Die 2016 November Nine: Seat 6, Michael Ruane

Michael Ruane, November Nine

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Michael Ruane ist für Poker schon um den halben Erdball gereist.

Mit Erreichen des Final Tables des World Series of Poker Main Events 2016 hat er jetzt auch etwas mehr Geld in seinem Portemonnaie.

Wie fand Ruane zum Pokerspiel?

Sein Zuhause liegt in New Jersey, und schon im familiären Umfeld sammelte er erste Poker-Erfahrungen. Er lernte das Spiel aus dem Fernsehen und spielte mit seinen Freunden Homegames. Zwar trainierte er zusammen mit seinem Zwillingsbruder, aber die Rolle des Poker-Weggefährten sollte schließlich sein jüngerer Bruder Sean einnehmen.

Ruane hatte ein gutes Leben: Er finanzierte seinen Lebensunterhalt mit einem Spiel, das er liebte – in seiner Freizeit umgab er sich mit Freunden und Familie. Sean und er arbeiteten eifrig daran, ihr Pokerspiel zu verbessern. Dann schlug der Black Friday ein und Ruane trieb ziellos umher.

Im Sommer 2011 begab er sich nach Las Vegas und erreichte bei der WSOP kleinere Preisgelder für etwa $10.000.

Michael Ruane

Junge Menschen treffen wichtige Lebensentscheidungen häufig aus dem Bauch heraus – das scheint auch bei Ruane der Fall gewesen zu sein.

„Jemand empfahl uns, nach Malta umzuziehen,“ erzählte er uns.

Das ist genau das, was sich die Gruppe aus acht oder neun Pokerspielern und Freunden in den Kopf gesetzt hatte. Damit begann Ruanes achtmonatiger Poker-Aufenthalt auf dem europäischen Eiland, das etwas mehr als 400.000 Einwohner zählt. Ruane ist vor allem die Landschaft in Erinnerung geblieben:

„Es ist ein unglaublich schönes Land,“ sagte Ruane. „Es ist traumhaft.“

Als nächstes hielt er sich sechs Monate lang in Costa Rica auf, danach blieb er längere Zeit in Montreal. Ruane verliebte sich in die kanadische Großstadt und verbrachte die nächsten zwei Jahre dort.

„Das war vermutlich mein Lieblingsort. Ich liebe Montreal,“ verriet er. „Die anderen Orte waren toll, aber Montreal ist die Stadt, in der man 10 Jahre leben könnte und trotzdem jeden Tag etwas Neues entdeckt. Ich vermisse das. Wir versuchen, die Stadt jeden Sommer mindestens einmal zu besuchen.“

Allerdings war das Heimweh groß – und als Online-Poker nach New Jersey zurückkehrte, trat auch Ruane die Heimkehr an. Er ließ sich in Hoboken nieder und sagte, dass er froh ist, wieder zu Hause zu sein. Unter der Woche spielt er vier bis fünf Nächte für etwa fünf Stunden, um sich genug Zeit für Freizeitaktivitäten zu lassen. Er liebt es, Konzerte und Shows zu besuchen oder sich Filme anzuschauen. Meistens behält er das sportliche Treiben der NBA im Auge.

Ruane hat wenig Interesse daran, seinen Alltag zu stören, daher spielt er jedes Jahr nur eine Handvoll Live-Events.

„Mir gefällt meine Lebensweise einfach mehr als das Reisen und Live-Spielen,“ sagte er. „Ich fahre ins Borgata, wenn dort etwas Großes stattfindet, aber das mache ich wirklich nur, wenn ich dafür in der Stimmung bin. Ich verbringe meine Zeit einfach viel lieber mit meinen Freunden und meiner Familie, das ist fantastisch.“

Jetzt hat Ruane bei seinem vierten oder fünften WSOP Main Event den Jackpot erwischt und den Riesengewinn abgeräumt, von dem viele Spieler ihr Leben lang träumen. Nachdem er den fünftgrößten Stack beim größten Turnier der Welt eingepackt hatte, versuchte er gar nicht erst, seine Freude zu verstecken.

„Es ist das Unglaublichste, was mir in meinem Leben bisher passiert ist,“ sagte er.

Sein Weg zum Finaltisch

DayFinal Chip CountRank
1c100,300514/3,252
2108,8001,304/2,166
3994,00041/800
41,250,000118/251
55,605,00025/80
624,565,0002/27
731,600,0005/9

Das Besondere an Ruanes Main Event-Run war, wie unauffällig er sich an den Final Table gespielt hatte. Sarah Herring sprach für PokerNews mit Ruane, der sein Main Event wie folgt beschrieb:

„Ich habe mit ein paar Fehlern und einigen Swings gerechnet, aber es gab wirklich nur sehr wenige Swings. Ich habe das ganze Turnier über Chips angehäuft. Es war komisch – ich hatte richtig viel Glück, keine super-schwierigen Spots spielen zu müssen.“

Tag 6 war der beste Tag für Ruane – aus dem Mittelfeld, in dem er sich lange aufgehalten hatte, schloss er fast bis zum Chipleader auf. Am Ende des Tages war er seinem November Niner-Kollegen Vojtech Ruzicka dicht auf den Fersen.

An Tag 7 kämpfte Ruane meistens um kleine und mittlere Pots, aber es gab eine Ausnahme: Ruane spielte zu Tagesbeginn einen Monster-Pot gegen den Australier James Obst. In den Live-Updates war von einer 18-minütigen Hand die Rede.

Was uns erwartet

Ruane wird Seat 6 besetzen und links neben den Chipleadern Cliff Josephy und Nguyen Platz nehmen. Die Spieler, die ihn am leichtesten unter Druck setzen können, müssen also in den meisten Händen vor ihm agieren. Der Seat scheint Ruane zu gefallen:

„Ich glaube, dass ich meine Position am Tisch mag,“ sagte er.

Weitere gute Nachrichten für Ruane: Die Short Stacks Jerry Wong und Pons sitzen beide mindestens zwei Seats entfernt von ihm. Ruane muss sich also anders als andere Spieler am Tisch seltener vor Shoves der beiden Spieler fürchten.

Zu seiner Linken sitzen Gordon Vayo und Kenny Hallaert. Die beiden aggressiven Poker-Veteranen werden Ruane das Leben schwer machen und ihn bei Steals massiv unter Druck setzen. Hallaert hat bereits in einer der ersten TV-Episoden der WSOP-Berichterstattung gezeigt, dass er auch preflop wenig Probleme damit hat, light zu raisen. Gegen die beiden muss Ruane also Vorsicht walten lassen.

Als Vorbereitung will sich Ruane vor allem mit dem Independent Chip Model (besser bekannt als ICM) auseinandersetzen. Gerade bei riesigen Preissprüngen sollten Spieler verstehen, wie sie ein Turnier spielen müssen. Ruane will vorbereitet sein und die gewonnen Erkenntnisse mit Poker-Experten diskutieren, denen er vertraut.

Viele würden erwarten, dass ein Mann mit Live-Gewinnen von nur $45.000 mehr Erfahrungen beim Spielen von Live-Poker sammeln möchte, bevor er sich an den Final Table des WSOP Main Events 2016 herantraut. Natürlich hat er online unzählige Hände gespielt und sein Spiel technisch verfeinert, aber manch einer würde behaupten, dass das kein Ersatz für das Spielen am Live-Tisch ist.

Ruane merkte an, dass er vielleicht aus seinem Schneckenhaus herauskommen und ein paar Live-Events spielen wird.

„Ich hatte so viel Spaß, dieses Turnier zu spielen – vermutlich, weil ich so gut gerunnt bin,“ sagte er und lachte dabei. „Also ja, vielleicht werde ich häufiger live spielen. Zuallererst will ich aber nach Hause und mit meiner Familie und Freunden feiern.“

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