Neues Steuergesetz kann Online Gaming Firmen Millionen kosten

Online Gaming Geld

Auf Online Gaming Betreiber kommen neue steuerliche Belastungen zu. Bisher galten die Mehrwertsteuerregeln jenes Landes in dem das Unternehmen beheimatet war, das ändert sich ab 2015.

Ab nächsten Jahr schreibt die EU vor, dass die Mehrwertsteuergesetze jenes Landes gelten, in dem die Leistungen angeboten werden. Bisher galten die Vorschriften jenes Landes, in dem der Betreiber beheimatet war. Mit der alten Regelung ersparten sich die Online Gaming Anbieter viele Millionen an Mehrwertsteuer, denn sie gründeten ihren Firmensitz einfach in Ländern die keine Mehrwertsteuer einhoben.

Wer ist davon betroffen?

Die Neuregelung wird unterschiedliche Auswirkungen auf die Unternehmen haben, schließlich hängt der Effekt davon ab, woher ihre Kunden kommen (und ob das jeweilige Land Mehrwertsteuer auf elektronische Dienstleistungen verlangt, oder nicht) und ob sie in einem Steuerparadies beheimatet sind oder nicht.

Anbieter, die in Großbritannien zu Hause sind, haben wenige Änderungen zu befürchten, schließlich gilt in UK eine Ausnahme für ihre Produkte. Mit der Neuregelung der Regulierung greifen hier andere Steuergesetze, die bereits umgesetzt sind. Anders sieht es da schon in Deutschland, Frankreich und Irland aus. Hier gelten unterschiedliche Mehrwertsteuervorschriften, die von der Art des Glücksspiels abhängig sind.

Hier gehen Steuerexperten davon aus, dass Anbieter mit einer starken Kundenbasis in diesen Ländern mit sinkenden Margen zu kämpfen haben werden, denn die Steuerzahlungen werden stark ansteigen. In Deutschland unterliegen Online Poker und Online Casino Spiele der Mehrwertsteuer, Sportwetten unterliegen einer fünf prozentigen Umsatzsteuer.

Bwin.Party erwartet zukünftig siebenstellige Steuerzahlungen, schließlich stammen 26 % der Kundenbasis alleine aus Deutschland. Hier würde der 19 %ige Mehrwertsteuersatz greifen, das wird teuer. PokerStars hingegen erwartet Zahlen von einer halben Million Euro alleine in Frankreich, wo der Online Poker Gigant besonders gut aufgestellt ist.

Französische Unternehmen, wie Winamax begrüßen die Neuregelung und argumentieren mit Chancengleichheit. Schließlich musste das Unternehmen mit Sitz in Frankreich auch bisher bereits Mehrwertsteuer bezahlen.

Welche Auswirkungen hat das auf die Spieler?

Die technische Umsetzung fällt zwar in den Aufgabenbereich der Betreiber, doch es wäre naiv zu glauben, dass die Online Poker Spieler von den Neuregelungen nicht betroffen wären. PokerStars kündigte kürzlich einen Anstieg des Rake und eine Reduktion der Promotionen an. Derzeit ist nicht bekannt, ob diese Ankündigung in direktem Zusammenhang mit den gesetzlichen Neuregelungen zur Mehrwertsteuer steht.

Es ist durchaus möglich, dass sich einzelne Unternehmen aus bestimmten Märkten vollständig zurückziehen und es zu einer weiteren Verringerung des Wettbewerbs kommt. Das könnte auch die Höhe der Preispools betreffen. Neue Unternehmen werden es sich zwei Mal überlegen, ob sie in neue Märkte in Europa eintreten.

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