Interview mit EPT Deauville Champion Jake Cody

jake cody

Letzten Monat sorgte Jake Cody aus Rochdale in der englischen Pokerszene für Aufregung, als er das PokerStars European Poker Tour Event in Deauville gewann und sich ein Preisgeld in Höhe von $847.000 sicherte. Er gehört bereits zu den Top 20 der europäischen Spieler und ist momentan in aller Munde. Wir trafen den neuen Poker Star und sprachen mit ihm unter anderem darüber, wie er zum Pokern kam.

PokerNews: Herzlichen Glückwunsch Jake, wie kamst Du zum Pokerspielen?

Jake Cody: Ich erlernte das Spiel mit Matt Perrins (welcher vor kurzem ein Event der Italian Poker Tour gewonnen hat), als ich so 15 oder 16 Jahre alt war, spielten wir in einem örtlichen Kneipen-Pool- Billard-Team und haben nach jedem Ligaspiel Poker gespielt, meistens £5 Games. Schon kurz danach spielten wir fast jeden Tag Live Heads-Up und fingen an Online zu spielen. Meine Jahre zwischen dem 16. und 21. Lebensjahr hatte ich komplett dem Pokern gewidmet. Zu Beginn habe ich eine Menge Bücher gelesen und die Foren studiert, aber die größten Fortschritte habe ich gemacht, als ich anfing meine Hände zusammen mit anderen Spielern zu analysieren und anfing mir meine Spielweise auch aus anderen Perspektiven zu betrachten. Die Erfahrungen, welche man dadurch macht, sind einfach unbezahlbar. Die Spieler, welche mir am meisten geholfen haben, waren definitiv Matt 'pez102' Perrins and Tom 7tHEcROw7 Macdonald. Ich habe in den letzten Jahren mit diesen Spielern sehr viel Zeit verbracht und habe dadurch große Fortschritte gemacht.

PN: Bist Du ein Pro?

JC:

Es gab keinen fest definierten Zeitpunkt, ab welchem ich sagte:” Ok, ich bin ein Poker Pro”. Es hat sich einfach so entwickelt. Ich ging immer seltener ins College und spielte immer mehr Poker. Letztendlich hatte ich dann gar keine Lust mehr zum College zu gehen, wenn ich mir so überlegte, welche Summen ich in der Nacht zuvor gewonnen hatte. Ich denke, dass ich nun seit ca. 2,5 Jahren Poker spiele, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

PN: Wie ist Dein normales Online Game?

JC: Meine favorisierten Games sind die Heads-Up Cash Games, vor einigen Jahren habe ich angefangen diese Games täglich zu grinden und benutzte die Gewinne, um mich bei Turnieren einzukaufen. Ich erinnere mich daran, dass ich ein $24 Turnier gewonnen hatte (Preisgeld $6.000) und danach angefangen habe mehr zu spielen und gleichzeitig mehr Bücher zu lesen, in Foren zu recherchieren usw. um mein Spiel zu verbessern. Heute spiele ich viele Medium und High-Stakes MTT's, aber ich spiele auch ab und an noch ein wenig Heads-Up. Mit Cash-Games kann man langfristig konstanter Geld gewinnen, aber Turniere machen einfach mehr Spaß.

PN: Wir wissen ja, dass Du aktuell sehr gut bei Online Turnieren abgeschnitten hast, hat Dir diese Tatsache dabei geholfen dieses Event zu gewinnen?

JC: Sicherlich, ich habe im letzten Jahr bei einigen großen Events gut abgeschnitten und deshalb war es umso besser, dass es bei einem Event nun mal so richtig gut lief, im speziellen, wenn es sich um so ein prestigeträchtiges Event wie das 1K 6Max FTOPS handelt. Gut in einem großen Event abzuschneiden bringt auf jeden Fall eine Menge Zuversicht und Selbstvertrauen.

PN: Was hat Dich dazu bewegt, in diesem EPT Event zu spielen?

JC: Ich kam gerade von der PCA auf den Bahamas zurück, wo es für mich sehr schlecht gelaufen war. Ich war frustriert im Bezug auf Live Poker und fragte mich selbst, warum ich so schlecht abgeschnitten hatte. Ich war immer der Meinung einen gewissen Edge zu haben ohne allerdings davon auszugehen, dass ich jedes Event gewinnen müsste und mir war mein völliges Versagen einfach unerklärlich. Matt Perrins und Nicky Evans legten mir nahe es mal beim Main Event und bei einigen Side Events zu versuchen, da der Standard dort nicht zu hoch ist und falls es schiefgehen sollte, könnte ich dann immer noch einige Monate Online grinden.

PN: Wie lief das Event vor dem Final Table? Ware Ihre Gegner spielstark?

JC: Um ehrlich zu sein, die ersten Tage waren recht einfach. Das Teilnehmerfeld setzte sich aus einer Handvoll Online Spieler, einer Handvoll Live Spieler und etlichen französischen Spielern (welche den Pot mit 10x BB eröffneten) zusammen. Als noch 4 Spieltische übrig waren, gab es an jedem Tisch schwierige Gegner und es schien so, als wären alle Freizeitspieler ausgeschieden. Die EPT Turnierstruktur ist einfach hervorragend, die beste Turnierstruktur welche ich jemals gespielt habe.

PN: Eastgate und McDonald saßen ebenfalls am Final Table, hat Dich das eingeschüchtert?

JC: Ich war mit meinem Platz am Final Table sehr zufrieden und beide Spieler saßen immer zu meiner Rechten, wenn ich gegen sie spielte. Es wäre um einiges schwieriger gewesen, wenn es umgekehrt gewesen wäre. Ich habe großen Respekt vor den beiden Spielern und ihrem Spielstil, die beiden Spieler gehören sicherlich zu den besten Spielern dieser Welt, aber ich war definitiv nicht eingeschüchtert. Ich habe die Auseinandersetzung nicht gescheut und angefangen die beiden mit 3-Bets zu attackieren und die beiden haben mitgespielt, mir war bewusst, dass auch so gute Spieler keine Gedanken lesen können und deswegen hatte ich ein gutes Gefühl.

PN: Wie fühlt es sich an ein EPT Champ zu sein?

JC: Es ist nun eine Weile her, aber es fühlt sich immer noch wie ein Traum an. Ich habe noch gar nicht über das Preisgeld nachgedacht, ich kann mir nicht vorstellen, dass ich so eine Summe auf meinem Bankkonto habe. Es ist einfach unglaublich und die Anteilnahme ist einfach sensationell, ich möchte meiner Familie und meinen Freunden für die Unterstützung danken. Es war ein langer Weg welchen ich gegangen bin und ich war oft kurz davor aufzugeben.

PN: Was machst Du als nächstes? Was planst Du für das Jahr 2010?

JC: Bald startet die UKIPT in Manchester, darauf freue ich mich besonders, da es meine Heimatstadt ist. Ich möchte in diesem Jahr als Live Pro spielen und soviele Turniere spielen, dass ich immer was zu tun habe.

PN: Wie fühlt es sich an 21 Jahre alt zu sein und $ 800K auf der Bank zu haben? Hast Du das Geld schon verplant?

JC: Keine Ahnung! Es denke immer noch ich würde träumen, aber eins ist sicher, das Geld wird mich nicht verändern. Keine Ahnung, was ich mit dem Geld machen werde, ich werde mir allerdings diese Woche ein paar Häuser ansehen und könnte mir vorstellen, mir einen R8 zuzulegen.

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