WSOPE Cannes: Schafft es Hellmuth?

Phil Hellmuth

Phil Hellmuth schaffte es wieder einmal an einen Final Table der World Series of Poker, diesmal im wunderschönen französischen Canes. Kann er Ben "Benba" Lamb im Rennen um den WSOP Player of the Year sogar noch überholen? Was ist SouthPointPoker.com? Wer ist Benny Spindler? Wer hat Roger Rabbit reingelegt?

OK, zumindest eine dieser Fragen klärt ein Animationsfilm aus dem Jahr 1988, aber der Rest wird in den dieswöchigen fünf Gedanken beantwortet.

1. Warum Cannes besser als London ist
Im Februar gab die World Series of Poker bekannt, dass die WSOPE von London nach Cannes übersiedelt. Der Poker-Boom in Frankreich setzt erst jetzt so richtig ein und BarrierePoker.fr und Caesars Interactive Entertainment wollten sich diese gelegenheit nicht entgehen lassen. Viele Experten glaubten im Vorfeld, dass diese Übersiedlung ein voller Erfolg werden würde. Vermutungen, die sich schon in der ersten Woche bestätigten.

Bislang stand der Teilnehmerrekord für ein einziges WSOPE-Turnier bei 608, erreicht 2009 in einem £1,000 Side Event. In Cannes wurde dieser Rekord rasch pulverisiert, als am Event #2 €1,090 No Limit Hold’em 771 Spieler teilnahmen. Die nackten Zahlen sind aber nicht das einzige erfreuliche am neuen Austragungsort. Milde Temperaturen und strahlender Sonnenschein, zudem ist Cannes bei weitem nicht so geschäftig wie London, wodurch die Spieler leichter anreisen können.

Der kanadische Profi Terrence Chan hat einen ausführlichen Blog über die Pros und Contras des neuen Austragungsortes verfasst. Klicken Sie sich rein!

2. Hellmuth ist auf der Jagd
Wir machen gerne unsere Witze über Phil Hellmuth. Tatsächlich haben wir gemutmaßt, dass er niemals ein Bracelet in einem Nicht-Hold’em Event gewinnen wird. Promt strafte Hellmuth uns Lügen und schaffte es in der $10,000 Seven Card Stud Hi/Lo Championship, später auch in der $50,000 Poker Player’s Championship, an den Final Table, wo er jeweils Zweiter wurde. Zwar bringt ihn seine Spieler-Natur immer wieder in Schwierigkeiten (z.B. in jedem televised Cash-Game, dass er je gespielt hat), aber seine Einstellung und Zielstrebigkeit ist unerreicht.

Nach Frankreich reiste er, um sich die Führung im Rennen um den WSOP Player of the Year von Ben “Benba” Lamb zu schnappen. Mit seinem 7. Rang im Event #1 €2,500 Six-Max No Limit Hold’em kam er diesem Ziel näher. Lamb hält bei 659.05 Punkten (759.05, wenn man die 100 Punkte dazu zählt, die er für Rang neun am Final Table des Main Events schon jetzt sicher hat), Hellmuth steht aktuell bei 755.25. Mit einem weiteren Min-Cash (5 Punkte wert) würde er Lamb überholen. Am Montag twitterte er “5 events left; I’M NOT DONE!” .

Im Event #3 €5,000 Pot-Limit Omaha steht er noch im Turnier – mit mehr als dem Average-Stack. Und obwohl auch Lamb bei der WSOPE noch das ein oder andere Mal cashen könnte, spät er Hellmuths Atem im Nacken.

3. SouthPointPoker.com könnte neue Richtung weisen
Michael Gaughan, der Eigentümer von South Point Hotel, Casino & Spa kündigte auf der Global Gaming Expo (G2E) den Launch von SouthPointPoker.com an. Am 6. Oktober startete der Client. Die Seite wurde vom Nevada Gaming Board lizenziert und will jedes Monat einen Seat im $10,000 WSOP Main Event ausspielen lassen. South Point ist zwar nur ein kleiner Pokerraum, wo allerdings schon TV-Sendungen wie Poker After Dark and High Stakes Poker gedreht wurden.

Die ersten Reviews der Software fallen zwar nicht allzu positiv aus, doch es ist ein Schritt in die richtige Richtung. South Point ist das erste „echte“ Casino, dass einen Online-Pokerroom gründet und könnte als Paradebeispiel dienen und eine Kettenreaktion auslösen.

Gaughan sprach mit PokerNews’ Chad Holloway: “Die Nevada Gaming Commission wird im Januar 2012 vermutlich mit einer Regulierung für Gambling kommen. Ich versuche also zu lernen.“
Das hört sich an, als würde sich da etwas anbahnen und Gaughan wollte nur der Erste sein. „Wenn das eintrifft, dann würden die amerikanischen Spieler endlich ein Licht am Ende des Tunnels sehen. Was wir aber wissen, ist, dass die echten Casinos zu großen Playern auf diesem Markt werden. SouthPointPoker.com wird einer davon sein.“

4. Spindler holt zweites $1 Million Cash
Benny Spindler startete als Dritter in Chips in den Final-Tag des 2011 EPT London Main Events, kämpfte am Ende aber sogar Steve O’Dwyer im Heads-Up nieder um sich £750,000 ($1,172241) und den EPT-Titel zu sichern. Für Spindler ist es bereits der zweite große Cash im Jahr 2011 (er war Zweiter im €25,000 High Roller Event beim EPT Grand Final für €316,000) und der zweite Cash von über einer Million Dollar in seiner Karriere (er war Dritter beim 2009 PokerStars Caribbean Adventure Main Event für $1,100,000). Spindler hält nun bereits bei über drei Millionen US-Dollar an Preisgeld, 2011 ist er in der Hendon Mob Money List auf Rang 15 zu finden.
Spindler hat zwar bei der WSOP nicht sonderlich aufgezeigt (er verbuchte nur drei Cashes für zusammen knapp unter $50,000). Aber der 26-jährige Deutsche ist berühmt für seine gefloppten Quads gegen Alex Gomes im 2009 PCA Main Event und seine an Justin Bieber erinnernde Frisur. Wir behalten Spindler jedenfalls im Auge.

5. Musumecis Main Event
Normalerweise ist der fünfte Gedanke für ein Video reserviert. Aber die letzte Ausgabe von Strategy With Kristy Podcast mit Amanda Musumeci war großartig. Hören Sie sich an, wie Musumeci ihre Sichtweise auf das 2011 WSOP Main Event Kristy Arnett. darlegt.

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