Iron Man: Entdecken Sie das neue Turnierpoker Format

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Wenn ich an Iron Man denke, fallen mir drei Dinge ein: Ozzy Osbourne, der Comic-Held und Matt Savage.

Im Jahr 1970 nahm Ozzy Osbourne’s Heavy Metal Band, Black Sabbath, eine Single mit dem Titel “Iron Man“ auf. Der Song wurde zur Hymne für alle Headbanger dieser Welt. Der Song steht in keiner Verbindung zu dem Marvel Comic Held “Iron Man“. Als Jugendlicher hatte ich einen ganzen Stapel mit Iron Man Comic’s in welchen ein Superheld in einer rot/gelben Eisenrüstung die Hauptrolle spielte. Dann gibt es noch Matt Savage. Er ist weder ein Comic Held, noch ein englischer Musiker, er ist vielmehr ein bekannter Pokerturnier-Direktor, welcher eine innovative Idee umgesetzt hat – ein Iron Man Poker Turnier ohne eine einzige Pause.

Die Dienste von Savage sind bei den Casinos weltweit überaus begehrt, da er dafür bekannt ist, überaus professionelle Turniere durchzuführen. Er schafft es immer wieder eine harmonische Balance zwischen den Wünschen der Spieler und den vom Management definierten finanziellen Zielen, zu erreichen. Keiner ist besser als Savage. Die Casinos verdienen Geld und die Spieler haben ihren Spaß. Er beruhigt verärgerte Spieler, ändert hier und da die Turnierstruktur, variiert die Buy-In’s oder präsentiert neue Games bzw. neue Formate auf dem jeweiligen Turnierplan.

Event #15, das $1.600 Iron Man, unterscheidet sich ein wenig von den anderen 17 Turnieren, welche Savage für die Holdem Serie im Commerce Casino organisiert hat. Für dieses Event wurde mit “Keine Pausen und keine Deals” geworben. Ähnlich wie beim Iron Man Event, wo es ebenfalls keine Pausen gibt bis der Gewinner feststeht.

Savage erlaubte in diesem Event keine Deals. Money Chops am Final Table sind in den kalifornischen Casinos durchaus üblich. Um den Gewinner des Iron Man Events zu ermitteln, muss also bis zum bitteren Ende gespielt werden. Der letzte Spieler gewinnt 50% des Preispools.

Ein Teil der Spielerfraktion war sowieso der Meinung, daß es bei den meisten Turnieren zuviele Pausen gibt. Diese Spieler verabscheuen Turniere mit langen Essenspausen und sind der Meinung, dass eine 5 Minuten Pause (wie bei den meisten Online Turnieren) pro Stunde völlig ausreicht. Savage erhörte die Wünsche dieser Spieler und bietet ihnen nun die Möglichkeit ein Turnier ohne jede Pause komplett an einem Stück durch zu spielen.

“Dies ist etwas, was eine Menge Full-Time MTT Spieler immer wollten” sagte Shane “Shaniac” Schleger.

Ich fragte Shaniac ob er der Meinung wäre, daß ein Online Spieler, welcher es gewohnt ist, lange Sessions ohne eine große Pause zu spielen, einen Vorteil gegenüber den regulären Live Turnier Spielern hätten?

“Ich denke, daß einige der Top Spieler des Commerce, welche 78 Stunden am Stück spielen, einen Vorteil gegenüber den Online Spielern haben” sagte Shaniac.

Nur 64 Spieler waren mutig genug, sich der Iron Man Herausforderung zu stellen. Zu den Teilnehmerfeld, welches aus einigen lokalen Grindern und einigen Online Pros bestand, gehörten unter anderem Shaniac, Gavin Griffin, Joe Bartholdi, Matt Graham, Eric “Basebaldy” Baldwin, Adam Junglen, Sam Simon, Rick Fuller und der 2009 L.A. Poker Classic Champion Andrew Cimpan. Nur die Top 6 der Spieler gewann ein Preisgeld, wobei der Champion ein Preisgeld in Höhe von über $50.000 erhielt.

Das Iron Man Turnier startete um 5 p.m. und drei kleine Gratis-Mahlzeiten waren für 10 p.m., 6 a.m. und 2 p.m. geplant. Wenn ein Spieler vor dem Essen ausschied hatte er kein Anrecht auf einen Gratis-Imbiss. Die Spieler verpassten Hände, wenn sie auf die Toilette mussten oder eine Zigarette rauchten wollten, deshalb waren Raucher und Spieler mit einer schwachen Blase etwas benachteiligt. Auf der anderen Seite, hatten Spieler, welche es gewohnt sind 36 bzw. 48 Stunden Sessions zu spielen einen leichten Vorteil – wenn Sie es schafften solange im Turnier zu bleiben. Eine gute Kontrolle über die Blase, war bei diesem Turnier mit Sicherheit ebenfalls äußerst vorteilhaft. Die Spieler, welche sich mit Unmengen Red Bull wach hielten, hatten zu späterer Zeit natürlich so ihre Probleme. Je mehr sie tranken, umso öfters mussten sie auf die Toilette.

“Ich habe erwachsene Männer beobachtet, welche auf die Toilette rannten, um keine Hand zu verpassen” sagte Savage. “Wir haben einen Wächter in den Toiletten aufgestellt, welcher sicherstellte, daß die Spieler sich auch nach ihrem Geschäft die Hände gewaschen haben”.

Anfänglich gab es beim Iron Man Event etwas mehr Action als erwartet. Die Spieler starteten mit 10.000 Chips und die Level dauerten 60 Minuten, ohne daß die Uhr gestoppt wurde. Im Blind Level 25/50 schieden jedoch gleich schon 8 Spieler aus. Innerhalb der ersten 6 Stunden des Events schieden insgesamt 40 Spieler aus. Nach Mitternacht nahm das Eliminierungstempo allerdings wieder etwas ab. “Um 5 Uhr morgens, konnte man beobachten, wie den Spielern so langsam die Augen zufielen“ erklärte Savage. “Das Spiel an sich verschlechterte sich leicht”.

Zu diesem Zeitpunkt beeinflusste die Müdigkeit bereits die Spielbedingungen negativ. Aufmerksame Spieler waren im Vorteil gegenüber müden Spielern, welche kaum noch in der Lage waren ihre Müdigkeit zu verbergen. Als Turnierdirektor war Savage natürlich von der ersten Sekunde des Turniers bis zur letzten Hand mit von der Partie. Er war der Meinung, dass wenn die Spieler in der Lage sind dieses Event durchzustehen, er ebenfalls in der Lage sein muss, das Event durchzustehen.

Das Iron Man Turnier dauerte 19 Stunden und 21 Minuten. Brett “Ghostdog” Radin aus Los Angeles besiegte Chris Tyrba im Heads-Up und sicherte sich den Sieg. Radin erhielt $51.560 und natürlich den Ruhm und die Ehre.

“Es war das “echteste” Pokerturnier, an welchem ich je teilgenommen hatte” sagte Radin.

Es besteht eine Nachfrage nach zukünftigen Iron Man Turnieren und Savage merkte an, daß er bei der 2010 L.A. Poker Classic ein Iron Man Turnier anbieten wird. Savage war etwas betrübt, weil das erste Iron Man Event nur 19 Stunden gedauert hatte und die 24 Stunden Marke leider nicht überschritten hatte. Er geht davon aus, dass der Erfolg dieses Events dazu beitragen wird, dass am nächsten Event mehr Spieler teilnehmen, was wiederum dazu führt, dass das Turnier an sich länger dauern wird.

Irgendwie bin ich ja ein kleiner Sadist und würde es deswegen gerne sehen, wenn das Iron Man Event mindestens 2 Tage dauert und die Bedingungen noch verschärft würden. Die Spieler des 21.Jahrhunderts sich einfach zuviel verhätschelt worden. Texas Dolly und seine Kollegen haben tagelang ohne Pause in düsteren Hinterzimmern gegen (teilweise schwer bewaffnete) Gegenspieler gespielt. Die Spieler waren dabei immer in Sorge, dass die Polizei den Raum stürmen könnte oder daß die Pokerrunde ausgeraubt werden könnte. Diese Art von Durchhaltevermögen findet man in der heutigen Pokerszene nur noch selten, man kann aber die Regeln ja noch ein wenig verschärfen und dieses Event zu einem wirklichen Überlebenstest weiterentwickeln.

An dieser Iron Man Premiere nahmen etliche “Pushmonkeys” teil, welche bereits im ersten Level ausschieden. Vielleicht ist No-Limit nicht das richtige Format, um den Iron Man beim Pokern zu küren. Vielleicht sollte man mal H.O.R.S.E oder eine andere Mixed-Variante ausprobieren?

Der englische Photograph Steve Hall sagte:” Das nächste Iron Man Event sollte vielleicht als Limit (Hold’em) gespielt werden oder es sollten nur “mega tighte“ Spieler teilnehmen dürfen, wie z.B. Allen Kessler und Surinder Sunar“.

Somit haben wir also einen Denkansatz. Limit Holdem. Man sollte das Event aber Deep-Stacked lassen und in der mittleren Phase einige extra Level hinzufügen. Dann würde das Event sicherlich eine Woche lang dauern, was dazu führen würde, dass die Zuschauer alles tun würden, um einen Blick auf die bereits halb schlafenden Spieler zu erhaschen, welche noch im Turnier verblieben sind.

Ich schlage vor außer den Pausen, auch noch die Benutzung von iPods und Handys zu verbieten. Außerdem sollte es kein Essen und keine Getränke an den Spieltischen geben. Man könnte die Spieler dann noch etwas zusätzlich quälen, indem man Essen über ihren Köpfen aufhängt. Einige von euch werden jetzt natürlich sagen, dass man solche Methoden lieber in einem CIA Geheimgefängnis anwenden sollte, als bei einem Pokerturnier. Ich möchte ja nicht so weit gehen Waterboarding oder Fingernagelausreißen vorzuschlagen.

Ich bin ja bereit Kompromisse einzugehen, aber man sollte den Spielern, welche am Tisch trinken oder essen eine Penalty verpassen. Es sollte keinen Komfort beim Iron Man geben. Wenn Spieler etwas essen wollen, müssen sie halt aussetzen und in das Restaurant rennen, um dort einen Taco oder sowas ähnliches zu verschlingen, sich eine Red Bull in den Hals schütten, danach müssen sie dann an den Spieltisch zurück sprinten und hoffen, nur ein oder zwei Hände verpasst zu haben.

Wenn man ein wirklich barbarisches Iron Man Poker-Event veranstalten möchte, sollte man Red Bull, Kaffee und Koffein verbieten. Außerdem sollten zufällige Tests auf Aufputschmittel durchgeführt werden (Kokain, Amphetamine, Adderall usw.), um sicher zu stellen, dass sich jeder Teilnehmer des Events auf dem gleichen Level befindet.

Keiner der Spieler sollte schlafen dürfen. Jeder Spieler sollte Streichhölzer bekommen, mit welchen sie sich die Augen offen halten können. Keine schlafenden Spieler auf den Toiletten während der Pausen. Individuen regieren ganz unterschiedlich auf Schlafentzug, deshalb wäre es sicher sehr interessant zu beobachten, wie der eine oder andere im Laufe des Turniers so langsam seine Zurechnungsfähigkeit verliert.

Können Spieler ohne Energiereserven um High Stakes kämpfen und rationale Entscheidungen treffen, wenn sie bereits Halluzinationen haben und die Realität ihnen schon langsam entgleitet? Wenn die Spieler alle diese Klippen umschiffen können und ihre Neurosen unter Kontrolle halten können, dann haben diese Spieler wirklich den Titel Iron Man verdient.

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Name Surname
Paul 'Dr. Pauly' McGuire

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