PokerNews Interview mit Julian Thew

Julian Thew

Ein Spieler, welchen man bei der WSOP mit Sicherheit im Auge behalten sollte, ist Julian “YoYo” Thew. Der Spieler aus Nottingham hat zwei GUKPT Titel und einen EPT Titel gewonnen, außerdem hat er im letzten Jahr das Venetian Deepstack Extravaganza Main Event gewonnnen. Am Sonntag saß er bei einem £20,000 garantiert Side-Event der DTD erneut am Final Table und belegte letztendlich den 3.Platz.

Pokernews: Gut gespielt am Final Table letzte Woche, Julian. Wie motivierst Du dich für ein Turnier mit kleinem Buy-In, wenn Du vorher schon einen EPT Titel gewonnen hast?

Julian Thew: Dies war mein bisher bestes Resultat in diesem Jahr, ich spiele ja nicht jede Woche in einem großen Event, wobei ich aber in der DTD spiele, wann immer ich die Möglichkeit dazu habe. Ich genieße es Poker zu spielen, egal ob in einem EPT Event oder in einem £50 Freeze Out. Es ist immer Poker, obwohl die Struktur und das Spiel an sich oft etwas unterschiedlich ist, man kann aber immer etwas dazu lernen. Ein Final Table ist immer ein Final Table und es ist immer schwierig bis man seinen Platz am Final Table sicher hat. Ein £500 Gewinn bedeutet £500 zusätzlich, es ist immer echtes Geld, welches man zu schätzen wissen muss.

PN: Da Du aus Nottingham stammst, weisst Du sicher über die Schwierigkeiten bescheid, wdie momentan in Nottingham kursieren.

Julian Thew: Es wäre eine Schande, wenn das Licht ausgehen würde, es ist sehr einfach zu vergessen, wie es war, bevor es das Dusk Till Dawn gab. Ich bin sicher Rob möchte die Türen seines Clubs nicht so einfach schließen, wenn man bedenkt, was er alles dafür gemacht hat , um das Dusk Till Dawn eröffnen zu können. Ich denke auch nicht, daß die Regierung ihre Bestimmungen über Nacht ändern wird oder da viele Leute Lobbying gegen den Club betreiben werden. Die Betreiber waren zwar nicht wirklich glücklich mit dem Overlay beim Grand Slam, aber Hut ab, wie die Verantwortlichen letztendlich mit der Sache umgegangen sind.

PN: Du hast erwähnt, daß Du dieses Jahr noch keine wirklich großen Erfolge hattest, Turnierpoker ist eine Sache mit sehr hohen Varianzen, wie gehst Du mit diesen Durststrecken um?

Julian Thew: Nach Las Vegas hatte ich eine sechs Monate lange Durststrecke. Ich saß zwar an einigen Final Table, aber leider bei keinem wirklich großen Event. Zuversicht ist ja eine schöne Sache, man kann sie aber leider auch sehr schnell wieder verlieren, aber ich hatte meine Hausaufgaben gemacht. Ich wusste aus Erfahrung, daß es bei der Durststrecke um normale Varianz handelt. Ich war auch in einer glücklicheren Position als die meisten anderen Spieler, da mir mein Sponsor William Hill Poker sehr geholfen hat, diese schwere Zeit zu überstehen.

PN: Du freust Dich doch sicher darauf nach Las Vegas zu reisen, da Du im letzten Jahr dort das Venetian Deppstack Main Event gewonnen hattest?

Julian Thew: Ich war schon acht Mal dort und war noch nie so nahe am Gewinn gewesen wie letztes Jahr. Deshalb war die Sache mit dem Venetian Deppstack Main Event für mich etwas ganz besonderes. Niemand kennt mich hier in Las Vegas, es ist wie in den guten alten Zeiten. Es ist angenehm in Events zu spielen, wo mich niemand kennt und in welchen ich deshalb ohne Druck spielen kann.

PN: Du willst also sicherlich nicht so schnell wieder nach Hause fliegen wollen?

Julian Thew: Ich fliege am 21.Juni. Leider kann ich nicht für die gesamte Dauer der WSOP in Las Vegas bleiben, da ich eine Familie mit zwei Kindern habe und man halt nicht beides gleichzeitig haben kann. Zwei Wochen wäre eigentlich lange genug, aber in diesem Jahr bleibe ich sogar 3 Wochen, was mein bisher längster Aufenthalt in den USA ist. Man kommt dann leicht in Versuchung sich zu überschätzen und dem Geld hinterher zu jagen. Ich will eigentlich gar nicht versuchen zwei Comps an einem Tag zu spielen bzw. einen Comp pro Tag, aber vielleicht mache ich es dann doch.

PN: An welchen Events möchtest Du teilnehmen?

Julian Thew: Ich möchte nicht drei Wochen an einem Ort bleiben, deswegen werde ich das $10.000 Pot Limit Hold'em, das $5,000 6-Max, das WSOP Main Event und vielleicht eins der $1.500 Events im Rio spielen. Danach werde ich mir mal die Events im Bellagio, im Venetian und im Caesars ansehen, vielleicht werde ich dann dort noch das eine oder andere Event spielen.

PN: Wie wichtig ist es ein Bracelet zu gewinnen, oder geht es Dir mehr ums Geld?

Julian Thew: Vor zwei Jahren drehte sich bei mir alles noch um das Geld, da ich das Geld zum Leben benötigt habe. Mittlerweile habe ich einige Titel gewonnen und nun reizt mich der Gewinn eines Bracelets mehr, als das reine Geld an sich. Eigentlich denke ich, daß die Bracelets mittlerweile etwas überbewertet werden, da zu viele Bracelets gewonnen werden können. Ich würde natürlich lieber mit einem dicken Scheck nach Hause kommen, als mit einer Trophäe, es wäre mir lieber 5. im Main Event zu werden, als ein Bracelet in einem der kleineren Turniere zu gewinnen, da der 5. Platz im Main Event einfach von der finanziellen Seite her etwas befriedigender ist.

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