Die zweite Woche der 2011 World Series of Poker

Hellmuth, Juanda

Die World Series of Poker 2011 ist jetzt schon wieder zwei Wochen alt und in den letzten vierzehn Tagen wurden 22 Bracelets an 22 verschiedene Spieler verteilt. Allein in der letzten Woche wurden zehn Events abgehalten. So auch zwei Championship Events; Event #11 $10,000 Omaha Hi-Low Split-8 or Better und Event #16 $10,000 2-7 Draw Lowball. In letzterem verweigerte John Juanda Phil Hellmuth dessen zwölftes WSOP Bracelet, dadurch kommen wir zu unserem ersten von füf Gedanken über die zweite Woche der WSOP 2011.

1. John Juanda ist ein Monster

Obwohl er das Headsup gegen Phil Hellmuth als 3:1 Underdog begonnen hatte, war John Juanda in der Lage, sich seinen Weg zum Chiplead zu ergrinden und den selbst-erklärten Poker Brat auszuknocken. In der letzten Hand fand Hellmuth Dame-Zehn und Juanda hatte nur eine Live-Card dagegen, nämlich einen Buben und machte sein Jack-Low auf {j-}{8-}{6-}{3-}{2-}.

Jetzt sind natürlich wieder alle Blicke aufPhil Hellmuth gerichtet, weil das sein zwölftes Bracelet hätte sein können (und sein erstes Nicht-Hold’em Bracelet), aber Juanda verdient viel Anerkennung. Er hat seinen 56. WSOP Cash erreicht, saß zum 27. Mal an einem WSOP-Final Table und hat sein fünftes WSOP Gold Bracelet durch seinen Sieg in Event #16 abgestaubt. Nicht zu vergessen, dass Juanda den guten Hellmuth im Headsup ziemlich deklassiert hatte – Der anfänglichen Chip-Rückstand lag im Verlauf des Spiels immer bei Hellmuth.

“Wer sich die Partie zwischen Juanda und Hellmuth angesehen hat, wird mir zustimmen, dass es zu keinem Zeitpunkt ein fairer Kampf war.” Daniel Negreanu tweetete während des Match “Sollte PH [Phil Hellmuth] das hier noch gewinnen können, dann wäre ich beeindruckt und schockiert zugleich.“

Aber es gab keinen Poker-Schock für Negreanu, da Juanda, einer der besten Deuce-to-seven Lowball Spieler weltweit, Hellmuth klar dominiert und das Bracelet gewann.

2. Phil Hellmuth wird nie ein Nicht-Hold’em Bracelet gewinnen

Phil Hellmuth ist definitive sachkunding in Mixed Games; das war schon sein 17. Nicht-Hold’em Final Table Auftritt bei der WSOP, und sein Dritter im Deuce-to-seven Lowball. Wie auch immer, ein Spiel zu beherrschen und darin ein Meister zu sein, sind zwei Paar Schuhe. Und wenn Hellmuth ein Bracelet gewinnen möchte in einem Nicht-Hold’em Event, dann muss er in einer zweiten Variante ein Meister werden. Die Mixed Games sind schwieriger zu schlagen, weil es in diesen Varianten mehr solide Spieler gibt. Sogar wenn Hellmuth es schafft, ein kleineres, 100-Spieler starkes Feld in einem Mixed Event zu schlagen, wird er kaum immer der beste Spieler am Finaltisch sein. Das Event #16 war ein gutes Beispiel dafür.

Wir wollen Hellmuth damit nicht schlecht reden, er ist einer der wichtigsten Pro’s in diesem Spiel – besonders nach dem Black Friday – und wenn er Erfolg hat, dann ist die Pokerindustrie begeistert. Ich glaube einfach nur, dass seine Fähigkeiten in den Mixed Games den Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Und dass er einen weiten Weg gehen muss, wenn konkurrenzfähig sein will, um endlich ein Nicht-Hold’em Bracelet zu gewinnen.

3. Verbote funktionieren nie

1919 bestätigten die Vereinigten Staaten die 18.Verfassungsänderung, die es den Bürgern verbot, Alkohol herzustellen, zu verkaufen, zu transportieren oder gar selbst zu konsumieren. Dies führte zu billigen Kneipen, Alkoholschmuggel und organisiertem Verbrechen. Und die Regierung war allseits unbeliebt geworden. Dankenderweise wurde dieses Verbot 1933 mit der 21. Verfassung wieder aufgehoben und es konnte legal mit Alkohol gehandelt werden.

Hier bei der WSOP hatten wir auch ein Problem mit solchen Verboten. Ursprünglich war es den Zuschauern des ESPN Main Feature Table (Der sogenannte “Thunderdome”) nicht gestattet, Essen und Trinken zum Zusehen mit hineinzunehmen. Das war natürlich nicht wirkungsvoll, da jedermann weiss, dass jeder gute Rail auch gut gepflegt und „geölt“ werden muss mit ausreichend Getränken, natürlich auch den alkoholischen, ausgestattet werden. Ich verstehe, dass der Produzent Mori Eskandani besorgt ist, dass seine sehr teure und aufwändig ausgearbeitete Bühne von betrunkenen Zwanzigjährigen zerstört werden könnte. Aber wenn er gutes Fernsehen veranstalten möchte, dann muss er den Rails etwas Spass erlauben.

Dankenderweise erhob im Event #16 der Vizepräsident des Caesars Interactive Entertainment Ty Stewart sein eigenes Bier in die Luft, bevor das Verbot von Essen und Trinken aufgehoben wurde. Das hat höchste Bedeutung für das Drumherum rund um den Finaltisch. Erstklassig von Stewart und Eskandani, das war auf jeden Fall die richtige Entscheidung.

4. Wird es Patrik Antonius mit Djokovic aufnehmen?

Patrik Antonius hatte Brandon Adams am vergangenen Wochenende in deren eigenem allseits erwartetem High-Stakes Tennis Match mit 6-0 und 6-1 abgeschossen. Adams kämpfte zwar hart, aber Antonius war einfach zu gut und gewann somit die $30,000 von Adams für diesen Sieg.

“Das Match an sich war das Schlimmste, was mir jemals passiert ist” erzählte uns Adams im PokerNews Podcast. “Ich war so schwer enttäuscht.”

Gibt es etwas, worin Antonius nicht gut ist? Er ist ein Hai im Turnier, ein Ass auf dem Sand und verdammt gut aussehender Mann – Aber man darf natürlich nicht vergessen, dass er mit der atemberaubend hübschen Maya Geller verheiratet ist. Es kommt zu dem Punkt, wo ich mich selbst wieder finde, wie neidisch auf Antonius werde, weil er in so vielen Bereichen einfach so gut ist. Adams hatte uns informiert, dass er mit dem finnischen Archetypen noch ein Rematch aufnehmen wolle und wenn sie das machen sollten, werde ich auf jeden Fall ganz vorne mit dabeisein.

5. Auf gehts, Sam Grizzle!

Unsere Sarah Grant machte eines der großartigsten Interviews aller Zeiten mit dem einmaligen, einzigartigen Sam Grizzle. Versprochen, er wird noch ein paar weitere gute Runs erleben und wir werden noch mehr von ihm hören.

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Name Surname
Chad Holloway

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