Daniel Negreanu über die PokerStars Rake Erhöhung

Daniel "KidPoker" Negreanu

In der letzten Woche hat PokerStars, der weltweit größte Online-Pokerraum, angekündigt, dass der Rake erhöht werden soll. Die Änderungen sind am Montag, den 28. März 2016, in Kraft getreten. Wie zu erwarten war, reagierten die Spieler darauf negativ, wenn nicht sogar verärgert. Wer bezahlt schließlich gerne mehr für etwas, was vorher weniger gekostet hat?

Auf seinem Poker-Blog auf Full Contact Poker hat sich PokerStars Team Pro Daniel Negreanu mit den Änderungen beschäftigt. In seinem Blog-Post erklärt er, dass PokerStars das Recht habe, als Unternehmen zu agieren und seinen Umsatz zu maximieren.

„PokerStars bietet eine Dienstleistung an, und natürlich haben sie damit das Recht, die Preise für diese Dienstleistung nach Belieben festzulegen,“ konstatierte Negreanu. „Wenn man die Preise zu hoch ansetzt, könnten sich Kunden für einen anderen Anbieter entscheiden. Wenn man die Preise zu niedrig einsetzt, entgehen dem Unternehmen wahrscheinlich Einnahmen.“

Hier können Sie eine vollständige Liste der Rake-Änderungen einsehen, die von Eric Hollreiser, dem Vice President of Corporate Communications der Amaya Inc. und PokerStars, auf dem PokerStars Blog veröffentlicht wurde:

  • Bei Spin & Gos erhöht sich der Rake um einen Prozentpunkt für die Buy-ins zwischen $1 und $30 (um zwei Prozentpunkte beim $3 Buy-in). Die Limits $0,25, $60 sowie $100 bleiben von den Änderungen unberührt.
  • Bei Multi-Tisch-Turnieren orientiert sich PokerStars an der gängigen Praxis in geschlossenen Märkten, wo auch auf Rebuys und Addons eine Gebühr erhoben wird. Diese Turniere stellen ungefähr 12 Prozent des aktuellen Spielplans dar.
  • Bei Multi-Tisch-Turnieren im Hyper-Turbo-Format erhöht sich der Rake um fünf Prozent.
  • In einigen No-Limit- und Pot-Limit-Spielen steigen das Cap und der prozentuale Rake an, das betrifft hauptsächlich Heads-Up-Partien. Manche Rake-Caps werden nach unten korrigiert. Limit-Spiele sind davon nicht betroffen.

„Ich spiele seit mehr als 20 Jahren Poker und ich habe mich noch nie über eine Rake-Erhöhung beschwert, obwohl ich völlig verstehe, woher der Ärger rührt,“ schrieb Negreanu. „Früher habe ich in Toronto in einem $10-$20-Spiel gespielt, wo der Rake bei $10 pro Hand lag und zusätzlich erwartet wurde, dass man ein Trinkgeld von $2,50 pro Hand zahlt. Trotz des großen Rakes war das Spiel wirklich gut, so dass ich häufig mitgespielt habe. Als das Spiel nicht mehr gut genug war, um den Rake zu schlagen, habe ich ein anderes Spiel gefunden, bei dem ich mitmischen konnte. Zwar war das Spiel nicht annähernd so gut, aber der Rake lag nur bei $5 pro Spieler pro halber Stunde, was etwa 25 Prozent von dem entsprach, was ich vorher gezahlt habe.“

Negreanu zeigte Verständnis für Spieler, die bestimmte Formate nicht mehr länger spielen wollen, weil das im Zuge der Änderungen nicht mehr profitabel möglich sei. Er sagte, dass er hofft, dass diese Spieler weiterhin bei PokerStars spielen und vielleicht auf andere Varianten ausweichen, die sich als profitabel herausstellen.

Bei Änderungen in der Vergangenheit sagte Amaya immer, dass sich damit das ganze Ökosystem der Seite verbessern würde. Obwohl Amaya dies bei den Rake-Erhöhungen nicht als Grund angeführt hatte, bekräftigte Negreanu, dass die Änderungen in keinem Zusammenhang mit dem Ökosystem stehen, sondern sich allein damit erklären lassen, dass PokerStars den eigenen Umsatz erhöhen will.

„Diese speziellen Änderungen wurden nicht geplant, um das Ökosystem zu verbessern oder etwas in der Art, diese Änderungen sollen den Umsatz steigern,“ sagte Negreanu. „Beim Festlegen der Preise für eine Dienstleistung gibt es eine feine Grenze. Wie bereits erwähnt, riskieren Sie nämlich, dass die Kunden Ihre Dienstleistung oder Ihr Produkt nicht mehr nutzen, wenn Sie die Preise dafür zu hoch ansetzen.“

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