Fünf Gedanken zum 2011 World Series of Poker Main Event

2011 WSOP

Das 2011 World Series of Poker Main Event ist in vollem Gange, was so viel heißt, wie dass sich der Poker-Sommer allmählich dem Ende zuneigt. Auch wenn es in den Hallen des Rio immer ruhiger und ruhiger wird, geht es mit Sicherheit bald wieder lauter zu, da sich die Spieler allmählich der Bubble nähern und es immer meer den $8.7 Millionen für Platz eins zugeht. Wir mussten uns bereits von Dutzenden von Pros und Tausenden von Spielern verabschieden, aber es sind immer noch viele bekannte Gesichter dabei. Phil Hellmuth, Ben “Benba” Lamb, Daniel Negreanu, Sebastian Ruthenberg, Peter Jetten und JP Kelly sind nur einige der berühmten Spieler, die Tag 4 in Angriff nehmen werden.

An den sieben bereits gespielten Tagen hatten wir jede Menge Zeit nachzudenken. Hier sind fünf Gedanken zur WSOP:

1. Man sollte die WSOP nie unterschätzen

Unglaubliche 6,865 Spieler registrierten sich für das 2011 WSOP Main Event, die es zum drittgrößten Turnier in der Geschichte machten. Der Sieger wird mit $8,711,956 vom Tisch aufstehen, jeder einzelne der November Nine hat zumindest $782,115 sicher. Zu Beginn des Sommers gab es – mich eingeschlossen – jede Menge Skeptiker. Aber wenn man sich ansieht, was im Rio so abging, konnte man schon erahnen, dass das Main Event großartig wird. Die Bracelet-Events zogen Rekord-Starterfelder an, die Daily Deepstacks erfreuten sich immer größerer Beliebtheit und die Cash Games wollten überhaupt nicht mehr enden. Seit Anfang Juli liefen zudem Satellites und Mega-Satellites. All das ließ schon auf ein großes Starterfeld im Main Event schließen.

Während einige die WSOP als „letzte große Feier“ in der Post-Black-Friday-Ära sehen, ist sie für mich das Testament der Poker-Popularität. Natürlich war dieser Sommer für einie Spiele der letzte Versuch. Das ist einfach zu argumentieren: Ein Jahr an WSOP Events ist von den Teilnehmern her vergleichbar mit einem einzelnen Online-Sonntag – und nun müssen sich diese Spieler ein neues Betätigungsfeld suchen. Wie auch immer, die Casual-Spieler werden auch weiter mit ihren Freunden, der Familie oder Arbeitskollegen spielen, weil Poker ein Zeitvertreib ist, der niemals aussterben wird.

Ein Dankeschön soll an dieser Stelle auch an die WSOP und alle deren Mitarbeiter gehen: Danke, dass ihr das Main Event wieder einmal zum großartigsten Turnier in der Welt gemacht habt.

2. ESPN Live-Coverage ist großartig, aber noch ausbaufähg

Im Jänner sorgte ESPN für eine Revolution, als man den Final Table des PokerStars Caribbean Adventure Main Events live übertug, sogar mit Hole Cards. Für die Zuseher war das eine ganz neue Erfahrung, alles zu sehen, was passierte. In der Vergangenheit blieben die meisten Hände ja im Schnitt-Raum der Regie hängen. Die Übertragung erlaubte den Fans auch Galen Hall bei einem der sicksten Folds aller Zeiten mit einer Stunde Verspätung live zu sehen.

An Tag 3 des Main Events begann die Live-Stream-Coverage, die bis zum Final Table laufen wird. Zusätzlich zu den beiden Feature Tables hat das Produktions-Team zwei „Satellite Tables“ installiert, auf denen die meiste Zeit zwei Kameras im Einsatz sind. Darin liegt aber ein Problem: Während das Spiel auf den Feature Tables nur bei Allins angehalten wird, muss auf den äußeren Tischen in jeder Street unterbrochen werden, damit die Kamera auch alles aufnehmen kann. Am Ende jeder Hand kommt zudem eine kleine Hand-Kamera zum Einsatz, die am Tisch platziert wird um zu zeigen, wer welche Karten hatte. Das verlangsamt das Spiel noch einmal.

Ich weiß, das sind Kleinigkeiten und Live-Coverage ist sicherlich der nächste Schritt in der Poker-Evolution. Aber Spieler sollten nicht andauernd von den Kameras abgelenkt werden. Ohne Frage ist das Filmen der Hände nach einem großen Pot essenziell, aber in einem Kampf um die Blinds verzichtbar. Mit Fortdauer des Turniers wird die Produktions-Crew aber sicherlich ein besseres Gefühl für das Treiben am Turnier-Floor bekommen. Und ich bin sicher, dass die diesjährige Übertragung durch ESPN unsere Art, beim Poker zuzusehen, für immer verändern wird.

3. Phil Hellmuth weiß etwas, was wir nicht wissen

Phil Hellmuth wird oft wegen seines Short-Stack-Plays aufgezogen. Raise-Fold mit wenger als zehn Big Blinds ist kein fremder Move für ihn, aber was erschreckend ist, dass er damit oft richtig liegt. Es gibt unzählige Situationen, in denen die meisten Spieler ohne groß nachzudenken ihren Stack in die Mitte schieben würden, nur weil die Mathematik „Call“ sagt. Aber Hellmuth als einer der besten Live-Spieler der Welt vertraut auf seine Reads und die körperlichen Tells seiner Gegner.

An Tag 3 des Main Events gab es zwei unglaubliche Folds von ihm. In der ersten Hand erhöhte er auf 5,400, mit 25,000 hinten, und bekam vom Spieler links von ihm eine Drei-Bet auf 15,400. Es wurde bis zu Hellmuth gefoldet, der nicht sofort in die Mitte schob, sondern seine Pocket-Jacks offen tank-foldete. Sein Gegner zeigte danach das Damen-Pärchen. Später legte sich Hellmuth mit Pocket-Aces von Kevin Howe an. Dieser eröffnete aus Mid-Position auf 5,500, Hellmuth bezahlte aus dem Big Blind. Am Flop {k-Clubs}{6-Diamonds}{2-Hearts} check-callte er und foldete am Turn {9-Spades}. Er zeigte {k-Spades}{q-Diamonds} mit Top-Pair, sein Gegner öffnete ebenfalls und hielt ihm {a-Hearts}{a-Clubs} unter die Nase.

Ich bin mir sicher, dass die meisten Spieler im Main Event in diesen beiden Händen broke gegangen wären – insofern sie kein Suckout geschafft hätten. Irgendwie schafft es Hellmuth immer wieder, Monster-Laydowns zu machen und auf eine heiße Phase zu warten, in der er dann seinen Lauf im Main Event hinlegt.

4. Friss meine Shorts!

Sam Simon, der Produzent der Simpsons zeigte an den ersten drei Tagen des Main Events unglaubliches Poker. Tag 4 nimmt er mit 509,000 Chips in Angriff – einiges über Average. Im Gegensatz zu Brad Garrett, Ray Romano und Jason Alexander, die permanent für Unterhaltung an den Tischen sorgen, verzichtet Simon darauf, eine große Show abzuziehen. Das heißt aber nicht, dass er sich nicht rührt – er scherzt und lacht am Tisch wie jeder andere Spieler auch.

Simon wäre ein großartiger Main Event Champon. Er vereint den Traum eines Amateurs vom ganz großen Wurf mit einem bekannten Gesicht. Das sorgt für eine lustige und spannende Storyline. Ob Simon ein guter Poker-Botschafter wäre oder nicht (oder ob er das überhaupt will), sei dahingestellt. Aber sollte er es in die November Nine schaffen, würde das zigtausende Zuseher interessieren und sie hätten einen Grund die Action am Final Table zu verfolgen.

Simons beste Endplatzierung im Main Event ist ein 329. Platz aus dem Jahr 2007. Wir werden sehen, ob er das in den nächsten Tagen noch toppen kann.

5. Brett Richey legt los

Brett Richey schrieb einen PokerNews-Rap und nahm ein Musik-Video mit der hübschen Kristy Arnett auf. Wir denken es wird Ihnen gefallen.

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Name Surname
Rich Ryan

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