Jerry Yang: "Als ich von dem Interview hörte, war ich geschockt."

Joe Hachems Interview mit dem Bluff Magazine hat in der Poker Community für einige Aufregung gesorgt. Der World Series of Poker Main Event Champion von 2005 sprach über mehrere seiner Kollegen und beschuldigte sogar die Main Event Gewinner Jamie Gold und Jerry Yang, die "das Erbe des World Champions beschädigt haben."

Nachfolgend gibt es das komplette Interview mit Hachem, falls sie es verpasst haben:

Wir erreichten Yang nun und der Main Event Gewinner von 2007 war sehr interessiert daran, auf Hachems Kommentar zu antworten. Wie Sie sehen werden, hat Yang einen anderen Blick auf den Botschafterposten und den aktuellen Zustand des Pokers.

PokerNews: Joe Hachem sagte gerade, dass Sie und Jamie Gold den Status des World Champions beschädigt haben. Wie war Ihre erste Reaktion darauf, als Sie diese Worte aus dem Mund des ehemaligen Weltmeisters gehört haben?

Yang: ich war etwas schockiert. Um ehrlich zu sein, kenne ich Joe nicht besonders gut. Ich habe mit ihm sogar noch nie an einem Tisch zusammen gespielt. Deshalb war ich ehrlich gesagt geschockt, was er gesagt hat. Joe ist ein netter Kerl und ich habe den höchsten Respekt vor ihm. Er ist ein großer Champion und Pokerspieler und ich werde davon nicht abrücken. Aber als ich von dem Interview hörte, war ich geschockt.

Als ein Main Event Champion, fühlen Sie dabei eine Art Verpflichtung, ein Botschafter des Spiels zu sein?

Absolut, natürlich!

Denken Sie, Sie haben diese Verpflichtung erfüllt?

Ich kann nicht so viel wie andere Weltmeister spielen, aber ich glaube, ich habe meinen Teil in Sachen Wohltätigkeit erfüllt. So viel ich weiß, bin ich der einzige Champion, der $1 Million meines eigenen Geldes für wohltätige Zwecke gespendet hat. Ich habe persönlich um weitere $800.000 erhöht. Ich habe keinen anderen Weltmeister gesehen, der dies getan hat. Aus der Wohltätigkeitssicht und dem Promoten des Spiels, das wir lieben, habe ich wohl meinen Teil getan.

Wohltätigkeit ist meine Passion. Ich spiele nicht jeden Tag Poker. Ich habe sechs Kinder und ein Geschäft, um das ich mich kümmern muss. Nur weil ich aber die World Poker Tour oder andere High Stakes Games nicht spiele, heißt das nicht, dass ich nicht die Passion für Poker besitze. Ich habe diese und werde diese immer haben.

Warum also denken Sie, dass Sie aus der Sicht von Joe ein schlechter Botschafter des Pokers sind?

Genau dies ist der Grund, warum ich so schockiert bin. Ehrlich gesagt, weiß ich das nicht. Er könnte sich auf meine Steuerdinge berufen, aber dies hat nichts damit zu tun, Weltmeister zu sein. Das ist meine persönliche Angelegenheit. Ich habe sicherlich einige Fehler gemacht in meiner Vergangenheit, aber wer hat dies nicht getan?

Nun, lassen Sie uns darüber sprechen. Denken Sie vielleicht, sein Denken, Sie hätten dem Spiel keinen Gefallen getan, begründet sich dadurch, dass Sie Ihr WSOP Main Event Bracelet zur Versteigerung angeboten haben?

Ich denke, dies hat nichts damit zu tun, eine Schande für das Spiel zu sein. Das ist meine persönliche Angelegenheit. Ich habe einige Fehler gemacht und ich glaube, dies hat nichts mit Poker zu tun.

Sie sagten, Sie hatten einige Steuerprobleme letztes Jahr, da Sie einige finanzielle Fehler begangen haben. Einige davon hatten mit Spenden für wohltätige Zwecke zu tun. Wie hart war es denn, das Main Event Bracelet zu verlieren?

Der Internal Revenue Service - die Bundessteuerbehörde der Vereinigten Staaten – bat mich darum, das Bracelet abzugeben und ich tat dies. Natürlich war dies hart. Es war mein Goldenes Armband. Man gewinnt ein derartiges Bracelet nur einmal im Leben. Es hat mir wehgetan. Aber ich habe meine Lektion daraus gelernt und zudem habe ich gelernt, mein Geld zu managen. Was auch immer passiert ist, es ist passiert.

Wie würden Sie die Pokerbotschafter Fähigkeit von Joe Hachem einstufen?

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Yang at the 2013 WSOP

Ehrlich gesagt habe ich noch nie gehört, was er getan hat. Ich bin sehr ehrlich zu Ihnen. Was hat er den getan für das Pokern? Was hat er aus wohltätiger Sicht getan? Ich habe nicht viel darüber von ihm gehört.

Ich mag Joe und ich habe keine schlechten Gedanken darüber gehabt, was er über mich gesagt hat. Ich werde damit weitermachen, die Dinge zu tun, die mein Herz berühren. Und das sind wohltätige Dinge. Darauf bin ich fokussiert aufgrund meiner Erziehung und meinem Überleben im Flüchtlingslager. Ich werde damit weitermachen, meinen Teil an die Armen zurückzugeben.

Dies bedeutet nicht, dass ich Poker nicht mag. Ich werde Poker immer lieben und ich werde immer weiterspielen.

Denken Sie, dass irgendeiner der vergangenen Champions seinen Anteil daran hat, dass das Spiel weiter wächst?

Ich denke, dass jeder Weltmeister seine eigene Verantwortung hat und dem folgt, was ihm sein Herz sagt. Wenn sie etwas sehen, was sie verbessern können, werden sie dies sicherlich tun. Ehrlich gesagt habe ich nicht viel gesehen, dies bedeutet aber nicht, dass sie nichts tun. Vielleicht haben sie bereits aber schon etwas getan.

Mit Blick auf Ihre Reaktion im Moment des Main Event Gewinns, scheint es so, als bedeutete der Gewinn wirklich viel für Sie. Was war damals wichtiger – das Geld oder der Titel?

Ich würde sagen, das Geld. Natürlich das Geld. Ich bin enorm arm aufgewachsen und musste mich durch die Schule quälen. Ich habe sechs Kinder. Meine Familie steht an erster Stelle.

Ich kümmere mich um die Armen und dies ist der Grund, warum ich 10 Prozent meines Main Event Gewinns gespendet habe. Ich habe mein Versprechen gehalten, das ich auf ESPN abgegeben habe.

In dem Interview mit Bluffsagte Hachem, dass Poker stirbt, da es nicht mehr länger Spaß für die Menschen bedeutet, die spielen. Denken Sie auch, dass das Spiel momentan leidet?

Nein. Nun, vielleicht ein bisschen, aber ich denke, dies ist der Konjunktur geschuldet. Die letzten drei, vier, fünf Jahre war die Wirtschaft sehr schlecht. Und einige Menschen haben zu kämpfen.

Ich denke, die Passion für das Spiel wird nie weichen. Die Menschen werden das Poker spielen weiterhin mögen. Wenn es einmal ins Blut übergegangen ist, bleibt es immer da, genauso wie das Boxen. Ein Boxer will das ganze Leben boxen, doch aufgrund der physikalischen Kondition muss er eines Tages damit aufhören. Tief im Inneren wollen sie aber immer boxen. Und das ist Jerry Yang. Ich habe die Passion und ich denke, die meisten Pokerspieler haben noch immer das Feuer und die Leidenschaft.

Aufgrund der Konjunktur müssen sich die Menschen zurücknehmen. Deshalb glaube ich nicht, dass es korrekt war, was Joe Hachem gesagt hat.

Denken Sie, es gibt irgendetwas, dass Sie im Speziellen tun können als Weltmeister, um das Spiel zu verbessern?

Ich denke, es gibt einige Dinge, die wir als Weltmeister tun können. Ich öffne meine Türe für jede Organisation da draußen. Wenn diese sehen, dass da etwas ist, was Jerry Yang tun könnte, um zu helfen, erreichen sie mich. Ich habe dies zu mehreren Gelegenheiten gesagt. Ich kann dies nicht alleine für mich tun. Aber mit der Hilfe einiger Menschen können wir Poker sogar noch großartiger machen.

Denken Sie auch, dass Yang und Jamie Gold das Erbe der Weltmeister zerstört haben? Stirbt Poker? Lassen Sie uns das in den Kommentaren wissen!

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