Fünf Gedanken zur vierten Woche der 2011 World Series of Poker

Ben Lamb

Einen Monat ist die World Series of Poker 2011 schon alt, die 50.000 Dollar Poker Players Championship und das Main Event stehen unmittelbar bevor! Es passiert aber auch in den Side Events noch jede Menge – von Beschimpfungen über Prop-Betting bis hin zu fliegenden Kopfhörern. Es gibt außerdem einen neuen Leader beim Player of the Year Race. Und abseits der WSOP versucht ein Kongress-Abgeordneter aus Texas zum Retter des Online-Poker zu werden.

1. Benba in höllischer Form
Ben “Benba” Lamb hat Event #42, die 10.000 Dollar Pot-Limit Omaha Championship, gewonnen, dabei 814.436 Dollar geshippt und sich damit an die Spitze des POY-Race katapultiert. Lamb belegte im Event #31, dem 3.000 Dollar Pot-Limit Omaha, Platz zwei , womit er im Race bei 486,25 Punkten hält – das sind 60 mehr als sein erster Verfolger, Phil Hellmuth. Die Registrierung für die 10.000 Dollar No-Limit Hold’em Six Handed Championship war noch offen, als Lamb am Montag Sami “larslusak” Kelopuro im Heads-Up schlug, doch Lamb wollte sich nicht einkaufen. Er änderte seine Meinung aber.

„Sie haben mich überredet, das 10k 6max im Hinblick auf meine player of the year Ambitionen doch zu spielen, wie er über Twitter bekanntgab.
Wer auch immer „sie“ waren, Lamb darf sich bedanken, denn er geht als Dritter in Chips in den zweiten Tag dank dieser Hand gegen Chris Oliver. Wenn Lamb in diesem Event min-casht, hat er bereits fix über 500 Punkte auf seinem Konto. Ein e wichtige Marke, denn diese Punktezahl kassiert der Gewinner des Main Events.

2. Men Nguyen sollte die Klappe halten
Die Übertragungen von ESPN mögen den Schluss nahe legen, dass Men “The Master” Nguyen nur ein lustiger kleiner Kerl ist, der gerne Sprüche wie “all you can eat baby” bringt. Er ist es aber nicht, vielmehr ist er ein selbsternanntes Arschloch. Seine Worte, nicht unsere!

Während einer Auseinandersetzung mit PokerStars Team Pro Vanessa Selbst bezichtigte er sie, „keine Frau zu sein“. Selbst fühlte sich schwer angegriffen und Robert Mizrachi and Matt Glantz standen ihr zur Seite, als der Floorman die Sache klären wollte. Nguyen schied wenig später aus und hatte noch ein paar letzte Worte für seinen Tisch. Glantz schritt noch einmal ein und Nguyen verabschiedete sich aus der Turnier-Area.

Nguyen ist berühmt-berüchtigt für seine Ausrutscher – besonders wenn Alkohol im Spiel ist. Im Vorjahr gab es eine Hand im Heads-Up gegen Jeffrey Papola um ein WSOP Bracelet. Nguyen verlor eine Serie von Händen und schied schließlich aus. Je kleiner sein Stack wurde, desto gehässiger wurde er selbst.

Und dann wäre da auch noch der Cheating-Skandal, über den Justin Bonomo 2008 in seinem Blogberichtete.
Nguyens Ruf als gemeine und respektlose Person eilt ihm voraus, das einzige, was er dagegen tun kann, ist den Mund zu halten. Er ist ein erfahrener Spieler und ein potenzieller Poker Hall of Famer, aber wenn er so weitermacht, wird sein Ansehen innerhalb der Poker-Community nie steigen.

3. Antonio Esfandiari sollte mehr Prop-Bets machen
Jeder weiß, dass Antonio Esfandiari auf Side-Bets steht. Von Johnny Lodden Thinks über Pushups, bis hin zu all den verrückten Dingen, die er und Phil Laak auf I Bet You angestellt haben. Esfandiari tut für alles für den gewissen Kick.

In einem der letzten 1.000 Dollar Events der WSOP, forderte er einen „Railbird“ namens Andrew Chevalier zu einer der legendärsten Prop-Bets der Geschichte auf. Für 100 Dollar musste Chevalier in die Turnier-Area laufen und Tom Dwans Kopf für zehn Sekunden berühren. Er gewann und prompt stieg Dwan mit ein und bot Chevalier weitere 100 Dollar, wenn er Freddy Deebs Kopf ebenfalls für zehn Sekunden berühren würde. Gesagt, getan!

Dwan und Esfandiari boten ihm dann eine letzte Challenge: Phil Hellmuths Schulter für zehn Sekunden zu reiben. Erledigt!

Für Chevalier wurde ein Traum wahr – und er nahm 300 Dollar mit nach Hause. Diese Art der Interaktion zwischen Zuschauern und Spielern macht Poker so großartig. Ohne offene Hole Cards ist Poker nicht wirklich ein Sport für Fans, aber wo sonst kann ein Zuschauer auf das „Spielfeld“ laufen, seine Lieblingsspieler berühren und dafür auch noch Geld kassieren?

Hätte Chevalier das im Citizen’s Bank Park, der Heimstätte des Baseball-Teams Philadelphia Phillies, gemacht, wäre er wohl getasert worden.
Dan “Jungleman12” Cates ist bislang noch keine Side-Bets eingegangen, doch unlängst ließ er einen Sitz im Main Event ausspielen. Der Gewinner war ein Grinder namens Bob “PokerGrump” Wooley aus Las Vegas.
Hut ab vor Esfandiari and Cates, die die WSOP zu einen Fan-freundlichen Ort machen. Ereignisse wie diese machen die Series zu einer speziellen und einzigartigen Erfahrung.

4. Kopfhörer sollten nicht geworfen werden
Daniel Negreanu hat den Trend gestartet, als er seine Beats By Dre Kopfhörer im Event #27, der 10,000 Dollar Limit Hold’em Championship, hinwarf. Am Montag tat es ihm Chris Oliver gleich, der seine Beats ebenfalls unsanft aufwarf, nachdem er seine Chips an Ben Lamb verloren hatte
Jeder weiß, dass Poker manchmal frustrierend sein kann – besonders im limit Hold’em, Mr. Negreanu. Aber seine Kopfhörer mitten am Turnier-Floor zu zerstören, ist doch etwas kindisch. Olivers Aktion war etwas weniger überraschend, da er noch jung ist. Doch beide Spieler sollten sich für ihre Wutausbrüche schämen. Es ist ja nicht so, dass sich die Spieler nach dem Aus die Hände schütteln und sich „Alles Gute“ wünschen sollten, aber ein bisschen könnte man sich an den Tischen schon zusammenreißen.

Oh, und das nächste Mal bevor ihr ein paar 300 Dollar Kopfhörer zerstört, gebt sie doch lieber einem Chevalier an der Rail, der sich darüber freuen würde.

5. Der Retter könnte ein konservativer Republikaner sein
Abgeordneter Joe Barton durfte am vergangenen Wochenende „Shuffle up and deal“ im Rio durchsagen. Barton stellte vor kurzem einen Gesetzesentwurf vor, der Online Poker legalisieren soll. Nicht ganz unironisch, dass ausgerechnet ein konservatives Mitglied der Republikaner mit diesem Vorschlag aufhorchen lässt. Pokerspieler sind es gewohnt Barney Frank – einen Liberalen aus den Reihen der Demokraten – zu unterstützen, aber am Ende ist es und doch eigentlich egal, wer sich für uns einsetzt. Wir wollen doch nur wieder amvirtuellen Tisch grinden.

Sarah Grant sprach mit dem Abgeordneten Barton im Video unterhalb.

Name Surname
Rich Ryan

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