PokerNews Interview mit Hermann Pascha

Hermann Pascha und Marlus Golser

Er kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel über die deutschsprachige Pokerwelt. Die Rede ist von Hermann Pascha, dessen Auftritt bei den German Highrollers auf Sport1 die Pokerfreunde begeisterte. Sein aggressiver Spielstil und seine Fähigkeit die Runde im Alleingang mit Geschichten und Anekdoten aus seinem abwechslungsreichen Leben zu unterhalten machten die letzte Staffel der Highrollers zu einem TV-Poker Highlight.

PokerNews hat mit dem Tausendsassa ein Interview geführt.

Seit wann spielen sie Poker?


Begeistert seit rund drei Jahren.

Wie sind sie zum Poker-Spiel gekommen?


Wie man zu allen Spielen kommt. Ich habe schon immer gezockt und eben irgendwann auch mal gepokert. In Las Vegas hat mich dann das Pokerfieber gepackt.

Ist ihr Poker-Interesse noch aus einer Zeit, in der Erotik-Gewerbe und Poker-Partien noch irgendwie miteinander verwoben waren: die coolen Jungs im Hinterzimmer? ;-)
Sie meinen, ich brauche das Coole-Junge-Image? Dafür bin ich wohl eindeutig zu alt. Wohingegen ich für jene Zeit, die Sie hier anführen, wiederum zu jung bin.

Markus Golser hat sie zu den High Rollers gebracht, wie war das?
Er hat mich gefragt, ich habe zugesagt.

Hätten sie sich so einen Erfolg bzw. so eine große Resonanz auf ihren Auftritt erwartet?
Nun, ich wurde bereits durch unsere Pascha-Geld-zurück-Garantie zu allen großen Fernsehshows – von Stern TV über „Die Reporter“ bis hin zu Arabella und Co – eingeladen und hatte darauf große Resonanz. Der einzige Unterschied war, dass ich vielleicht nicht damit gerechnet habe, dass sich die Sendung auf DSF so viele Menschen ansehen.

Welche Poker-Variante spielen sie am liebsten?
Pot Limit Omaha, gefolgt von Texas Holdem.

Warum Pot Limit Omaha?
Weil es hier einfach mehr Möglichkeiten gibt, es mehr Phantasie verlangt.

Sind sie ein ungeduldiger Mensch?
Jein. Kommt darauf an, um was es geht. Geschäftlich bin ich absolut in der Lage, sowohl mittel- als auch langfristige Ziele geduldig zu verfolgen. Ungeduldig werde ich nur, wenn ich mich langweile, Dinge grundlos lange dauern oder für mich uninteressante Spieler am Tisch sitzen.

Warum sind ihnen Cash-Games lieber als Turniere?


Für Turniere fehlt mir der dafür notwendige lange Atem. Ich liebe die permanente Herausforderung, die Spannung. Beim Turnier kommt es am ersten Tag vor allem darauf an zu überleben. Ich will aber richtig leben. Und dafür ist das Cash-Game einfach ideal. Zudem ist Turnierpoker für mich ein bisserl zu ernst und so was wie „Poker nach Lehrbuch“ – ich spiele halt lieber nach Bauchgefühl.

Warum machen sie keinen Urlaub?
Weil ich meine Interessen 365 Tage im Jahr lebe und ich meine Tätigkeiten liebe. Ich arbeite einfach gerne und suche mir nach wie vor immer wieder neue Herausforderungen, denen ich mich mit vollem Einsatz widme.

Was muss man für ein Typ sein, ihrer Meinung nach, um Urlaub zu machen?
Einer, der seine Work-Life-Balance nicht im Griff hat oder der das, was er tut, nicht wirklich gerne macht.

Als was für einen Typ Mensch würden sie sich bezeichnen?
Umformuliert also „Was für ein Typ Mensch bist du?“ – eine Frage, wie sie sich besser für einen dieser Pseudo-Psychotests diverser Frauenzeitschriften eignen würde. Aber gut. Mein Selbstbild entspricht dem eines Paschas, wobei ich einräumen muss, dass sich kaum jemand getraut, mir ehrliches Feedback für eine etwaige Korrektur zu geben, es sich also um Selbstwahrnehmung in Reinkultur handelt. Aber es beinhaltet zumindest, dass ich den damit verbundenen Ehrenkodex, zu leben versuche.

Ist ihr Ziel einfach nur Spaß beim Spielen zu haben, oder sehen sie sich schon als ein ernsthafter Spieler?
Um ein ernsthafter Spieler zu sein, muss man Spaß am Poker haben.

Wenn es nur um den „Spaß“ ginge, würde es ihnen dann egal sein zu verlieren?
Erstens: Es geht nur um Spaß. Ginge es um etwas anderes, würde ich das Pokerspiel anders angehen. Aber prinzipiell: Ich verliere auch nicht gerne zum Spaß.

Ist es ihnen gleich ob sie verlieren oder gewinnen?
Ich habe zwar ein looses Spiel, aber ich bin kein Looser.

Was ist ihr Ziel als Pokerspieler?
Weiterhin viele angenehme Stunden mit interessanten Mitspielern zu verbringen.

Warum spielen sie nicht gerne gegen Frauen Poker?
Das haben Sie missverstanden. Ich spiele nicht nur nicht gerne, sondern gar nicht gegen Frauen. Mal ehrlich: Welcher Mann spielt schon freiwillig Poker mit Frauen. Das ist wie beim Golf. Nur damit die wöchentlichen zwei Minuten ehelicher Pflichten von der Auserwählten auch eingehalten werden, quälen sich die Männer am Sonntag stundenlang mit ihren Frauen über den Platz beziehungsweise setzen sich halt ab und an hin und machen gute Miene zu einem langweiligen Pokerspiel. Zwar auch eine Variante, um ein Pokerface zu zeigen, aber das habe ich nicht nötig.

Zum EPT Snowfest: Ihr erster großer Turnier-Event. Wie ist das Resumée?
Dass ich bereits bei sehr vielen Veranstaltungen – von Fernsehgalas bis hin zu First-Class-Golfturnieren – eingeladen war, aber nirgendwo ein so tolles Publikum angetroffen habe. Dieses an den Tag gelegte Fairplay und der top Umgang untereinander haben mich ebenso tief beeindruckt wie die perfekte Organisation.

Sie haben an Tag 1b einen ziemlichen Lauf gehabt, aber kurz vor Ende des Tages dann viel verloren, was ist passiert?
Meine Ungeduld hat mir, wie erwartet - wenn auch später als gedacht - einen Strich durch die Rechnung gemacht. Habe im Prinzip dann am zweiten Tag auch so aufgehört, wie ich angefangen habe: All in... – aber das, nachdem ich am Tag 1B immerhin der erste war, der die 100.000 Chips durchbrach und sogar einen George Danzer vom Tisch genommen habe.

Haben sie sich Zeit für Cash-Game Action im Rahmen des EPT Events genommen?
Natürlich – das war sozusagen das „That's what I came for“.

Wollen sie in Zukunft mehr große Poker-Events spielen oder war das ein einmaliger Ausflug?
Einmalig fein war es allemal. Aber meine Turnierteilnahme wird sich auch künftig in Grenzen halten. Zudem gibt es ja große Poker-Events, die nicht Turniercharakter haben.

Wo spielen sie am liebsten Poker?
Überall dort, wo die richtigen Leute zusammen kommen.

Wir danken für das Interview!

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