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Chris Ferguson schweigt und Daniel Negreanu wettert

Daniel Negreanu

Das frühere Full Tilt Poker-Vorstandsmitglied Chris Ferguson hat sich dazu entschlossen, weiter zu schweigen, und das hat den Ärger von mindestens einem der forschesten Poker-Repräsentanten auf sich gezogen.

„Ich bin ein sehr nachsichtiger Mensch, aber normalerweise musst du um Verzeihung bitten, bevor dir verziehen werden kann,“ erzählte Daniel Negreanu PokerNews. „Offensichtlich ist ihm das scheißegal, wenn er mit ‚Wovon redest du?’ antwortet, wenn Leute sagen, dass er der Pokerwelt eine Entschuldigung schuldet.

Lass es mich dir erklären, Chris: Du warst Teil eines Unternehmens, ein sehr auffälliger Teil und hast Leute darum gebeten, dir und dem Unternehmen zu vertrauen. Du hast mit diesem Unternehmen Millionen Dollar verdient und hast dich dann fünf Jahre lang versteckt, als die Dinge aus dem Ruder gelaufen sind. Dann hast du überhaupt nichts gesagt. Ob du schuldig oder nicht schuldig bist, du hast einfach nichts gesagt, was dich schuldig macht. Wenn du glaubst, unschuldig zu sein, sag das. Sag irgendetwas. Du hast von den Spielern verlangt, dir zu vertrauen, glaubst du nicht, dass du ihnen irgendeine Form von Entschuldigung schuldest? Jeder Mensch mit einem Mindestmaß an Anstand würde verstehen, dass eine Entschuldigung angebracht ist.“

Bis zu diesem Jahr wurde Ferguson seit dem berüchtigten Black Friday bei keinem Live-Poker-Event mehr gesehen. Am 15. April 2011 schaltete das US-amerikanische Justizministerium Full Tilt und andere Offshore-Online-Poker-Betreiber ab und strengte schließlich eine Zivilklage gegen Full Tilt im Besonderen an. Die Klageschrift behauptete, dass Ferguson und drei weitere Mitglieder des Firmenvorstands ein Schneeball-System aufgebaut hätten, das ihm und den anderen Full Tilt-Besitzern $444 Millionen der Spieler-Guthaben zusicherte.

Ferguson ließ den Anschuldigungen über einen Anwalt widersprechen, und der Fall wurde letzten Endes geschlossen, nachdem der ehemalige Wettbewerber PokerStars Full Tilt aufgekauft und mit dem US-amerikanischen Justizministerium einen Plan ausgehandelt hatte, wie die Spieler bezahlt werden sollen.

Ohne ein Wort zu sagen, tauchte Ferguson früh bei der WSOP 2016 auf. Er spielte eine Reihe verschiedener Events und konnte am vergangenen Wochenende sogar den vierten Platz beim $10.000 Six-Max No-Limit Hold’em Championship-Event erreichen. Ferguson weigerte sich, irgendeine öffentliche Erklärung abzugeben, obwohl ihm mehrere Möglichkeiten dazu angeboten wurden.

„Es ist mir egal, ob er spielt oder nicht,“ fuhr Negreanu fort. „Ich schaue mir einfach an, was ein Typ wie [Full Tilt-Gründer und Vorstandsmitglied] Howard Lederer getan hat. Offensichtlich bin ich kein Fan von ihm und wir sind keine Freunde, aber wenigstens hat er sich die Zeit genommen, um etwas zum Problem zu schreiben, eine Entschuldigung. Man muss sie nicht akzeptieren und die Leute fragen jetzt, ob es von Bedeutung ist, ob Chris eine Entschuldigung vorbringt oder nicht, ob es einen Unterschied macht. Es ist egal, ob es einen Unterschied macht. Es ist das Richtige. Als Mann sollte man das wissen.

Tatsache ist, dass sich [Lederer] demütig gezeigt hat und er wusste, dass es unangebracht wäre, nach Jahren ohne eine Stellungnahme wieder aufzutauchen, also hat er Stellung bezogen. Er hat die richtigen Kanäle ausgewählt. Dieser Typ, Chris, taucht einfach auf und es ist wie ‚Ihr könnt mich mal, Leute, ich muss überhaupt nichts tun’ – sei ein Mann und übernimm Verantwortung. Selbst wenn nicht alles deine Schuld war, übernimm Verantwortung für den Part, den du gespielt hast. Du hast Autogramme gegeben, Bilder gemacht, warst in Werbungen des Unternehmens zu sehen, das eine Menge Leute verarscht hat. Übernimm wenigstens dafür die Verantwortung.“

Als PokerNews ihm die Worte von Negreanu und die Aufforderung einer Entschuldigung vorlegte, sagte Ferguson: „Was soll ich damit machen?“ Als er gefragt wurde, ob er auf Negreanus Ausführungen antworten und für die Poker-Community eine Stellungnahme formulieren würde, sagte Ferguson: „Kein Kommentar im Moment.“

Eine Woche vor dem WSOP Main Event 2016 geht die WSOP 2016 auf ihre Zielgerade zu und Negreanu sagte, dass Ferguson die Community jetzt ansprechen und verstehen muss, dass sich das Problem nicht einfach in Luft auflösen wird.

„Es würde ein bisschen bedeutungsloser klingen, wenn er sich jetzt [entschuldigt], aber ob die Leute seine Entschuldigung annehmen oder nicht, tritt vor der Tatsache in den Hintergrund, dass es sich einfach so gehört,“ sagte Negreanu. „Selbst wenn ihm die Leute keinen Glauben schenken, ist es das Richtige. Er wird dieses Problem jedes Mal haben, wenn er weiter Poker spielt. Jeder, der davon betroffen war, hat das Gefühl, dass ihm ins Gesicht gespuckt wird. Er sitzt da, lacht und kichert, während er mehr Geld gewinnt.“

Negreanu ist Ferguson an den WSOP-Tischen in diesem Jahr noch nicht begegnet, aber falls das in irgendeinem Event passieren sollte, wird er sich nicht in Schweigen hüllen.

„Falls ich jemals an seinem Tisch sitze, werde ich ihm wieder erklären, warum ich denke, dass er der Pokerwelt eine Entschuldigung schuldet,“ sagte Negreanu. „Ich werde mich nicht bei ihm anbiedern. Er hatte die Möglichkeit, das auf eine bessere Weise zu klären. Es ist ihm offensichtlich scheißegal. Die Poker-Community geht ihm am Arsch vorbei. Er nahm das ganze Geld an sich und jetzt sagt er kein Wort? Es ist lächerlich.

Ich kann es nicht erwarten, ihn an meinem Tisch zu haben. Setzt uns beim Main Event an einen Feature Table und wir werden sehen, was dort passiert.“

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