Poker Backstage - Rino Mathis

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Seit fast 20 Jahren ist er in der Poker-Szene unterwegs – Seit fast 20 Jahren ist er in der Poker-Szene unterwegs – Rino Mathis. Seit der Legalisierung im Jahr 2007, also der Regelung, dass Poker auch außerhalb von staatlichen Spielbanken gespielt werden darf, setzt sich der Schweizer vor allem für das Image von Poker ein. Als „Poker-Botschafter“ wird er gern bezeichnet, die Medien reißen sich um ihn. Mit der Organisation der Swiss Poker Master Tour ist ihm ein weiterer Schritt in der Etablierung von Poker geglückt. PokerNews hat mit dem Genussmenschen Mathis gesprochen und einen Blick „Backstage“ geworfen.

Was hat sich seit der Legalisierung 2007 in der Schweiz verändert?

Es gibt einen unglaublichen Boom bei den Spielern, vor allem den jungen Spielern. Aber ich denke das ist vielerorts ähnlich.

Das Image von Poker ist dir wichtig, wie versuchst du das zu beeinflussen?

Also erstmal mach ich’s vor allem deshalb, weil’s vor mir in der Schweiz niemand anderer gemacht hat. Keiner hat sich öffentlich hergestellt und für Poker gesprochen. Ich war der erste der Poker auch versteuert hat um es auch so salonfähiger zu machen. Ich will’s einfach in die Stuben bringen. Weil Poker ist nichts böses auch wenn um Geld gespielt wird, kann man sehr viel Spaß dabei haben .

Was ist die MaTa AG – du bist seit diesem Jahr Geschäftsführer.

Ja, seit diesem Jahr bin ich Geschäftsführer MaTa AG. Gemeinsam mit Cem Tasalan hab ich dieses Unternehmen gegründet. Alle Pokerprojekte wie PokerAction.info, das Swiss Poker Ranking, oder aber auch Events, wenn eine Firma was machen will, laufen über diese Firma. Ein Dach wo wir das ganze geschäftlich sauber über die Bühne bringen. Es ist immer besser als AG in der Schweiz, als wenn man als einzelne Person auftritt, auch rechtlich gesehen.

Welches Image hat denn Poker derzeit in der Schweiz?

Naja, schön langsam trauen sich die Leute in die Öffentlichkeit. Zum Beispiel Michael "RichieRichZH" Friedrich – er ist der Sunday-Million-Sieger und hat mit € 1,14 Millionen eines der größten Preisgelder abgeräumt. Er hat sich bereit erklärt das öffentlich zu machen. Das ist gut. Der Stellenwert von Poker ist konstant steigend, es gibt auch nichts mehr Anrüchiges.

Du liebst neben Poker auch kochen, Wein und Squash – braucht ein Pokerspieler starke Hobbies als Ausgleich?

Oh ja, man braucht einen riesengroßen Ausgleich. Am wichtigsten für den Spieler ist das Umfeld. Wenn man jung ist geht’s – mit Turnieren, Cash-Games und so das geht noch, das kann man einfach so durchziehen. Aber ich mach’s schließlich schon 20 Jahre, da braucht man Abwechslung, nur nonstop im Kopf pokertechnisch beschäftigt zu sein da drehst du durch. Auch körperlich gesehen – die Basismuskulatur fürs Sitzen ist wichtig…sonst kriegt man schnell Haltungsschäden, man schadet seinem Körper wenn man nur sitzt. Und ich bin ein Genussmensch – Wein und Essen. Ich koche gerne und lade Freunde ein, dann zelebrieren wir das richtig.

Der Vorteil von Privateinladungen ist auch, dass es keine Sperrstunde gibt, oder? Bist der Gastgeber letztlich alle hinauswirft ;-)

Ja, aber der Gastgeber hält in meinem Fall lange durch, da gibt’s keine Sperrstunde (lacht).

Spielst du momentan mehr Poker bist du mehr in Sachen Poker-Botschafter unterwegs?

Aktuell mach ich mehr Sachen im Bezug auf die MaTa AG – sicher auch die Swiss Poker Master Tour und dann der Schluss-Event die „Swiss Poker Masters“ Woche. Das wird ein Riesenturnier von 13.-21. August. Insgesamt findet die Tour ja an vier Stationen statt, Zürich ist dann die Letzte mit dem Finale. Letztes Jahr hatten wir bereits 5,000 Turniertickets verkauft, dieses Jahr wird es sicher noch größer. Eigentlich könnte man diesen Event als Schweizer Meisterschaft sehen.

Wie läufts mit dem Swiss Ranking?

Da hatten wir letztes Jahr über 3,000 gewertete Events. In der Schweiz gibt es viele Clubs und Anbieter und da gibt es aber auch momentan eine Art von „Gesundschrumpfung“. Einige sind raus aus dem Ranking, einige dazu. Jetzt haben wir gerade wieder ein-zwei Neue dazu genommen. Das wichtigste ist die Qualität. Die Kriterien sind streng, vielleicht zu streng aber besser so als umgekehrt. z.B. muss der Veranstalter eigen gebrandete Chips haben, nur gedealte Turniere sind zulässig (kein self-dealing), man muss einen Floorman stellen und nach internationalen Turnier-Richtlinien spielen. Auch publizieren wir keine Nicknames im Ranking, nur die die ihre Namen auch bekanntgeben wollen, kommen ins Ranking rein. Letztes Jahr hatten wir für 85,000 Franken Sieger-Packages für die WSOP, WPT, uvm rausgegeben. Die Leute wollen sich messen – Geld und Rankings sind sehr populär. Ich selbst hatte 2007 das Ranking gewonnen, weil ich eine Neben-Wette abgeschlossen hatte – das motiviert schon. Die Formel vom Swiss Ranking ist fair – es wird alles berücksichtig – mit einer Formel. Die steht auch auf PokerAction.info.

PokerStars und MaTa AG wie geht das zusammen?

Die Tour mach ich z.B. gemeinsam mit PokerStars. Die Swiss Poker Master Tour. Bei PokerStars bin ich nicht nur der Poker-Spieler, sondern auch Botschafter für die Schweiz. Die Schweiz ist unübersichtlich auch wegen der Dreisprachigkeit, ich versuche da Übersicht rein zu bringen. Da lässt mir PokerStars freie Hand und vertraut meiner Erfahrung.

Apropos PokerStars du bist seit 2009 Poker-Profi im Team PokerStars – was hat sich damit geändert?

Ich hab einen super Geschäftspartner bekommen, dass ich die Projekte realisieren kann, die ich machen will - wie die Tour oder die Masters und auch das Swiss Ranking. Die hatte ich mit Full Tilt nicht, jetzt hab ich die Möglichkeit. Das ist sicher der größte Punkt. Vor allem denke ich ist PokerStars im deutschsprachigen Raum stärker akzeptiert als Full Tilt. Mir macht es einfach nur Spaß.

Was ist für 2010 noch alles geplant?

Jetzt mal die Tour bis Ende August und das Finale. Ende des Jahres wird es dann mit der neuen Tour weitergehen. Im Juni werde ich dann auch noch die WSOP machen, obwohl ich mit Amerika nichts anfangen kann – das einzig Gute sind die Restaurants und das Shopping dort (lacht). Ich liebe eben die Gemütlichkeit, so wie bei den Casinos Austria Events, die sind übersichtlich und haben Stil. Allein in Sachen Kleidung und Hygiene. In den USA ist kein Stil, da kommen die Leute auch schon mal in Trainingsanzügen, ungewaschen und mit Pizzaschachteln zum Turnier. Auch mit der Mentalität der Amerikaner komm ich nicht zurecht. Außerdem zahle ich bei einem Gewinn als Schweizer 30% Steuern, die werden direkt abgezogen, da spielt man dann fast nur mehr um die Ehre…"

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