Vorstellung der November Nine 2011: Ben Lamb

Ben Lamb

Vor dieser World Series of Poker war Ben Lamb wohl einer der besten Spieler, von denen man noch nie gehört hatte. Seit 2006 dem Poker-Sport verbunden, ging sein Stern in diesem Jahr auf und er hatte Erfolg wie kein anderer: Er holte sein erstes Bracelet, erreichte den Final Table bei der $50,000 Poker Player’s Championship und schaffte es in die November Nine. Für seine beeindruckende Leistung sicherte er sich den Titel des 2011 WSOP Player of the Year. Krönt er sich auch zum Main Event Champion?

Lamb, der im Internet als „Benba“ bekannt ist, bringt es (ohne das Preisgeld des Main Events) auf $2,157,249 an WSOP-Gewinnen. Sein erster Cash datiert aus dem Jahr 2006, für viele tauchte er aber erst 2007 am Radar auf, wo er im Main Event Platz 156 für $58,570 belegte. Zwei Jahre später schaffte er es noch weiter und streifte $633,022 für den 14. Rang ein. Nach drei Cashes im Jahr 2010 verzeichnete er in diesem Sommer seine besten Ergebnisse:

Ben Lambs 2011 WSOP

EventPlatzPreisgeld
Event #31 $3,000 PLO2.$259,918
Event #42 $10,000 PLO Championship1.$814,436
Event #46 $10,000 NLHE Six-Handed Championship12.$56,140
Event #55 $50,000 Poker Player’s Championship8.$201,338
Event #58 $10,000 NLHE Championship??????

Auf seinem Weg in die November Nine setzte er sich an Tag 1b gegen 985 Spieler durch und beendete diesen als Chipleader. Weitere acht Tage voller soliden Spiel später stand er in den letzten Neun. Lamb startet mit 20,875,000 als Fünfter im Chip Count in den Final Table.

PokerNews durfte mit Lamb interviewen und sprach mit ihm über seine Aktivitäten seit Juli, seinen Titel als Player of the Year und seine Vorbereitungen auf den Final Table.

Kannst du den Moment beschreiben, als du es in die November Nine geschafft hattest? Wir haben es ja alle auf ESPN gesehen, aber wie war es aus deiner Perspektive?

Es war noch aufregender, als ich es je zu träumen gewagt hätte. Als ich bei 25 Millionen Chips war, war ich sehr zuversichtlich, dass ich es in die November Nine schaffen würde. Bei zwöf Spielern left war ich gedanklich schon unter den letzten Neun und versuchte einfach so gut zu spielen, wie ich konnte.

Als ich es an den Final Table geschafft hatte, warteten all meine Freunde schon auf mich und freuten sich mit mir. Es war sehr aufregend.

Wie hat sich dein Lauf bei dieser WSOP von deinem 14. Platz im Jahr 2009 unterschieden? Hat dir deine Erfahrung geholfen?

Ich fühlte mich diesmal definitiv sicherer und erfahrener. Ich konnte das Spiel einfach besser lesen. 2008 hatte ich eine schlechte World Series. Damals beschloss ich, meine Einstellung zu Turnieren grundsätzlich zu überdenken. Bis dahin hatte ich fast nur PLO Cash Games gespielt. Danach konzentrierte ich mich mehr auf Online-Turniere und wollte auch mein Live-Spiel verbessern.

Als du es in die November Nine geschafft hattest, haben du und deine Freunde danach gefeiert?

Ich war so müde. Nicht nur, dass ich alleine acht Tage in diesem Turnier verbracht hatte, ich hatte ja auch in diversen anderen Events schon Tage lang durchgespielt. Wir sind in meine Suite im Aria und hingen dort ein bisschen rum, gingen aber nicht mehr aus. Einige Tage später flog ich mit meiner Freundin und ein paar Freunden auf die Bahamas.

Wen wirst du zur Unterstützung nach Las Vegas mitbringen?

Es werden mich etwa 80 bis 100 Leute unterstützen. Es sollte spaßig werden, besonders, wenn ich es in die Top-3 schaffen sollte.

Du bist bereits Player of the Year. Was bedeutet dieser Titel für dich?

Es ist aufregend, gewonnen zu haben. Ich sehe mein Bild, wenn ich durch die Hallen gehe, daran werde ich mich noch Jahre lang zurück erinnern. Es ist eine nette Auszeichnung, aber wichtiger wäre mir auch das Main Event zu gewinnen.

Wäre es für dich zusätzlicher Druck gewesen, wenn du im Rennen um den Player of the Year noch Phil Hellmuth, Chris Moorman oder Shawn Buchanan abfangen hättest müssen?

Das hätte mein Spiel nicht im geringsten beeinflusst. Die Fokussierung auf die Sprünge im Preisgeld ist mir viel wichtiger als der Titel des Player of the Year. Der hat zwar auch Value, aber die ist geringer als die Sprünge am Final Table.

Man sieht es nicht oft, dass jemand nach dem ersten Tag Chipleader ist und es dann an den Final Table schafft. Willst du uns etwas darüber erzählen?

Ich hatte mit meinen Tisch-Auslosungen ziemlich viel Glück. Erst am siebenten Tag würde es etwas härter. Wenn du schlechte Spieler am Tisch hast, kannst du ganz leicht Chips machen. Ich hatte gottseidank auch immer einen großen Stack. Es sah einfach aus, aber mit ging einfach alles auf – auch Bluffs, die eigentlich nicht aufgehen hätten dürfen.

Es gab da an der Bubble zum Beispiel diese eine Hand, in der Badih Bounahra Queens foldete und Matt Giannetti Jacks hatte. Wenn ich in dieser Situation mit {k-}{9-} nicht drei-gebettet hätte, wäre Giannetti wahrscheinlich ausgeschieden, obwohl ich diese Drei-Bet nur in ca. zehn Prozent aller Fälle spiele. Es war sehr glücklich für ihn.

Wusstest du, dass Bounahra seine Damen foldete, bevor du es im Fernsehen gesehen hast?

Ich wusste es, als die November Nine feststanden. Matt kam zu mir und wir besprachen diese Hand.

Wie sieht deine Vorbereitung auf den Final Table aus?

Ich habe mir jeden Tag zahlreiche Videos reingezogen.

Wenn du es ins Heads-Up schaffen würdest: Wer wäre dein Lieblingsgegner?

Wenn ihr jetzt von mir hören wollt, wen ich für den schwächsten Spieler halte, werde ich es euch nicht verraten. Aber natürlich würde ich am liebsten gegen diesen antreten. Am nettesten von den Jungs finde ich Phil Collins und Matt [Giannetti], Anton [Makiievskyi] ist auch ein netter Typ. Gegen einen dieser drei zu spielen, wäre sicher lustig.

Was hast du mit dem Geld vor, dass du im Main Event bekommst?

Es gibt da ein ganz bestimmtes Auto. Ich hoffe, dass ich es in die Top-3 schaffe, dann lege ich mir diesem Wagen wahrscheinlich zu.

Willst du uns nicht verraten, um welches Auto es sich dabei handelt?

[Lacht] Nein, ich will es nicht verschreien. Ich zeige mich dann einfach in dem Wagen. Vielleicht kaufe ich ihn mir ja auch schon am Ruhetag zwischen den Top-9 und den Top-3.

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