5 Gedanken: Ivey kein Liebling der Fans mehr?

Phil Ivey

Phil Ivey boykottierte nach dem Black Friday die letzte World Series of Poker . Überliefert wurde sein folgender Ausspruch: „Ich denke nicht, dass es fair ist, wenn ich teilnehme, während andere das nicht können. Ich tue alles, was ich kann, um eine Lösung zu finden und das Problem so schnell wie möglich zu lösen.“

Jetzt, wo er in „Down Under“ auftrumpfte, scheint es, als würden seine Fans, die noch immer nicht teilnehmen können, Ivey boykottieren.

1. Ivey, Ivey, Ivey?
Vor kurzem gewann Ivey das zweite Aussie Millions $250,000 Super High Roller, in dem er sich gegen 16 Spieler durchsetzte und zwei Millionen australische Dollar einstreifte. Kurz davor hatte er im Main Event Platz 12 belegt und damit AUD$100,000 abgeräumt. Wäre all das vor einem Jahr passiert, wäre Ivey für seine Leistungen wohl vergöttert worden. Doch aufgrund der noch immer ausständigen Zahlungen von Full Tilt Poker an seine Spieler, sieht die Sache anders aus.

Könnt ihr euch noch an das World Series of Poker Main Event 2009 erinnern, als Ivey den Final Table erreichte? Da explodierte die Poker-Community förmlich vor Spannung! Als Jordan Smith eliminiert wurde und damit die November Nine feststanden, waren alle Augen auf Ivey gerichtet, der geduldig für Fotos bereit stand. Während der gesamten WSOP fuhr er zudem doppelgleisig und begab sich immer wieder ins Bellagio um dort an den großen Cash-Games teilzunehmen.

So groß die Verehrung damals war, so groß ist diesmal die Ablehung Iveys.

Hier einige der Auszüge aus den Kritiken auf PokerNews:

“Mr. Ivey, stecken Sie ihr Geld in die Full Tilt Operating Funds…“ – narucy

In Andrew Feldmans Blog schrieb jemand Folgendes auf ESPN:
“Wo bleibt mein Geld auf FTP Ivey?!?!?! Es ist mit [email protected]%!egal wieviel er gewinnt, so lange ich mein Geld auf FTP nicht wieder bekomme!!!!“ – TaurenForTheWin

“War Mr. Ivey nicht einer der größten Profiteure dieser Verschwörung auf Full Tilt Poker? Warum darf er überhaupt noch an großen Poker-Turnieren teilnehmen?” – ringworm218

Auf TwoPlusTwo gab es zu lesen:
“Zwei Millionäre spielen Heads-Up um Geld, dass sie eigentlich gar nicht mehr interessiert. Es ist eine tolle Sache, dass wir FTP-Spieler für dieses Heads-Up bezahlen. F.U. Ivey, ich hoffe, deine Ex nimmt dir so viel weg, wie du uns weggenommen hast.“ – joeyrulesall

[2:31:49 PM] Michael Höller: Ivey wurde zur polarisierendsten Figur der Poker-Szene. Er ist unser Tim Tebow (Football-Quarterback bei den Denver Broncos; Anm.), mit der Ausnahme, dass Ivey – im Gegensatz zu Letzterem – schon viel gewonnen hat. Die Rund-um-die-Uhr-Berichterstattung spielt dabei sicher auch eine Rolle. Obwohl es kein CNN für Poker gibt, erledigen Twitter, Facebook und TwoPlusTwo ihr Übriges. Vor fünf Jahren wäre Iveys Scheidung niemals in die Schlagzeilen gekommen. Wusstet ihr, dass sich etwa auch Daniel Negreanu 2007 scheiden ließ? Ist der Kanadier deshalb ein schlechter Mensch? Natürlich nicht.

Wir werden Ivey in den nächsten Jahren noch besser kennenlernen. Jetzt wissen wir noch nicht, welche Rolle er genau in dem Full-Tilt-Dilemma gespielt hat. Wir wissen auch nicht, ob er schon im Vorfeld des „Black Friday“ etwas geahnt hat.

Lasst uns deshalb nicht in ein Schrei-Duell miteinstimmen, wer die übelste Beschimpfung parat hat. Lasst uns auf die Fakten warten, bevor wir Ivey vorverurteilen.

2. Die richtige Balance
Am Montag bewarb Phil Galfond über Twitter einen Blog-Eintrag, den er auf seiner eigenen Website online stellte. Er warnte schon eingangs: „Ich habe schlecht geschlafen und versuche jetzt eben wieder einzuschlafen. Wenn dieser Post etwas verwirrt wirkt … keine Beschwerden … ihr seid gewarnt worden. Ich schreibe diese Zeilen, ohne nachzudenken oder sie nachträglich zu korrigieren.“

Galfond schrieb in weiterer Folge über die Balance zwischen Leben und Poker. Ein wichtiges Thema, dass Spieler, die keine Freizeit-Kompensation zu Poker haben, werden voll und ganz von dem Spiel eingenommen. Es sollte immer ein Geben und Nehmen sein. Galfond gestand, dass er diese Balance in seinem Leben verloren hat.

Hier einer der besten Teile des Posts:

“Normalerweise passiert jede Menge in meinem Leben … jede Menge Dinge, die mich glücklich machen. Wenn es mit Poker nicht gut lief, hatte ich meine Freunde, meine Freizeit-Aktivitäten. Ich lebte wirklich zwei Leben. Phil-der-Pokerspieler verlor und war gestresst, aber Phil-der-normale-Mensch lebte sein soziales Leben, auch wenn er einen Downswing von eineinhalb Millionen zu verarbeiten hatte.

Jetzt bin ich gerade in Vancouver und erneut auf einem Downswing. Ein heftiger, aber nicht so heftig, als ob ich so etwas zuvor nicht schon erlebt hätte. Dieses Mal ist dennoch etwas anders. Ich steh vom Computer auf und was habe ich?“

Galfond, der als einer der besten Spieler der Welt gilt, gibt einen Einblick hinter die Kulissen und spricht ganz offen von seinem Downswing. Dieser Eintrag ist ein Muss für jeden aufstrebenden Spieler, da er einen guten Einblick gibt, wie schwer es sich gestalten kann, sich die nötige Professionalität anzueignen. Wir respektieren Galfond für diesen Beitrag und hoffen, dass er genug positives Feedback bekommt, um wieder die nötige Balance in sein Leben zu bekommen.

Unser Tipp: Ein spontaner Urlaub mit den engsten Freunden. Verlass den Kontinent, lass die Computer abgeschalten und lebe dein Leben. Lass den Phil-der-normale-Mensch in dir ein bisschen durchatmen.

3. Meltzer’s großzügiges Trinkgeld
Alan Meltzer, ein Musik-Mogul und Freizeit-Poker-Spieler, der unter anderem einmal in Poker After Dark in Erscheinung trat, verstarb letzte Woche und hinterließ seinem Chauffeur und seinem Türsteher eineinhalb Millionen Dollar. Jean Laborde, Limousinen-Fahrer, bekam zehn Prozent der zehn Millionen schweren Erbmasse, Türsteher Chamil Demiraj fünf Prozent. Meltzers Ex-Frau, der rund ein Drittel zugestanden wäre, ging komplett leer aus. Sie sagte allerdings der New York Post: „Das ist okay, es ist mir völlig egal.“

Das ist sehr zuvorkommend.

Eine herzerwärmende Story, denn man kann sich vorstellen, dass Laborde und Demiraj das Geld eher brauchen als die Ex-Frau. Zudem ist die Geschichte ein Paradebeispiel für die Geberlaune von Poker-Enthusiasten. Der Durchschnittsmensch sieht Poker-Profis wohl als großspurige Millionäre, die sich in exklusive Kreise zurückziehen, in Wirklichkeit gibt es aber immer mehr Spieler, die sich karitativ engagieren.

Der Big One for One Drop wird eine großartige Werbung für die WSOP und ein großer Wurf für ESPN sein. Was aber viel wichtiger ist: Es wird Millionen für einen guten Zweck einspielen.

Ruhen Sie in Frieden, Mr. Meltzer. Wir werden ihre Großzügigkeit nie vergessen.

4. Pros vs. Joes
Vor seinem Abflug aus Australien ließ sich Jason Mercier auf eine Wette mit PokerNews.nl’s Remko “happyfreaked” Rinkema ein. Die beiden werden während der WSOP 2012 in sieben verschiedenen Sportarten gegeneinander antreten. Rinkema darf vier davon auswählen, Mercier nur drei.

Wir werden schon in den nächsten Tagen erfahren, welche sieben Sportarten ausgetragen werden. Das hält uns aber nicht davon ab, zu spekulieren: Mercier spielte während der High School Basketball, während Rinkema jede Menge Erfahrung auf dem Rad hat. Diese beiden Sportarten scheinen also gesetzt.

Für weitere Berichterstattung zum großen Fight Rinkema vs. Mercier, folgen sie den beiden auf Twitter.

5. Versprecher!

Wir alle machen Fehler, doch meistens ist keine Kamera dabei. Bei Nicki Pickering leider schon:

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