Die Schweiz wirft Online Poker raus

Die Schweiz wirft Online Poker raus 0001
Sharelines
  • In der Schweiz haben Bundesrat und Ständerat ein neues Geldspielgesetz beschlossen, das Netzsperren für Online Poker vorsieht. Noch ist nicht alles verloren.

In der Schweiz haben Bundesrat und Ständerat ein neues Geldspielgesetz beschlossen, das Netzsperren für Online Poker vorsieht. Noch ist nicht alles verloren.

Vor rund einem Jahr wurde bekannt, dass die Schweiz Online Gaming neu regeln möchte. Geplant waren sowohl die Vergabe von Lizenzen, als auch die Freigabe von Online Spielen, wie Online Poker. Die Swiss Casino Association, die die Interessen der Schweizer Casinos vertritt, war naturgemäß wenig begeistert. Doch deren Lobbyarbeit dürfte sich nun offenbar bezahlt gemacht haben. Die Schweiz hat mal wieder den Rückwärtsgang eingelegt und möchte Online Poker nun endgültig aus dem Land drängen.

Das soll mit den berühmt berüchtigten Netzsperren passieren, die von Seiten der Politik europaweit immer wieder dann ins Spiel gebracht werden, wenn es darum geht alteingesessene Reviere mit allen Mitteln zu verteidigen.

Die Casinos sind zufrieden

Das gab die Schweizer Justizministerin Simonetta Sommarugai laut einem Artikel in der NZZ auch unumwunden zu: "Die Casinos haben sich hier durchgesetzt."

Worum geht es nun konkret? Der vorliegende Gesetzesentwurf sieht vor, dass die Erträge auch zukünftig gemeinnützigen Zwecken zugutekommen und die Spieler vor der Spielsucht geschützt werden. Online Anbieter möchte man mit Netzsperren technisch blockieren. Damit wäre der Markt auch zukünftig für die Schweizer Casinos geschützt.

Ist die Netzsperre wirkungslos?

Die Erfahrungen als anderen Ländern in Europa zeigen jedoch, dass das Hochziehen von Mauern keineswegs dazu führt unliebsame Anbieter fernzuhalten. Die Pokerspieler spielen dort, wo sie das beste Pokerangebot bekommen und das sind nun mal die Branchenriesen wie 888 poker, PokerStars und partypoker. Netzsperren sind in der Realität so gut wie wirkungslos, denn sie können ohne große Probleme umgangen werden.

Wer darunter leiden wird, sind die Schweizer Pokerspieler und in weiterer Folge auch der Staat. Eine transparente gesetzliche Regelung, die dem Markt Rechnung trägt, schützt nicht nur die Spieler, sondern bringt dem Staat auch jede Menge zusätzliche Steuereinnahmen. Wettbewerb hat noch nie geschadet und immer dazu geführt, dass Produkte und Dienstleistungen verbessert wurden.

Der Nationalrat ist am Wort

Noch ist nicht alles verloren. Der Gesetzesentwurf muss erst noch vom Schweizer Nationalrat beschlossen werden, dieser prüft nun ob er sich der Meinung von Bundesrat und Ständerat anschließt und zukünftig tatsächlich Online Poker und andere Online Spiele technisch blockiert.

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