der Montreal Nationals gegen die San Francisco Rush-Spieler, die von Faraz Jaka angeführt wurden. Das Team Rush konnte mit einer 2:0-Führung stark in die Playoffs starten – die Siege hatte das Team Jonathan Jaffe und Phil Galfond zu verdanken. Danach gewannen die Nationals allerdings vier der nächsten fünf Spiele, um Rush aus dem Turnier zu drängen. McDonald gewann dabei zwei seiner drei Spiele – darunter auch das Entscheidungs-Match.

Als nächstes traf LA Sunset – das Team von Maria Ho – auf die Sao Paulo Mets. Die Mets hatten mit Thiago Nishijima einen der stärksten Spieler der Saison auf ihrer Seite, der seinen guten Run auch im 3. und 6. Spiel fortsetzen konnte. Im Entscheidungs-Spiel musste sich Nishijima aber Olivier Busquet geschlagen geben, der sein Team ins amerikanische Liga-Finale gegen die Montreal Nationals brachte.

Im Liga-Finale lag Sunset zu Beginn mit 0:2 zurück: McDonald und Lefrancois gewannen ihre Spiele gegen Chance Kornuth und Busquet. Ho konnte die Wende im 3. Spiel einleiten, als sie Marc-Andre Ladoceur schlagen konnte.

Kornuth gewann danach in einem epischen Match, das 74 Hände dauern sollte, gegen McDonald. Busquet hatte allerdings auch beim zweiten Versuch keine Chance gegen Lefrancois, der den Tag ungeschlagen überstehen sollte. Ladoceur konnte daraufhin seine Niederlage gegen Ho wiedergutmachen – die hatte zum dritten Mal mit dem Hot Seat zu kämpfen. Nachdem ihre Zeitbank ausgelaufen war, durfte sie über jede Entscheidung nur noch 4 Sekunden nachdenken – das hat sich mit Sicherheit auf den Ausgang des Matches ausgewirkt.

Im ersten Match des Tages besiegten die Moscow Wolverines die London Royals in fünf Spielen – eines davon dauerte nur vier Hände. Die Wolverines führten die europäische Rangliste in diesem Jahr an und wurden daher als Favoriten gehandelt.

Die Hong Kong Stars befanden sich knapp dahinter auf dem 2. Platz der Tabelle und trafen im zweiten Playoffs-Match des Tages auf die Berlin Bears. Die Stars gingen 2:1 in Führung, aber die Bears entschieden danach drei Spiele für sich, um ins Liga-Finale einzuziehen.

Im europäischen Liga-Finale gewannen die Wolverines zwei der ersten drei Spiele. Die Bears gewannen danach ein weiteres Match, bevor Mizzi Quads auf dem River treffen sollte, um Igor Yaroshevsky aus dem Turnier zu werfen und seinem Team eine 3:2-Führung zu bringen. Perkins befand sich gegen Anatoly Filatov einmal mehr in der Situation, ein Best-of-7 für sein Team gewinnen zu können.

Es dauerte allerdings nur 20 Hände, bis Filatov Perkins geschlagen hatte, um ein 7. Spiel zu erzwingen. Im Entscheidungs-Spiel spielten sowohl Rast als auch Filatov intelligent, aber es war eine River-Karte, die den Unterschied ausmachen sollte. Rast callte ein All-in von Filatov mit Dame hoch und traf am River eine weitere Dame, um das Match zu gewinnen und die Berlin Bears ins GPL-Finale zu schicken.

Das ist das Ende der allerersten Saison der Global Poker League und es gibt bereits Neuigkeiten von einer GPL China und großen Plänen für die 2. Saison. Die GPL wird also zurückkehren und damit müssen die Montreal Nationals bald schon ihren Titel verteidigen.

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