PokerNews Meinung des Autors: Top 10 der Bücher, welche mein Pokerspiel verbessert haben

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Lesen ist der Pfad zur Weisheit. Egal ob im Bezug auf Poker oder das normale Leben. Man muss regelmäßig lesen und wiederholen, um den Pokerskill immer wieder zu verbessern. Ich rede hier nicht nur von Pokerbüchern. Es ist immer gut, über ein umfassendes Wissen zu verfügen, man muss halt nur den ersten Schritt machen, ein Buch in die Hand nehmen, es öffnen und mit dem Lesen beginnen.

Ein Freund von mir hat vor kurzem mit dem Pokern angefangen. Er fragte mich, ob ich ihm einige Tipps geben könnte und ich entschied mich dafür ihm 10 Bücher aus meiner persönlichen Bibliothek zu leihen, welche meine Entwicklung als Pokerspieler maßgeblich beeinflusst haben. Fünf davon beschäftigen sich direkt mit Strategie und halfen mir dabei besser Poker zu spielen. Die meisten dieser Pokerbücher gehören zu der Standardausstattung jedes seriösen Pokerspielers. Die anderen 5 Bücher haben nichts mit Pokerstrategie zu tun. Aber die Themen und die Charaktere haben mich inspiriert, da ich in der Lage war mir daraus Informationen zu extrahieren und diese sinnvoll bei meinem Pokerspiel einsetzen konnte.

Hier sind sie also, die 10 Bücher, welche mich als Pokerspieler besonders beeinflusst haben.

1. Super System. Das Werk aus dem Jahr 1979, geschrieben von Doyle Brunson, ist natürlich die erste Wahl. Brunson legte den Grundstein für “Power Poker“, ein Spielstil, welcher das No-Limit Texas Holdem revolutionieren sollte. Er involvierte sogar noch seine besten Freunde (Chip Reese, Bobby Baldwin, Mike Caro und David Sklansky), welche dann ihre Geheimnisse im Bezug auf andere Game-Varianten mit den Lesern teilten.

Die Kapitel, welche von Reese geschrieben wurden, sind die ultimativen Kapitel im Bezug auf die Stud Poker Strategie. Beide, “Super System” und die lange erwartete Fortsetzung “Super System 2” kann man in den Bücherregalen von fast jedem Pokerspieler dieser Welt finden.

Die Auswirkungen von Brunson’s Weisheiten waren immens. Seine Werke wurden in über ein Dutzend verschiedene Sprachen übersetzt. Kein Wunder “Super System“ ist ja auch sozusagen die “heilige Schrift“ der Pokerspieler. Brunson’s Rhetorik veränderte die Art und Weise wie zukünftige Generationen zu dem Thema Poker stehen.

2. Harrington on Hold’em (Vol. I und Vol II). Mir war nie aufgefallen, was für ein schlechter Turnierspieler ich bin, bis ich “Harrington on Hold’em” las, ein Buch geschrieben von dem ehemaligen WSOP Main Event Champion Dan Harrington.

Zwei Bücher von Harrington, welche mein Turnierspiel beeinflussten, wurden damals zur gleichen Zeit veröffentlicht, als ich anfing ernsthaft MTTs zu spielen. Das erste Buch war “Strategic Play” und beschäftigte sich damit, wie man einen Stack bei einem Turnier aufbaut. Das zweite Buch “End Game”, war das erste Buch, in welchem das M-Konzept (erfunden von Paul Magriel) vorgestellt wurde. Das M-Konzept beschäftigt sich damit, wie man Hände im Bezug auf den Stack-Size und die Blinds spielen sollte. Harrington schrieb in diesem Buch auch sehr ausführlich über das Short-Handed Spiel hin bis zum Heads-Up Match. Ich habe seinen Techniken aus “End Game” nicht nur auf MTT’s angewendet, sondern auch bei SNG’s zum Einsatz gebracht.

3. The Poker Mindset. In diesem Buch wird nicht auf die Nuts und nicht die üblichen Pokerstrategien, eingegangen; dieses Buch beschäftigt sich vielmehr mit der geistigen Einstellung, welche man haben muss, um beim Pokern erfolgreich zu sein. Dieses essenzielle Pokerbuch, geschrieben von Ian Taylor und Matthew Hilger, eignet sich hervorragend für erfahrene Spieler, welche nicht in der Lage sind ihre Emotionen zu kontrollieren.

Einfach gesagt, Pokerspieler sind auch nur Menschen und spielen nur selten unter perfekten Rahmenbedingungen. Das Buch „The Poker Mindset” beschäftigt sich mit den Tiefen der Psyche und hilft den Spielern dabei, ihre Emotionen am Spieltisch zu kontrollieren. Das Buch von Hilger und Taylor hat mir sehr dabei geholfen nicht mehr am Spieltisch auf Megatilt zu gehen.

4. Ace on the River. Barry Greenstein will den Lesern die Schritte vom Amateur zum Poker-Pro in keiner Weise versüßen, sondern er schildert seine Erfahrungen aus dem realen Leben im Bezug darauf, wie er es schaffte zum Poker-Pro zu werden. Greenstein erklärt, warum ihn die anfänglichen Rückschläge und das harte Leben als Semi-Pro zu einem besseren Spieler machten. Er erzählt spannende Geschichten über seine Kollegen und geht darauf ein, was man als Pro tun kann und was man besser lassen sollte. Seine offene Darstellung der Höhen und Tiefen eines Lebens als Poker-Pro, wurden so noch in keinem anderen Pokerbuch veröffentlicht. Wie ich bereits erwähnte, berichtet er seine Geschichte ungeschönt und erzählt nur aus der rauen Wirklichkeit.

5. The Theory of Poker. David Sklansky schrieb eines der berühmtesten Bücher über die Pokertheorie. Man findet in vielen anderen Büchern etwas zum Thema Pokertheorie und darüber, was man in bestimmten Situationen tun sollte, aber egal, das Buch zwingt Sie dazu etwas zu tun und nachzudenken anstatt wie ein Roboter zu reagieren.

“The Theory of Poker” war das erste Buch, welches auf die Mantra der heutigen Pokerspieler genauer eingeht. Sklansky fordert seine Leser dazu heraus alle am Spiel beteiligten Variablen zu berücksichtigen, bevor eine Aktion ausgeführt wird.

6. The Art of War. Das bekannteste Buch zum Thema Kriegsführung und militärischer Strategie wurde im 6. Jahrhundert von dem chinesischen General Sun Tzu geschrieben. Das Buch ist in 13. Kapitel aufgeteilt und beschäftigt sich primär damit, wie man die Bedingungen auf einem Schlachtfeld zum eignen Nutzen verändern kann.

Durch Sun Tzu’s Erkenntnisse wurden einige der erfolgreichsten und einflussreichsten Menschen dieser Welt beeinflusst (die U.S. Militärführung, Wall Street Banker, NFL Trainer und natürlich professionelle Pokerspieler).

Mein Lieblingsspruch, welchen ich mir laufend wieder ins Gedächtnis rufe, wenn ich mich an den Pokertisch setze, ist folgender:” Wenn Sie weder sich noch ihren Feind kennen, bringen Sie sich selbst immer wieder in Gefahr“.

7. The Warrior Within. Bruce Lee ist den meisten von uns aus seiner Karriere als Schauspieler und Kampfsportler bekannt, die wenigsten wissen aber, dass er außerdem ein Poet und Philosoph war.

Der PokerNews Autor Michael Friedman ist ein großer Fan von Lee’s faszinierendem Buch über Disziplin, Selbsterkenntnis und das Leben im Geiste des Zen. Lee vermischt östliche und westliche Lehren zu einer persönlichen Philosophie, welche sich auf die Bewältigung von Widrigkeiten und das Anpassen an sich verändernde Umstände fokussiert. Ich könnte mir kein besseres Buch vorstellen, um sich mental auf einen Straßenkampf oder eine Karriere als Poker-Pro vorzubereiten.

8. Zen and the Art of Motorcycle Maintenance. Eine Ausgabe dieses Buches von Robert Pirsig’s lag mehrere Jahrzehnte auf meinem Schreibtisch. “Zen and the Art of Motorcycle Maintenance” war mein erstes Buch, welches mich in die Metaphysik einführte und welches sich mit der griechischen Philosophie beschäftigte.

Pirsig’s Charaktere beschäftigen sich mit den Ansichten eines klassischen Lebens im Vergleich zu den romantischen Betrachtungsweisen und zwar aus der Sicht eines Mannes, welcher auf der Suche nach der Wahrheit ist und dabei gleichzeitig seinem Sohn beibringt, wie man Motorräder repariert.

Sie sollten nur eine Sache beachten – wenn Sie nur über ein beschränktes Wissen im Bezug auf die griechische Philosophie verfügen, sollten Sie dieses Wissen etwas vertiefen, bevor Sie sich das Buch durchlesen.

9. The Biggest Game in Town. Al Alvarez war der Grund, warum ich angefangen habe, über Poker zu schreiben. Der englische Autor vermischte das Treiben bei den World Series of Poker Events und die quirlige Downton Gambling Szene in Las Vegas zu einem der wichtigsten Werke der Gambling-Literatur.

Jeder Satz in “The Biggest Game in Town” ist schon für sich alleine betrachtet Poesie. Alvarez beschreibt in seinem Buch überaus treffend die hellen und die dunklen Seiten des Glücksspieluniversums. Sicherlich gibt es in der Pokerszene jede Menge verwerfliche Individuen, aber Alvarez schafft es trotzdem auf die ästhetische Schönheit des Pokerns und die Kunstform des professionellen Glücksspiels einzugehen.

10. The Gambler. Fyodor Dostoevsky ist zwar einer meiner Lieblingsautoren, war aber hochgradig spielsüchtig. Es war der T.J. Cloutier des russischen Existenzialismus.

Im Jahr 1867, beendete Dostoyevsky seine Novelle unter sehr schwierigen Umständen. Er musste “The Gambler” veröffentlichen, um seine Spielschulden bezahlen zu können. In seinem Werk spiegelt er seine Erfahrungen im Bezug auf seine Roulette-Sucht wieder. Seine lebhaften Charaktere dienen dazu, seine krankhafte Faszination für Roulette zu beschreiben und sind mit von der Partie, wenn er durch seine krankhafte Spielsucht in tiefe Schulden versinkt. “The Gambler” ist ebenso ein Geständnis, wie eine Warnung.

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Name Surname
Paul 'Dr. Pauly' McGuire

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