On YOU - Ein Artikel von Stephan Kalhamer

Stephan Kalhamer

Berlin, vorletzte Woche. Die größte Jugendmesse Europas, die YOU, hatte ihre Pforten geöffnet. Im Bereich Education mitten auf der Mindsportinsel nebst Go, Bridge oder Schach standen sie, die Pokertische der German Federation of Poker*.

Poker ist auf dem Weg! Poker verdient einen Platz in der Mitte der Gesellschaft. Zu lange ist es als Kartenspiel um Geld verkannt worden. Dabei ist es viel mehr ein Finanzspiel, das Mittels Karten ausgetragen wird. Ich sehe keinen objektiven Grund, das Spiel anders zu bewerten als zum Beispiel Monopoly.

Klar haben diese Spiele eine völlig unterschiedliche Historie. Deshalb verbindet man die vier Kanten des Monopolybretts auch mit Vater, Mutter und den Kindern, während am Rund des Pokerchips klischeehaft Sucht und Blut klebt. Das macht einfach keinen Sinn!

Jedes Spiel kann, muss aber keineswegs, um Einsätze gespielt werden. Es liegt nicht am Spiel selbst, dass Poker und hohe Einsätze miteinander verwoben sind. Poker kann sehr wohl als Wettkampf und als Denksport gesehen werden. Diejenigen, die in der Lage sind, das Spiel nachhaltig zu schlagen, verdienen auch die Anerkennung dafür. Sie treffen in hoher Taktung und unter massivem Druck weitreichende Entscheidungen unter großer Unsicherheit. Sie leben mit den unglaublichen Höhen und mit den unsäglichen Tiefen, welche aus ihren Entscheidungen resultieren. Die Meister des Spiels sind einfach tolle Entscheider, keine Zocker. Daran gibt es nichts zu rütteln.

Die German Federation of Poker stützt Gedanken wie diese seit Jahren und hat nun auf der YOU ihren offiziellen Launch hinter sich gebracht. Die Resonanz war überwältigend. Poker kommt an. Man kann und sollte offen sagen dürfen, dass man gerne pokert. Wenn ein Abteilungsleiter mal früher geht, weil er noch ne Runde golfen will, so kann er das vertreten. Das Image von Golf stärkt ihn sogar ein wenig. Geht er aber offen kommuniziert zum Pokern, so kann er aus aktueller Sicht auch gleich kündigen.

Dabei lehrt Poker so vieles: Risikoneutrales Denken, zwischen Mut und Übermut zu unterscheiden, Niederlagen und Pech zu verdauen, Glück und einen Lauf auszukosten (ohne dabei überheblich zu werden) - und so vieles mehr. Ich bin davon überzeugt, dass diese Fakten letztlich die vielen Vorurteile gegenüber dem phaszinierenden Denksport Poker überwinden werden.

Ich wünsche es uns und freue mich bereits heute auf die Dinge, die da kommen - schon bald!**

Zahler zocken – Könner kalkulieren
Stephan M. Kalhamer für

gambling-institute.de
- calculated gaming -

* Die German Federation of Poker (GFP) ist ein eingetragener Verein und dient als Kommunikationsorgan und Plattform für die sportlichen und rechtlichen Interessen der Pokervereine in Deutschland. Ziel ist die gesellschaftliche Anerkennung von Poker als Denksport. Die GFP organisiert die Austragung nationaler Ligen und Meisterschaften sowie Teilnahmen an internationalen Team- und Einzelwettbewerben. Sie bündelt die Aktivitäten von Vereinen und Clubs zu einer bundesweite Live Poker Liga. Darüber hinaus bestreitet ein GFP-Auswahlteam internationale Nationenvergleiche. Zu den Aufgaben der Organisation gehören die Förderung des Nachwuchses und der Arbeit in den einzelnen Vereinen. Des Weiteren entwickelt die GFP ein „Gütesiegel für Pokersysteme“. Als exklusives Mitglied der International Federation of Poker (IFP) vertritt die GFP seit 2009 die Denksportdisziplin Poker in Deutschland.

** Die International Federation of Poker (IFP) wird noch in diesem Jahr die ersten offiziellen Poker- Weltmeisterschaft vom 17. bis 20. November in London ins Leben rufen. Eine Landing Page mit Informationen zu den Verbänden und den bevorstehenden Events ist bereits unter http://de.pokerfed.org erreichbar. Auf einer Online Poker-Plattform werden Mitglieder in Zukunft die Möglichkeit haben, sich für offizielle Turniere, darunter auch die Europa- und Weltmeisterschaft, zu qualifizieren und an IFP-Online-Turnieren teilzunehmen. Dem Charakter des „Social Gaming“ Rechnung tragend, werden darüber hinaus auch inoffizielle Turniere von Gruppen, Marken oder Einzelpersonen möglich sein. Zur Transparenz des sportlichen Wettbewerbs trägt zudem die Abbildung offizieller Rankings auf internationaler und nationaler Ebene bei.

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