Poker Diven – Zickenterror oder nur Klischeé?

katja thater

Frauen sind im Pokerbusiness mittlerweile schon Alltag, auch wenn es immer noch weniger weibliche Poker Profis gibt, wie männliche. Ihre Leistungen sind mit denen ihrer Kollegen ebenbürtig. Und doch hält sich der „Diva“ Charakter bei Pokerspielerinnen hartnäckig. Stimmt es wirklich – gibt es bei Pokerspielerinnen wirklich mehr „Zickenterror“ oder steckt nur Neid oder Klischeé dahinter? PokerNews hat sich auf Spurensuche begeben und ein paar Pokerspielerinnen unter die Lupe genommen.

Der Begriff „Diva“ entstammt dem lateinischen Wort „divus“, das „göttlich“ heißt. Menschen mit überragenden Leistungen wurden seit jeher so tituliert. Das hieße ja, dass „Poker Diva“ mehr als ein Kompliment ist? Leider wird der Begriff „Diva“ auch mit negativem Verhalten wie Arroganz oder Launenhaftigkeit assoziiert. Mittlerweile werden auch vermehrt Männer als Diven bezeichnet, trotzdem ist der Begriff immer noch eher weiblich behaftet.

Auch beim Pokern haben Frauen immer noch mit dem Diva-Attribut zu kämpfen – teils in positiver, teils negativer Hinsicht. Liz Lieu bezeichnet sich gerne als Diva – eine Globe-Trotterin die Stil und Anmut in die Pokerwelt bringen will. Die gebürtige Vietnamesin ist an den Top High Stakes Tischen der Welt anzutreffen, wie im Bellagio in Las Vegas oder dem Commerce Club in Los Angeles.

Mit negativen Schlagzeilen hat hingegen Tiffany Michelle immer wieder zu kämpfen. Die US-amerikanische Pokerspielerin ist durch ihr Verhalten beim WSOP Main Event 2008 unangenehm aufgefallen. Dort habe sie eine Sponsorvereinbarung nicht gehalten (jeder beschuldigt hier jeden) und sich durch mehrmalige „Clock“ Ausrufe unbeliebt gemacht. Das hängt ihr immer noch nach, wird in Foren und Blogs zitiert. Sehr zum Unmut der Spielerin, die zurecht betont, dass das schon wieder lange her ist und verjährt sei.

Richtig ans Eingemachte ging es erst im April zwischen der US-Komikerin Joan Rivers und der Pokerspielerin Annie Duke. Beide waren bei der US-Reality Show „Celebrity Apprentice“. In dieser Show kämpfen die Kandidaten um den Titel besten „Business Brain“ gegeneinander. Duke und Rivers waren zu Gast, doch die Situation eskalierte und Annie Duke wurde von Rivers als „Nazi“ beschimpft und betitelte alle Pokerspieler als „trash“. Ein harter Schlag für Duke, doch sie behielt Contenance!

Aber nicht nur die jungen Poker-Ladies haben mit “Diva”-Vorurteilen zu kämpfen. Poker-Urgestein Barbara Enright (sie hatte es als erste Frau 1995 an den Final Table des WSOP Main Events geschafft und ist in der Poker Hall of Fame gelistet) hat auf diversen Pokerseiten bitterböse Kommentare von „Fans“. Da wird einfach drauflos geschimpft, unverblümt und brutal – am besten gar nicht wiederholen…

Wie steht es um die deutschsprachigen Poker-Ladies? Auch sie haben es nicht immer leicht. Katja Thater wird seit Jahren Arroganz vorgeworfen, obwohl sie einfach nur gerade heraus sagt was sie meint und sich in dem was sie tut durchsetzt. Auch Neo-Pokerstar Sandra Naujoks wird gerne auf ihr Äußeres reduziert, obwohl ihre Leistungen beim Poker überdurchschnittlich gut sind und sie zahlreiche männliche Kollegen spielerisch in den Schatten stellt.

Es ist nicht leicht als Frau im Pokerbusiness, aber es wird immer besser – danke jener Frauen, die sich nicht beirren lassen und über Negativ-Bezeichnungen wie „Diva“ oder „Zicke“ nur lächeln können. Weiter so Ladies – just do it!

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