Die 2016 November Nine: Seat 7, Gordon Vayo

gordon vayo

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Für Gordon Vayo ist das Erreichen der November Nine des World Series of Poker Main Events 2016 der Höhepunkt seines beruflichen Werdegangs.

Vajo hat das Pokerspiel nämlich zu seinem Beruf gemacht und streicht mit dem Finaltisch des Main Events jetzt die Lorbeeren für seine harte Arbeit ein. Hart, weil Vayo schon fast sein halbes Leben mit diesem Kartenspiel verbracht hat.

„Ich habe mein ganzes Leben dafür gearbeitet,“ sagte er, nachdem der vorerst letzte Spieltag vorüber war. „Ich habe das Gefühl, ich bin in einer Art Traumwelt; es ist noch nicht richtig bei mir angekommen.“

Seine erste Aussage klingt vielleicht nicht nach einer fürchterlich langen Zeit, wenn man sich vor Augen führt, dass Vayo erst 27 Jahre alt ist, aber der junge Mann machte online bereits als Minderjähriger von sich reden. Obwohl Vayo der jüngste Spieler der November Nine ist, gehört er trotzdem zu den Erfahrensten, da er sich schon seit über zehn Jahren mit Poker beschäftigt.

Die Poker-Laufbahn des Mannes, der online als „[email protected]“ bekannt wurde, begann nach dem Moneymaker-Boom bei Homegames mit seinen Freunden. Viele von Vayos Kumpels waren älter als er und es war früher einfacher, online Geld zu bekommen.

„Beim Homegame habe ich einem Typen $100 gegeben, damit er mir das Geld auf partypoker schickt,“ erzählte Vayo Remko Rinkema von PokerNews. „Ich habe es vermehrt und ihm das Geld zurückgezahlt, um das Geld dann wieder zu verlieren.“

Als er einen Sommer bei einer befreundeten Familie in Florida verbrachte, erlebte Vayo einen Durchbruch. Sein Kumpel und er hatten ein paar tausend Dollar bei iPoker und die beiden wollten einige Heads-Up-Spiele ausprobieren. Im Handumdrehen hatten sie innerhalb einer Woche $10.000 gewonnen. Vayo entschied, das Spiel ab sofort ernster zu nehmen.

Sein erstes Strategie-Forum fand er auf einer Seite namens WPTfan.com, wo er mit anderen an seinem Spiel feilte. Bald schon entdeckte er die bekannten Mainstream-Plattformen wie TwoPlusTwo und PocketFives, aber das altbekannte Auf und Ab beim Pokern sorgte schließlich dafür, dass seine Poker-Bankroll aufgebraucht war.

Ohne die finanziellen Mittel, seine Poker-Fähigkeiten in bare Münze zu verwandeln, steckte Vayo in einer kleinen Zwickmühle. Also kontaktierte er eine Legende des Onlinespiels, einen Mann, neben dem Vayo am Final Table des Main Events Platz nehmen wird: Cliff „JohnnyBax” Josephy.

Zu dieser Zeit war Josephy bekannt dafür, eine Reihe von Spielern mit seiner Bankroll finanziell zu unterstützen und Vayo sah seine einzige Chance darin, Jospehy für sich zu gewinnen. Die beiden trafen eine Vereinbaren und Vayo spielte bald wieder profitabel. Beide Spieler konnten von dem Deal profitieren, wobei Vayo betonte, dass Josephy keine Ahnung hatte, dass er einen Teenager unterstützte, der die Schule abgebrochen hatte.

„Er wusste nicht, dass ich minderjährig war,“ sagte Vayo. „Ich habe Cliff respektiert – dass er so an mich geglaubt hat, gab mir das Gefühl, dass ich dazugehörte.“

Vayo gewann PocketFives zufolge mehr als $1,4 Millionen bei PokerStars und erreichte damit den 15. Rang im Gesamt-Ranking.

Heute spielt er hauptsächlich Cashgames in der Variante Pot-Limit Omaha – sowohl live als auch online. Live-Turniere spielt Vayo eher selten und tatsächlich fühlte er sich mit seinem Live-No-Limit-Spiel nicht besonders wohl, als die WSOP begann. Der Sommer-Grind erwies sich nicht nur deshalb als frustrierend – zwar konnte Vayo sieben Preisgelder erreichen, aber dabei schrammte er immer wieder an den großen Gewinnen vorbei und konnte nur breakeven spielen.

„Ich hatte eine Menge Tage, an denen ich im letzten Level aus dem Turnier geflogen bin, solche Sachen eben,“ sagte er. „Ich habe mein Rungood für dieses Turnier aufgehoben, das einfach unglaublich gelaufen ist.“

Sein Weg zum Final Table

TagChipstandRang
1c120.400262/3.252
2112.0001.277/2.166
3189.000592/800
41.180.000127/251
53.420.00040/80
68.795.00017/27
749.375.0003/9

Gordon Vayos WSOP Main Event war der Inbegriff eines ruhigen Grinds: An den ersten fünf Tagen spielte er irgendwie mit, ohne für besonderes Aufsehen zu sorgen. Die meiste Zeit über befand er sich im gesunden Mittelfeld.

Was uns erwartet

In gewisser Weise muss Vayo das Ganze wie eine Zeitreise in die Vergangenheit vorkommen, wenn die November Nine wieder zusammenfinden und um $8 Millionen spielen.

„Welches Jahr haben wir?“ fragte Vayo und lachte. Damit deutete er an, wieder gegen Spieler wie Griffin „Flush_Entity” Benger spielen zu müssen, der ein Regular in den Turnieren war, die Vayo früher online spielte. „Ich fühle mich, als hätten wir wieder 2008. Jerry [Wong] ist auch ein Spieler der alten Generation und Mike Ruane ebenfalls. Cliff war mein erster Geldgeber.“

Vayo hat den Vorteil, links neben Ruane und Josephy zu sitzen – damit hat er Position auf zwei starke, erfahrene Spieler, die einen Haufen Chips haben. Zu seiner eigenen Linken sitzen mit Kenny Hallaert und Wong zwei weitere starke Spieler, die ihm durchaus Probleme machen können. Allerdings hat er den größeren Stack und kann in großen Pots auf beide Spieler Druck ausüben und sie um ihr Turnierleben spielen lassen.

Mit dem short-stacked Wong könnte die Sache etwas schwieriger werden, weil dieser Vayos Openraises eher angreifen kann. Dafür schränkt Vayos Stacksize den Handlungs-Spielraum von Hallaert ein, der sich gut überlegen muss, ob er Vayo angreifen will.

Was die Vorbereitungen betrifft, hat Vayo eine ganze Liste abzuarbeiten: Simulationen durchspielen, sein Live-Spiel verbessern, indem er zu anderen Turnieren reist, aber vor allem seine Hausaufgen machen, was Independent Chip Model (ICM)-Situationen angeht.

Entspannen will er sich jedoch auf keinen Fall. Vayo bevorzugt es, aktiv zu bleiben.

„Ich habe in der Vergangenheit Leute gesehen, die sich eine Auszeit genommen haben und das verwirrt mich,“ sagte er.

Die ICM-Hausaufgaben will er mit einem Coach erledigen, den Vayo engagiert hat. Bei den Simulationen holt er sich die Hilfe intelligenter Poker-Freunde. Vayo hofft, dass er die Spielweise seiner November Nine-Gegner dabei gut abbilden kann.

An seinem Pokerspiel hat er mindestens erfolgreich gearbeitet. Vayo hat dem Live-Circuit einen Besuch abgestattet und Anfang September war es so weit: Nach einem 5-way-Chop holte er sich den Löwenanteil beim WinStar River Poker Series $2.500 Main Event für $587.120 und ließ 1.054 Spieler blass aussehen.

Ob das bloß ein Appetitmacher auf dem Weg zu den $8 Millionen beim Main Event ist, auf die er sein Leben lang hingearbeitet hat, bleibt abzusehen.

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Name Surname
Mo Nuwwarah
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