Abseits des Filzes mit Joe Sebok

Joe Sebok

Off the Felt ist ein Format, in dem wir Ihre beliebtesten Personen aus der Poker-Industrie interviewen – richtig geraten – abseits des Tisches. Vor kurzem trafen wir Joe Sebok um mit ihm ein bisschen über Poker und Familiengeheimnisse zu sprechen.

Wie hast du mit Poker angefangen?

Ich bin im Alter von 27 Jahren eingestiegen, nachdem ich bei einigen Pleite gegangenen Internet-Firmen gearbeitet hatte und anschließend einige Zeit gereist war. Ich suchte nach neuen Abenteuern und es stellte sich heraus, dass Poker das Richtige ist.

Was steht als nächstes auf deinem Poker-Kalender?

Exzellente Frage! Ich konzentriere mich immer mehr auf Geschäftsfelder abseits der Tische. Aber man wird mich im Dezember sicherlich bei einigen Events im Bellagio antreffen. Ich hoffe ich kann mich dazu aufraffen, dafür nach Vegas zu fliegen.

An welchem Ort spielst du am liebsten Turniere?

Ich denke die meisten Profis lieben das Bellagio, quasi unser „Zuhause fernab unserers Zuhauses“. Daneben mag ich auch die Stopps auf den Inseln sehr: Aruba oder die Bahamas waren immer ein Hammer! Dort wurde nicht nur großartiger Poker-Sport mit traumhaften Stränden vereint, jeder geht die Turniere in dieser Atmosphäre auch viel lockerer an. Bei den Aussie Millions habe ich aber auch immer sehr viel Spaß.

Wie sehen deine Hobbies abseits von Poker aus?

Hm, da gibt es viele. Mit Laufen beschäftige ich mich abseits der Tische am häufigsten. Ich spiele aber auch Racquetball. Durch mein Leben in Los Angeles kann ich aber auch an sehr vielen Musik-Konzerten teilnehmen, was immer schon eine Passion von mir war. Ich mag einfach alles, was mir Spaß macht. Wenn mich jemand fragt, irgendetwas zu unternehmen, sage ich meistens ja.

Hast du irgendwelche verborgenen Talente?

Ich habe einige, aber wenn ich darüber sprechen würde, dann wären sie ja nicht mehr verborgen. Und ich würde euch umbringen müssen… und eure Familien. Ihr seht, das würde für uns alle nicht gut ausgehen.

Wenn man sich deine Twitter-Einträge durchliest, stellt man fest, dass du ein großer Hundefreund bist. Wer ist das kleine Kerlchen auf den Bildern?

Ich lieben Hunde schon seit ich ein Kind bin. Auf den Bildern findet sich mein neues Mädchen Bailey. Sie ist zehn Monate alt und begleitet mich über den Strand oder beim Filme schauen. Sie ist ein Australischer Treibhund und eines der intelligentesten Tiere, die ich je hatte.

Du nimmst an vielen Wohltätigkeits-Veranstaltungen teil. Welche davon liegen dir besonders am Herzen?

Mir liegen alle Gruppen, die Hilfe brauchen, am Herzen, ganz besonders aber alles was mit Kindern zu tun hat. Vergangene Woche betätigte ich mich bei einem Event von TACA, einer Gruppe die sich um autistische Kinder kümmert. Eine tolle Organisation, an der sich viel mehr Leute beteiligen sollten. Ich liebe aber auch Tiere und da ich am Strand wohne, unterstütze ich auch Jen Harmans jährliche Events und die Surfrider Foundation.

Welcher war der einprägsamste Moment in deiner Poker-Karriere?

Oh Gott, das weiß ich nicht mehr. Ich habe einige Turniersiege auf meinem Konto, aber allesamt bei Events mit 1K bis 5K Buyin. Ich habe also nie die Aufmerksamkeit oder die Preisgelder erhalten, die mit 10K-Turnieren einhergeht. Die letzten acht Jahre sind ziemlich verschwommen. Wenn ich mich aber für einen speziellen Moment entscheiden müsste, wäre es wohl mein erster Sieg als Profi. Damals gewann ich im Mirgae rund 150K.

Warst du auch in irgendwelche extravaganten Side Bets involviert?

Zu viele um hier alle aufzuzählen! Ich habe eine sehr niedrige Hemmschwelle für Idiotie. Sucht einfach bei Google und ihr findet etwas. Super-Helden-Kostüme, Tätowierungen oder Muy Thai Fighting, um nur ein paar meiner Dummheiten zu nennen.

Kannst du uns über deinen Vater Barry Greenstein ein paar Geheimnisse erzählen? Du hast ja zuletzt gesagt, du weißt genug über ihn, um darüber ein Buch zu schreiben.

Ich wünschte, ich könnte ein paar Katzen aus dem Sack lassen. Aber ich habe in der Familie geschworen, dass ich diskret bleibe. Er ist und bleibt der Beste. Es war toll zu sehen, wie er und Linda Johnson in diesem Jahr in die Poker Hall of Fame aufgenommen wurden. Ein großartiger Tag…

Würdest du lieber von Muhammad Ali Boxen oder von Wayne Gretzky Eishockey spielen lernen?

Das ist einfach: Ich bin nicht unbedingt der Typ fürs Boxen, liebe aber Eishockey. Wie könnte man auch zum größten Eishockey-Spieler aller Zeiten Nein sagen? Darüber hinaus bin ich aber auch großer Baseball-Fan und würde es lieben am Wrigley Field meiner geliebten Cubs ein paar Bälle zu schlagen und zu fangen.

Was ist die aufregendste Sache, die du je gemacht hast?

Es gibt nicht viel, was ich nicht machen würde: Sky-Diving, Klettern, eie Wanderung durch den Dschungel, Versuchen Poker von Barry Greenstein zu Lernen und, und, und. Ich nehme einfach jede Herausforderung an.

Welches Team wird eher eine World Series (Endspiel der US-Baseball-Liga, Anm.) gewinnen: Die Chicago Cubs oder die Boston Red Sox?

Ich glaube an die besser Mannschaft und das sind im Moment die Sox. Die Cubs bewegen sich in die richtige Richtung, aber viel in deren Kader liegt noch im Argen. Es wird dauern, bis daraus ein solides Team geformt wird. Boston ist bereits für den Erfolg – vor allem nach ihrer schwachen letzten Saison.

Was würdest du beruflich machen, wenn du nicht Poker spielen würdest?

Ich würde versuchen bei irgendeiner anderen Tätigkeit so viel Spaß wie möglich zu haben. Ich messe Erfolg an der Menge an Spaß, die ich in meinem Leben habe. Mit Poker ging mir alles auf, aber ich würde auch andere Tätigkeiten mit der selben Freude ausüben. Ich war noch nie mit nur einer Sache verheiratet und bin es immer noch nicht.

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