Poker Buch Vorstellung: Kill Everyone - Pokerturnier Strategien für Fortgeschrittene

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Nachdem im ersten Teil es um Anfängerspiel und dem Ziel Profis wie Phil Hellmuth als „Kill Phil“ das Wasser zu reichen oder diese sogar zu schlagen, geht es mit dieser Ausgabe darum sich als Turnier-Profi zu etablieren. „Kill Everyone“ setzt dort an, wo Teil eins geendet hat.

Hier geht es weniger um das Spiel vor dem Flop, sondern um die richtige Pokerturnier Strategie: Durchhalten, sich in die Bubble zu spielen und letztlich gewinnen. Es wird hauptsächlich auf No Limit Hold’em Turnierpoker, Sit n‘ Gos bzw. Turniere mit hoher Teilnehmer-Anzahl eingegangen. Erst am Ende des Buches gibt es, zum drüberstreuen, noch einen Anhang zu Cash-Games im shorthanded Modus.

Wer die Harrington Bücher schon intus hat, kann hier weitermachen. „Kill Everyone“ ist ein wenig sperrig zu lesen und für Anfänger ungeeignet (die würden bei vielen Fachtermini nur mehr im Netz hängen und googlen), aber verfolgt ein konkretes Ziel für den/die Leser/in – erfolgreich Turnier-Poker zu spielen.

Die vorgestellten Theorien wirken manchmal ein wenig unausgegoren, aber im Ansatz gut. Ob es im praktischen Turnierzirkus wirklich hilft, müsste jede/r für sich selbst herausfinden. Wirklich brauchbare Konzepte sind die „Turnier Equity“ und die „Equilibrium Strategie“ nach dem Mathematiker John Forbes Nash Jr. Das Nash-Gleichgewicht bezieht sich auf ein strategisches Gleichgewicht, bei dem nicht der einzelne Spieler einen Vorteil erzielt, in dem er/sie davon abweicht. Die 1950 veröffentlichte mathematische Theorie wird in „Kill Everyone“ für das Pokerspiel weiterentwickelt und somit das mathematisch perfekte Spiel veranschaulicht und erklärt.

Auch die „Turnier Equity“ ist ein wichtiger Bestandteil des Buches und hilft besonders bei Sit n‘ Gos das eigene Gewinn-Payout bestimmen zu können. Denn das richtet sich nicht nach der Anzahl der Spieler/innen und ihrem Chip-Stack…

„Kill Everyone“ lässt keine Turnierphase aus und beschreibt genau wann man wie und warum agieren sollte. Dabei werden auch praktische Beispiele mit Top-Spielern von Chris „Jesus“ Ferguson, Dave „Devilfish“ Ulliott oder WSOP-Final-Table Hoffnung Phil Ivey beschrieben. Und auch deren Fehler aufgezeigt.

Fazit: Ein Buch für Tüftler, Interessierte und angehende Profis. Einfach so vor dem Einschlafen hinein zu schmökern bringt bei diesem Buch wenig. Hier verfolgt der/die Leser/in bereits ein bestimmtes Ziel…

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