Ist das Ende der Poker Pros in Österreich gekommen?

Poker in Österreich
Sharelines
  • Dass die österreichischen Finanzbehörden keine Freude mit privaten Pokeranbietern haben ist nichts Neues. Doch nun soll es auch den Gewinnern in der Alpenrepublik an den steuerlichen Kragen gehen.

Dass die österreichischen Finanzbehörden keine Freude mit privaten Pokeranbietern haben ist nichts Neues. Doch nun soll es laut Kurier auch den Gewinnern in der Alpenrepublik an den steuerlichen Kragen gehen.

Der Fall Eddy Scharf gegen die deutsche Finanz ist seit langem bekannt. Der deutsche Poker Pro kämpft seit Jahren gegen die Einstufung seiner Gewinne als gewerbliche Einkünfte und die entsprechenden Steuernachzahlungen. Nun droht den Poker Pros im bisherigen Poker-Exil Österreich ebenfalls Ungemach.

Einkommenssteuer für die Turnierpokerspieler ab 2017

Die österreichischen Steuerbehörden haben sich bereits im Mai 2016 beim Steuerdialog in Salzburg auf eine neue Vorgangsweise bei der Besteuerung von Turnierpokerspielern geeinigt. Dieser Beschluss soll nun im Herbst in ein entsprechendes Gesetz gegossen werden.

Konkret sollen Poker Pros mit Wohnsitz in Österreich, die regelmäßig große Turniere spielen und entsprechende Gewinne zu verbuchen haben, wie ein gewerblicher Unternehmer behandelt werden.

Der Begutachtungsentwurf

Das Pokerspiel ist im Allgemeinen als Mischung aus Glücks- und Geschicklichkeitselementen anzusehen (BFH 16.9.2015, X R 43/12). Grundsätzlich ist Pokerspiel eine Tätigkeit der Freizeitbeschäftigung und stellt solcherart keine Tätigkeit zur Einkünfteerzielung dar.

Wird allerdings das Pokerspiel professionell in einer Art und Weise ausgeübt, die über eine bloße Freizeitgestaltung hinausgeht, können eine Einkunftsquelle und eine unternehmerische Tätigkeit vorliegen.

Ein starkes Indiz für einen hohen Professionalisierungsgrad besteht darin, dass der Pokerspieler an Turnieren mit höheren Start- bzw. Preisgeldern teilnimmt. Einkünfte eines Turnierpokerspielers sind daher grundsätzlich steuerbar. Unerheblich ist, ob die Tätigkeit die einzige Erwerbsquelle oder eine von mehreren Erwerbsquellen darstellt.

Auch die Einstufung als Glücksspiel im Glückspielgesetz ist für die einkommensteuerliche Beurteilung ohne Bedeutung.

Erzielt ein Pokerspieler durch die Teilnahme an derartigen Turnieren regelmäßig Gewinne, liegen daher Einkünfte aus Gewerbebetrieb iSd § 23 Z 1 EStG 1988 vor. Entgegen der bisherigen Verwaltungspraxis sind Einkünfte eines Turnierpokerspielers ab 2017 als gewerbliche Einkünfte zu erfassen.

Den vollständigen Text finden Sie hier.

Glück oder Können, je nach Lust und Laune?

Damit stellt sich das Finanzministerium gegen seine bisherige Argumentation. wonach Poker als Glücksspiel zu betrachten sei. Schließlich laufen in Österreich die gewerblichen Lizenzen, die das Angebot der Concord Card Casinos und ihren Konkurrenten erst möglich machen, bis 2020 aus. Derzeit ist Poker im Österreichischen Glücksspielgesetz als Glücksspiel definiert. Nun soll das offenbar nicht mehr gelten. Zumindest nur dann, wenn es um die Einhebung weiterer Steuern geht.

Wie hoch ist die Steuer?

Ob und welcher Form, Turnierpokerspieler ihre Ausgaben absetzen können, geht aus dem Arbeitspapier nicht hervor. Man kann jedoch davon ausgehen, dass Pokerspieler mit hohen Einkünften ohne Probleme in die oberen Steuerklassen fallen würden. Bei Einkünften von € 31.000 bis € 60.000 pro Jahr (hier sind alle Einkünfte zusammenzurechnen, also auch jene aus einem weitern Beruf) fallen bereits 42 % Einkommenssteuer an. Ab € 1.000.000 sind sogar 55 % Einkommenssteuer fällig.

Noch ist das entsprechende Gesetz nicht im Nationalrat beschlossen, die Pläne befinden sich derzeit in der Begutachtungsphase.

Man muss wohl kein Prophet sein, um zu erkennen, dass dieses Gesetz kaum Mehreinnahmen für den österreichischen Finanzminister bringen wird. Denn jene Spieler, die tatsächlich davon betroffen wären, wandern wohl sofort ins nächste Pokersteuerparadies aus.

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