Taylor Caby, Guy Laliberté und Viktor Blom für die Internet Wall of Fame nominiert

Guy Laliberté

In dieser Woche haben Adam Schwartz und Terrence Chan, die Moderatoren des TwoPlusTwo Pokercast, gleich drei Online-Akteure als Rekruten für die Internet Pokers Wall of Fame (IPWOF) auserwählt. Bei den Nominierten handelt es sich um Taylor Caby, Guy Laliberté und Viktor „Isildur1“ Blom.

Die IPWOF wurde im letzten Sommer vom Pokercast-Duo als Antwort auf die „Jahre, in denen über die Poker Hall of Fame und die politischen Vorgänge dahinter gejammert wurde“, ins Leben gerufen. So heißt es im ersten Beitrag im TwoPlusTwo-Thread, in dem die Nominierten namentlich benannt wurden.

Schwartz erwähnte auch, dass nur eine Bedingung erfüllt werden muss, um sich für die ÌPWOF zu qualifizieren: „Die Person muss mindestens eine Pokerhand im Internet gespielt haben“. Allerdings ist selbst diese Bedingung nicht in Stein gemeißelt, denn erst letzten Monat konnte Neteller als 11. Mitglied in der IPWOF begrüßt werden.

Taylor Caby

Taylor Caby

Auch Caby hätte irgendwann die virtuellen Wände der IPWOF für seine „großen Erfolge“ im Online-Poker geziert, allerdings hat ihn sein Geschäftssinn frühzeitig in den exklusiven Club befördert. Schwartz verglich Caby mit Mark Cuban, dem Besitzer der NBA Dallas Mavericks, indem er behauptete: „Wenn Chris Moorman der Michael Jordan der Online-MTTs ist, kann Caby als Mark Cuban angesehen werden.“

Wenig überraschend konnte Moorman, der PocketFives zufolge über $13 Millionen an Preisgeldern in Online-Turnieren und rekordverdächtige 25 PocketFives Triple Crowns sein Eigen nennt, die IPWOF bereits im September als viertes Mitglied erreichen.

Cabys Erfolg schließt eine Einzahlung von $35 beim ehemaligen Pokerraum Ultimate Bet ein, mit der Caby bis zu den höchsten Stakes aufsteigen und den Spielern dort das Leben schwer machen konnte.

Der Erfolg an den virtuellen Tischen gab Caby die Möglichkeit, sich unternehmerisch zu betätigen und 2005 die beliebte Poker-Training-Website CardRunners mit Andrew Wiggins zu gründen. Zusätzlich drückte Caby der Online-Poker-Szene seinen Stempel auf, als er das Poker-Tracking-Unternehmen Holdem Manager (jetzt im Besitz von Max Value Software) erwarb und die Poker-Dokumentation Bet Raise Fold produzierte. Schwartz erwähnte ebenfalls, dass seine Geschäfte auch abseits der Poker-Branche Früchte tragen. So gründete Caby 2011 die Daily-Fantasy-Sports-Website DraftDay, wieder gemeinsam mit Wiggins, bevor sie 2014 weiterverkauft wurde.

Guy Laliberté

Wenn die Menschen an Laliberté denken, kommt den wenigsten das Thema Poker in den Sinn. Sie erinnern sich vielmehr an den kanadischen Unternehmer und Philanthropen, der den Cirque du Soleil mitbegründet hat. Trotzdem war es das Wirken des Poker-Liebhabers in der Poker-Welt, die ihn als 16. Mitglied in die IPWOF katapultiert hat.

Schwartz berichtete, dass Laliberté für kurze Zeit einer der größten Wale im Online-Poker war. Im Jahre 2009 soll Laliberté unter Verwendung verschiedener Pseudonyme eine Summe von etwa $26 Millionen verloren haben. Zur Bestürzung vieler Nosebleed-Spieler, unter anderem auch Tom Dwan und Phil Galfond, wurde der Milliardär von der Tracking-Website Poker Table Ratings (PTR) davongejagt. Folgerichtig stellte Schwartz fest: „Wahrscheinlich war es Laliberté peinlich, dass seine Resultate immer wieder öffentlich beäugt wurden.“

Auch wenn Laliberté online vielleicht für die falschen Gründe bekannt ist, so hat sein Wirken im Live-Poker-Bereich die richtigen Gründe. Laliberté gründete 2007 die Charity-Organisation One Drop Foundation, die sich das Ziel gesetzt, allen Menschen Zugang zu sauberem Wasser zu verschaffen. 2011 ging Laliberté eine Partnerschaft mit Caesars Entertainment ein. Gemeinsam mit dem Besitzer der World Series of Poker richtete der Unternehmer mehrere Turniere aus und ersann Wege, mit denen Spieler ihr Geld dieser guten Sache spenden können.

Viktor „Isildur1“ Blom

Viktor "Isildur1" Blom

Pokerspieler müssen keine einleitenden Worte über Blom, das schwedische Poker-Phänomen, hören. Blom kam aus dem Nichts, um die Poker-Welt im späten Jahr 2009 zu blenden. Auf Full Tilt war Blom an den acht größten Pots der Online-Poker-Geschichte beteiligt. Erstaunlich, aber wahr: All diese Pots kamen in einem einzigen Monat zustande, als der damals unbekannte Spieler bergeweise Bargeld einheimsen konnte, allein $5 Millionen von Dwan.

Ganz im Sinne der Redewendung „Wie gewonnen, so zerronnen“ verlor Blom nur einen Monat später $4,2 Millionen an Brian Hastings. Allerdings bekam Hastings bald Schwierigkeiten, als sein Sponsoren-Deal mit Full Tilt aufgelöst wurde, nachdem er bekanntgab, mit Cole South und Brian Townsend zusammengearbeitet zu haben, um Datenbanken zu vergleichen und Ranges zu konstruieren, die Blom in bestimmten Situationen wahrscheinlich spielen wird.

„Ehrlich gesagt gebührt Brian Townsend die meiste Ehre. Ich meine, Brian ist der härteste Arbeiter, den ich im Poker-Bereich kenne,“ erzählte Hastings ESPN in 2009. „Er analysierte eine Datenbank mit Heads-Up-Händen, die Isildur1 gespielt hatte und konstruierte Ranges, wie sich Isildur1 in bestimmten Spots verhält. Wir drei haben haufenweise Hände und die Berichte, die Brian angefertigt hat, diskutiert. Dafür bin ich ihm und Cole sehr dankbar.“

Der mysteriöse Unbekannte gab sich schließlich zu erkennen und offenbarte seinen echten Namen, kurz nachdem er dem Team Pro PokerStars beigetreten war.

Bis heute ist Blom unter Poker-Fans berüchtigt für seine achterbahnartigen Swings. Das letzte Jahr ging für den schwedischen Poker-Profi sehr erfolgreich zu Ende, mit über $2 Millionen in Cashgame-Gewinnen.

Weitere IPWOF-Anwärter im Februar

Anfang Februar konnten Schwartz und Chan bereits Vikrant Bhargava, den Mitgründer und ehemaligen Marketing-Chef von partypoker, als 12. Mitglied aufnehmen. TwoPlusTwo-Besitzer Mason Malmuth folgte als Nummer 13, und der High-Stakes-Spezialist Patrik Antonius reihte sich als 14. Mitglied ein.

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Jason Glatzer
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