PokerNews Exklusiv-Interview: Johannes Strassmann

johannes strassmann

Er gilt als einer der wichtigsten deutschen Nachwuchs-Pokerspieler – Johannes Strassmann. Der 24-Jährige ist Teil des Team PokerStars und das ist kein Wunder, konnte er doch schon seit 2007 immer wieder in EPT und WSOP Events punkten bzw. sich ins Geld spielen. Beim großen EPT Finale in Monte Carlo war es diesmal der 14. Platz. Vielleicht nicht die Platzierung, die sich Strassmann gewünscht hätte, aber für PokerNews respektabel genug, um das aufstrebende Poker-Talent zum Exklusiv-Interview zu bitten.

Auf „Donkpedia“ steht bei ihrer Biografie: Sohn einer Ärztin und eines Schriftstellers – wie kommt man da zum Kartenspielen?

Ich bin zum Poker gekommen, weil ich gemerkt habe, dass ich dadurch gutes Geld verdienen kann. Mehr als mit einem Studium und einem guten Beruf danach.
Außerdem hat man in keinem anderen Beruf soviel Freiheit, wie als Pokerspieler, da kaum Verpflichtungen existieren und es wohl der flexibelste Beruf der Welt ist. Zur Zeit geniesse ich die Freiheit und das Geld.

Sie waren auch ein Starcraft Spieler – es ist doch interessant, dass es ein paar Pokerprofis gibt, die auch bei Starcraft erfolgreich waren, z.B. Bertrand Grospellier. Warum ist das so?

Starcraft Spieler auf höherem Niveau sind gute Denker. Es geht darum unter Stress die strategisch richtige Entscheidung zu treffen. Genau diese Fähigkeit ist auch beim Poker gefragt. Es ist wohl die wichtigste Fähigkeit! Poker ist ein faszinierendes Spiel, eine Verzahnung aus Mathematik, Psychologie und Instinkt.

Was fasziniert sie bei Heads-up oder shorthanded Partien?

Heads-up und shorthanded Partien bieten am meisten Action und sind am lukrativsten, da es häufiger möglich ist gegen einen Gegner zu spielen. Ich muss looser und aggressiver spielen.

Ihr Nickname ist „psier“, warum?

Den Nickname habe ich mir mal überlegt als ich 12 war.
Es gab eine Rasse bei Starcraft die sich „Protoss“ nannte und diese hatte PSI-Fähigkeiten, mit denen sie gegnerische Einheiten kontrollieren konnte. Und von daher hab ich dann meinen Namen „psier“ abgeleitet…

Sie spielen viel Online Cash-Games – ist das heutzutage der Bereich, wo ein professioneller Pokerspieler hauptsächlich sein Geld verdient?

Ja, die besten Pokerspieler der Welt verdienen wohl den Hauptteil online. Mein online Spiel habe ich durch die ganzen Turniere und die Reisen allerdings zurück stellen müssen.
Ich habe aber vor, in nächster Zeit wieder mehr Stunden im Netz zu investieren.

Sind Turnierevents das „Zubrot“ im Bereich Publicity?

Turniere sind einfach ein Nervenkitzel, vor allem, wenn es auf die Endphase zu geht. Zudem ist es auch schön und erfrischend live Poker zu spielen. Und abgesehen davon ist die Möglichkeit innerhalb von 4 Tagen 1 Million zu gewinnen, wohl mehr als reizvoll...Turniere sind für mich Spannung und Spaß.

Gibt es Hände von der EPT in Monte Carlo, die ihnen bedeutungsvoll in Erinnerung geblieben sind?

Es gibt einige Hände, die wirklich interessant waren. Aber die wohl bedeutungsvollste für mich war als ich den Großteil meiner Chips mit AA gegen ein geflopptes Set verloren habe, als nur noch 14 Spieler im Turnier waren.

Wie wird’s in naher Zukunft weiter gehen, was ist geplant?

WSOP und dann erstmal Urlaub!

Wer ist ihrer Meinung nach derzeit eine/r der stärksten Pokerspieler/innen? Und warum?

Im Poker ist das fast unmöglich zu sagen, da es soviel Varianz bei dem Spiel gibt. Aber ich halte Phil Ivey für ein Genie, obwohl ich noch nicht häufig mit ihm gespielt habe. Er ist einfach ein unglaublich starker Allround Spieler.

Welche/n Gegner/in „fürchten“ sie?

Fürchten tue ich niemanden am Pokertisch. Es ist immer alles möglich, da Poker kurzfristig viel Glück involviert und sich nur längerfristig nur wirklich der stärkere Spieler durchsetzt. Gegner gegen die ich allerdings kein Heads Up spielen würde sind: Durrr, Phil Ivey, Antonius und Phil Galfond, um da nur einige zu nennen.

Was ist ihre Strategie beim Pokern?

Schwer zu sagen. Am besten spiele ich, wenn ich meinen Instinkten und meiner Fähigkeit Gegner zu lese vertraue! Ich habe nie eine feste Strategie, wenn ich spiele, sondern passe mich meinem Gegner an.

Was ist das Lebens-Motto von Johannes Strassmann?

Life is what you make of it!

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