Die 2016 November Nine: Seat 5, Cliff Josephy

Cliff Josephy -- November Nine

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Wenn Cliff Josephy aus Muttontown in New York Ende Oktober an den Final Table des World Series of Poker Main Events 2016 zurückkehrt, ist er mehr als nur der Chipleader.

Josephy ist 51 Jahre alt – und damit der älteste Spieler der letzten Neun. Mit zwei WSOP-Bracelets und Live-Turnier-Preisgeldern von $2.641.620 hat er auch die Erfahrung auf seiner Seite. Darüber hinaus wurde er 2005 als bester Online-Pokerspieler weltweit angesehen und war damals als einer der besten Lehrer des modernen Pokerspiels bekannt. Zu dieser Zeit eröffnete er auch seine Trainings-Plattform PokerXFactor.com. Josephy hat sowohl online als auch live hunderte Spieler finanziell unterstützt, darunter auch Joe Cada, den Champion des WSOP Main Events 2009. Auf Grund seiner Laufbahn und der langen Zeit, die er mit dem Spiel verbracht hat, ist Josephy einer der gefürchtetsten Spieler am Final Table.

Deshalb weiß Josephy genauso viel wie jeder, der die WSOP beobachtet: Es ist nicht in Stein gemeißelt, dass er das Turnier gewinnen und die $8 Millionen Preisgeld einsammeln wird, die auf den Champion warten, aber momentan gilt er als Favorit.

„Dies ist das Ziel,“ erzählte Josephy PokerNews nur wenige Momente, nachdem die November Nine 2016 feststanden. „Natürlich haben wir ein höheres Ziel, als bloß den Final Table zu erreichen, aber wir befinden uns auf dem richtigen Weg.“

Cliff Josephy -- WSOP

2003 war Josephy ein Börsenmakler und Analyst in New York und besuchte gerade seinen Vater, der in Florida lebte. Sein alter Herr spielte in seiner Freizeit häufig Hearts auf dem Computer. Nachdem er auf seinem Flug die Berichterstattung zum WSOP Main Event auf ESPN verfolgt und seinen Vater bei einer kleinen Online-Poker-Session über die Schulter geschaut hatte, vereinnahmte ihn das Spiel für sich.

Online-Poker wurde das neue Hobby von Josephy. Ein Kunde und Freund empfahl ihm einige informative Poker-Bücher und von Anfang an spielte er sehr erfolgreich. So erfolgreich, dass Poker bald kein Hobby mehr war.

„Ich war nur ein Börsenmakler,“ erklärte Josephy. „Einige sehr intelligente Leute bildeten mich aus und bald schon konnte ich die verschiedenen Kursschwankungen besser deuten. Ich habe gelernt, wie ich Aktien analysieren konnte und wurde damit zum Wertpapier-Analytiker. Ich habe eine Menge Geschäfte mit Hedge-Fonds in New York gemacht, bis ich mich eines Tages in Poker verliebt habe.

Zu dieser Zeit war ich bei einer Firma beschäftigt, die in eine andere Firma übergehen sollte, aber ich wollte nicht weg. Also begann ich stattdessen damit, Poker zu spielen und war zum Glück gleich erfolgreich. Ich habe einfach gesagt: ‚Ich werde jetzt Poker spielen‘, und das hat sofort geklappt.“

Unter dem Alias „JohnnyBax“ konnte Josephy von Anfang an große Online-Turniere gewinnen – dabei sicherte er sich über Online-Satellites auch regelmäßig Seats zu großen Live-Turnieren wie dem WSOP Main Event. In der Online-Community wurde er fast sofort als Legende angesehen, da er sich den ersten Platz in der PocketFives-Rangliste schnappen und sein erstes WSOP-Bracelet 2005 gewinnen konnte. Letzteres passierte ausgerechnet bei seinem allerersten Seven-Card Stud-Turnier.

Josephy und der gleiche Freund, der ihm die Poker-Lektüre empfohlen hatte, taten sich zusammen, um eine Menge erfolgreicher Online- und Live-Spieler zu unterstützen. Bald eröffnete er seine Online-Poker-Trainingsseite PokerXFactor.com und brachte anderen Spielern seine Erfolgsgeheimnisse bei.

Heute ist Josephy verheiratet und hat drei Kinder. Inzwischen hat er sich von seinem Geschäftspartner getrennt, aber Josephy investiert auch weiterhin in andere Spieler: So war er zum Beispiel am Gewinn des November Niners Ylon Schwartz beim WSOP Main Event 2008 beteiligt. Nur ein Jahr später folgte Cada, der das Main Event 2009 gewinnen sollte (und dabei von ihm gestaket wurde).

Jetzt hat Josephy zum ersten Mal das Sagen – und damit ist alles anders.

„Das ist der Traum,“ sagte Josephy. „[Andere Spieler zu unterstützen, die einen Deep Run im WSOP Main Event hinlegen,] ist nur Geld, aber es ist großartig, einigen jungen Menschen unter die Arme zu greifen und ihnen lebensverändernde Preisgelder zu ermöglichen. Ich kann allerdings ganz egoistisch sagen, dass das hier der echte Traum ist.“

Sein Weg zum Finaltisch

DayFinal Chip CountRank
1c39,2002,337/3,252
2196,000600/2186
3320,000414/800
41,554,00084/251
56,175,00021/80
623,860,0003/27
774,600,0001/9

Als nur noch zehn Spieler übrig waren, hatte Nguyen ein paar Chips mehr als Josephy, aber nach einer großen Hand gegen Griffin Benger hatte er sich nach vorne gemogelt. In besagter Hand raiste Josephy auf 1,1 Millionen. Benger spielte die 3-Bet auf 3,4 Millionen und Josephy callte. Auf einem {10-Clubs}{5-Clubs}{5-Diamonds} Flop bettete Benger 3,3 Millionen – die Bet konnte Jospehy allerdings nicht abschütteln, der callte und auf dem {10-Diamonds} Turn von vorn 5,5 Millionen anspielte. Jetzt machte Benger den Call, der seine Karten nach einer 13 Millionen-Bet auf dem {j-Spades} River aber entsorgte.

Wenig später fand er gegen Nguyen ein Paar Könige und gewann 1,25 Millionen Chips, bevor sein Kontrahent auf einem Dame hoch-Flop gegen weitere 1,5 Millionen foldete. Schließlich musste Josh Weiss auf dem 10. Platz die Segel streichen und die November Nine 2016 standen fest – mit Josephy an der Spitze.

„Es war wie ein normaler Tag im Büro,“ sagte Josephy. „Die Lichter stören mich nicht, die Kameras genauso wenig. Das Einzige, was mich gestört hat, war das Stallen und darum haben wir uns gekümmert.

Es ist unglaublich, wie gut alles für mich gelaufen ist. Ich weiß nicht, ob ich überhaupt einen Fold gebraucht habe, aber die wenigen Male, bei denen ich mir gewünscht habe, dass jemand foldet, ist das auch passiert. Ich habe keine gigantischen Pots gewonnen – es gibt wirklich nichts zu erzählen. Die Karten fielen einfach zu meinen Gunsten. Ich hatte häufig die bessere Hand, aber ich denke nicht, dass ich besonders gute Starthände hatte. Hatte ich Könige am Ende des Tages? Ja, aber nur für einen kleinen Pot. Ich hatte einige große Hände, klar, aber die musste ich mir immer erst basteln.“

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