Die PokerNews Top 10: Wichtige WSOP Innovationen

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Nach einer enormen Anzahl von Eliminierungen am vorletzten Mittwoch, fanden die ersten sieben Wochen der WSOP 2009 nun ihr dramatisches Ende. Der Final Table für das Main Event steht fest und nun wartet jeder auf den November, wenn das WSOP Spiel am Final Table startet. Im letzten Jahr wurde erstmals eine Pause im Main Event eingeführt, da ESPN während der 4 Monate Pause, Episoden von der diesjährigen WSOP ausstrahlen wird und sich dadurch gute Zuschauerzahlen für den Final Table im November erhofft.

Als die Idee mit der Pause am Final Table und die Sache mit den “November Nine” das erste Mal im Mai 2008 der Öffentlichkeit präsentiert wurde, kam es bei den Fans und Spielern zu heftigen Debatten, einige fanden die Idee sehr gut, andere lehnten diese Vorgehensweise strikt ab. Im Rahmen dieser Debatten wurde oft darauf hingewiesen, daß die Pause nicht die erste wichtige Veränderung war, welche im Rahmen der WSOP eingeführt worden war. Im Laufe der 40-jährigen WSOP Geschichte, gab es in der Planung und Durchführung schon diverse Veränderungen, welche dazu beitrugen, daß die WSOP gut läuft und zu dem wurde, was sie in der heutigen Pokerszene repräsentiert.

Nachfolgend finden Sie eine Zusammenstellung der wichtigsten Innovationen bei der WSOP. Diese Liste ist nicht qualitativ geordnet – wir möchten Ihnen also nicht die 10 besten Innovationen der WSOP präsentieren. Wenn man sich die Liste ansieht, wird man feststellen, daß viele dieser Veränderungen nur sehr zögerlich angenommen wurden und daß es teilweise zu heftigen Kritiken kam. Letztendlich überlassen wir es also unseren Lesern zu entscheiden, wie wichtig die Änderungen für den Erfolg der WSOP letztendlich waren.

10. Einführung des Ladies’ Event (1977) und des Seniors’ Event (2001)

Im Jahr 1977 wurde ein Event nur für Frauen mit kleinem Buy-In bei der WSOP eingeführt. Ursprünglich wurde das Event als Seven-Card Stud gespielt, im Jahr 2000 wurde dann daraus ein Mixed Game Holdem/Seven Card Stud Event und im Jahr 2001 wurde endgültig zu No Limit Holdem gewechselt. Im Jahr 2004 wurde das Turnier vom Frühsommer auf den Spätsommer verlagert, vorher wurde das Event traditionell am Muttertag ausgetragen. Im Jahr 2001 wurde ein Event für Senioren vorgestellt, an diesem Low Buy-In Event können nur Spieler über 50 Jahre teilnehmen. Sowohl das Ladies Event, als auch das Seniors Event wurde im Jahr 2007 zum Championship Event erklärt. Einige Teilnehmer – Frauen und so genannte Senioren – waren jedoch der Meinung, daß die Einführung von WSOP Turnieren mit Zugangsbeschränkung unsinnig wären. Es besteht jedoch kein Zweifel an der Tatsache, daß diese Events hunderte von Spielern und Spielerinnen zu der WSOP gebracht haben, welche normalerweise nicht an der WSOP teilgenommen hätten.

9. Die Einführung von Preliminary Events (1971)

Es war nach dem zweiten Jahr der World Series of Poker, als ein Turnierplan eingeführt wurde. Es gab ein “Main Event” – das No Limit Holdem Event mit welchem die WSOP endet und Preliminary Events in welchen andere Pokervarianten gespielt wurden. Im Jahr 1971 wurden 4 Preliminary Events gespielt – alles Limit Events: Five-Card Stud, Seven Card Stud, Razz und Ace-to Five-Draw. Im Jahr 1972 wurde nur ein Preliminary Event (Five Card Stud) gespielt, aber in den folgenden Jahren wurde das Angebot wieder erweitert und es wurden wieder mehrere Events im Turnierplan angeboten. Die Anzahl der Preliminary Events stieg im Laufe der Jahre stetig an – 12 (1977), 20 (1993), 34 (2002), 44 (2005), 54 (2007) und 56 (2009). Obwohl das WSOP Main Event immer noch das Highlight des Turnierplans ist und die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht, haben doch die Preliminary Events maßgeblich dazu beigetragen, den Ruf der WSOP zu prägen. Eine Serie von Turnieren, bei welchen die Spieler ihren Skill in unterschiedlichen Pokervarianten unter Beweis stellen können.

8. Die Einführung eines WSOP Bevollmächtigten (2006)

Die World Series of Poker ist das geistige Kind von Benny Binion, dem Inhaber des Binion’s Horseshoe Casinos, wo die WSOP während den ersten 3,5 Jahrzehnten ihrer Existenz stattfand. Kurz nachdem Harrah’s im Jahr 2004 das Horseshoe kaufte und das Ruder übernahm, wurde Gary Thompson zum “Director of the World Series of Poker Tournament Operations and Communications” ernannt und half dabei das enorme Wachstum der WSOP während dieser Periode zu managen. Im Jahr 2005 engagierte Harrah's Jeffrey Pollack als Vize Marketing Präsident. Pollack hatte vorher schon in ähnlichen Positionen bei der NBA und bei NASCAR gearbeitet. Im Januar 2006 ernannte Harrah’s Pollack zum WSOP Bevollmächtigten, eine Position, welche er seit diesem Zeitpunkt inne hat. Alle nachfolgenden Innovationen im Rahmen der WSOP - z.B. die Änderung der Turnierplanung, die Einführung von Firmen-Sponsorings, die Einführung des Spieler-Beratungskomitees stehen in direktem Zusammenhang mit der Schaffung dieser neuen und wichtigen Führungsposition, welche Pollack nun schon seit 3,5 Jahren erfolgreich ausübt.

7. Redistribution des Preispools für das Main Event (1978)

Bis zum Jahr 1977 gab es beim WSOP Main Event nur einen einzigen Geldpreis, welcher an den Gewinner des Events ging. Es war ein “der Gewinner erhält alles” Format. Was bedeutet dies? Als Doyle Brunson im Jahr 1977 seinen zweiten WSOP Titel gewann, besiegte er 34 Gegenspieler und bekam den gesamten Preispool in Höhe von $340.000. Im darauf folgenden Jahr wurde entschieden, daß der Preispool unter den 5 Top-Platzierten Spielern aufgeteilt werden sollte (insgesamt nahmen 42 Spieler teil). Bobby Baldwin erhielt 50% des Gesamtpreispools ($210.000), der 2. Platz erhielt 20%, der 3. Platz 15%, der 4. Platz 10% und der 5. Platz 5%. Als die Teilnehmerzahlen beim WSOP Main Event immer höher wurden, entschied man, daß grundsätzlich 10% der Finisher ein Preisgeld erhalten sollten, dies führte dazu , daß der Anteil am Preispool für die Champions geringer wurde. Der diesjährige Geldpreis für den Gewinner beträgt etwas mehr, als 8,5 Millionen Dollar, was ungefähr 14% des Gesamtpreispools entspricht.

6. Einführung von Satelliteturnieren, um sich für das Main Event zu qualifizieren (ca. 1979-80)

Bevor Gary Thompson WSOP Direktor war, gab es Eric Drache, welcher die Binion’s Familie im Jahr 1973 bis 1987 bei der Organisation der WSOP unterstützte und welcher maßgeblich dafür verantwortlich war, daß sich aus dem jährlichen Treffen von befreundeten Pokerspielern, eine hochprofessionelle Veranstaltung entwickelt hat, welche den Höhepunkt des jährlichen Pokerturnierkalenders darstellt. Er hatte auch die Idee, daß sich Spieler über Satellite Turniere für das $10.000 Buy-In WSOP Main Event qualifizieren könnten. Man erzählt sich die Geschichte, daß Drache diese Idee im Jahr 1979 oder 1980 an einem Tisch mit Pokerspielern erzählte, von welchen jeder $1.000 vor sich liegen hatte, welche dann ein "Winner take it All" - SNG gespielt hatten, bei welchem der Gewinner einen Sitz für das WSOP Main Event gewonnen hatte. Im Jahr 1983 wurde Tom McEvoy zum ersten Main Event Gewinner, welcher seinen Sitz im Main Event durch ein Satellite gewonnen hatte. Mittlerweile gewinnen mehr Spieler, welche am WSOP Main Event teilnehmen, ihren Sitz durch ein Satellite Turnier, als Spieler, welche ihren Buy-In direkt gezahlt haben.

5. Einführung des $50.000 H.O.R.S.E. Events (2006)

Trotz der Dollarinflation, beträgt der Buy-In für das Main Event schon seit dem Jahr 1973 $10.000. Eine der ersten Änderungen, welche von dem Neugegründeten Spieler-Komitee im Jahr 2006 vorgeschlagen wurde, war die Einführung eines Events mit einem höheren Buy-In, welches vor allem für hauptberufliche, professionelle Spieler interessant wäre. Das ursprüngliche $50K H.O.R.S.E. Turnier endete mit einem No Limit Holdem Final Table und wurde von David “Chip” Reese gewonnen. Seit dem Jahr 2007 wird das H.O.R.S.E Event von Anfang bis Ende im H.O.R.S.E Format gespielt, was dazu führt, daß der Final Table unter umständen sehr lange dauern kann. In diesem Jahr spielte David Bach über 20 Stunden am Final Table, bevor er als Gewinner feststand. In diesem Jahr wurde dem WSOP Turnierplan ein weiteres High-Buy-In Event hinzugefügt - das “Special 40th Annual No-Limit Hold’em Event” (Nr. 2), welches Vitaly Lunkin gewann.

4. TV-Übertragung der WSOP (1973)

Die erste TV-Übertragung der WSOP erfolgte im Jahr 1973, als Jimmy “The Greek” Snyder und CBS eine 1-Stunden lange Dokumentation über das WSOP Mai Event 1973 drehten. Später berichtete CBS im Rahmen diverser Sport-Shows über die WSOP (z.B. “CBS Sports Spectacular”). In den späten 80’ern startete ESPN mit einstündigen Berichterstattungen, in welchen die Highlights des Main Events präsentiert wurden. Aber erst im Jahr 2003 mit Einführung der Hole Cams, begann der Siegeszug der Pokerübertragungen im TV. Im Jahr 2003 produzierte ESPN sieben einstündige Episoden, welche schließlich mit dem Sieg des Amateurs Chris Moneymaker endeten. Zu den weiteren Highlights der WSOP Poker TV Übertragungen gehören unter anderem die Übertragungen der WSOP Preliminary Events (welche im Jahr 2004 begannen), die “Pay per View” TV Übertragungen des ME Final Table (2006-2007) und die Live Streams der Preliminary Event Final Table über das Internet (2007-2009).

3. Einführung der “November Nine” (2008)

Man kann die Pause am Final Table lieben oder hassen, völlig egal, auf jeden Fall hat diese Änderung die Art und Weise, wie die WSOP gespielt, vermarktet und wahrgenommen wird, fundamental verändert. Die Übertragung des letztjährigen WSOP Final Table, war eine “fast” Live Übertragung und fesselte erheblich mehr Zuschauer vor den Fernsehgeräten, als die zweistündige Berichterstattung über den Final Table des Jahres 2007. Die 2,4 Millionen Zuschauer, welchen Peter Eastgate bei seinem Sieg am Final Table beobachteten, stellten einen Zuwachs von 46% gegenüber der vorangegangenen Übertragung im Jahr 2007 dar. Viele behaupten, daß der Zuwachs an Zuschauern als Zeichen für den Erfolg der “November Nine” zu rechnen ist, während andere Beobachter der Meinung sind, daß der Zuwachs durch die viermonatige Pause bedingt wäre, in welcher entsprechende Werbung für die Übertragung gemacht werden konnte.

2. Einführung des WSOP Bracelets (1974)

Als Johnny Moss den Titel des “World Champion Poker Player” bei der ersten WSOP im Jahr 1970 gewann, erhielt er keinen bestimmten Geldpreis, wie bei den vielen Cashgames, an welchen er normalerweise teilnahm. Er erhielt auch kein Bracelet für seinen Gewinn, alles was er bekam, war ein silberner Pokal. Im offiziellen Medienführer der WSOP 2009 steht geschrieben, daß die Sache mit den Bracelets erst im Jahr 1974 eingeführt wurde und dann auch nur für den Gewinner des Main Events. Ab dem Jahr 1975 bekamen alle Gewinner eines WSOP Events ein goldenes Armband, wobei auch die Preliminary Events dazu zählten (mit Ausnahme des Jahres 1982, in welchem stattdessen goldene Uhren vergeben wurden). Die Spieler welche WSOP Events in Jahren gewonnen hatten, als noch keine Bracelets gewonnen werden konnten, werden so behandelt, als hätten sie ein Bracelet gewonnen. Die Sache mit den Bracelets hat sich zu einer Tradition entwickelt, welche mittlerweile ein wesentlicher Teil der WSOP ist.

1. Einführung eines Freezeout No-Limit Hold’em Turniers, um den WSOP Champion zu ermitteln (1971)

In einem Jahr gewann Johnny Moss die WSOP nicht, weil er seine Gegenspieler besiegte, sondern weil er von seinen Gegenspielern im Rahmen einer Abstimmung zum Gewinner gewählt wurde. Im darauf folgenden Jahr wurde ein No-limit Holdem Event gespielt, um den WSOP Main Event Champion zu ermitteln und erneut gewann Johnny Moss den Titel. Anfänglich betrug der Buy-In für dieses Turnier $5.000. Im Jahr 1972 war der Buy-In ebenfalls $5.000, wobei Benny Binion noch mal $5.000 pro Spieler zum Preispool hinzufügte. Im Jahr 1973 wurde der Preispool auf $10.000 erhöht, wobei der Buy-In bis zum heutigen Tag gleich geblieben ist. Die Einführung eines speziellen Turniers zum Ende der Series, war ein meisterlicher Schachzug. Das “Main Event“ ist und bleibt das weltweit populärste und begehrteste Pokerturnier.

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