Der Pokerpsychotherapeut: Extroversion

Pokerpsychotherapeut

Wir haben alle schon von persönlichen Eigenschaften gehört, welche wir normalerweise den Kategorien dominant oder schüchtern, schwach oder verbittert, glücklich oder freudlos, zuordnen. Aber die persönlichen Eigenschaften sind natürlich wesentlich komplexer und es ist nicht verwunderlich, daß es eine Beziehung zwischen den persönlichen Eigenschaften und guten Pokerspielern gibt. Dies bringt uns zu der eigentlichen Sache, welche ich als “Poker Eigenschaften“ bezeichnen möchte.

Was einen Menschen zu einer ausgeglichenen, beliebten Person macht, ist nicht notwendiger weise das Gleiche, was ihn zu einem guten Pokerspieler macht. Und wie bei so vielen anderen Aspekten unseres Lebens – manche Dinge können wir ändern und manche Dinge eben nicht. Lassen Sie uns mal einen Blick auf die in der Psychologie sehr bekannte Eigenschaften-Theorie werfen und lassen Sie uns mal sehen, ob wir von unseren guten Eigenschaften beim Poker profitieren können und ob wir danach besser mit unseren schlechten Eigenschaften umgehen können.

Eine der wichtigsten persönlichen Eigenschaften hat zwei Seiten: Extroversion und Introversion. Im Allgemeinen tendieren wir entweder dazu kontaktfreudig, expressiv und gesprächig zu sein oder sind schüchtern, reserviert und ruhig. Wie Sie vielleicht wissen, liegen die meisten Menschen in der Introversions-/Extroversions Skala relativ in der Mitte. Sicher sind einige von uns in vielen Situationen vielleicht etwas reservierter, aber eine “normal“ introvertierte Person hat auch manchmal Schwankungen in den extrovertierten Bereich. Während Sie vielleicht der Meinung sind, daß einer ihrer Freunde, welcher niemals ruhig ist und immer redet, der perfekte extrovertierte Mensch ist, hat er mit Sicherheit auch Momente in denen er friedvoll und ruhig ist. Allgemein gesagt, tendieren die meisten Leute dazu zwischen diesen Charaktereigenschaften hin und her zu schwanken.

Am Pokertisch können sich die Eigenschaften Extrovertiert/Introvertiert positiv auf das Spiel auswirken oder arge Probleme verursachen. Ein introvertierter Spieler hat es viel einfacher ein Pokerface aufzusetzen. Da er normalerweise ehr reserviert und ruhig ist, hat der introvertierte Spieler es am Spieltisch viel einfacher keine Emotionen zu zeigen. Der extrovertierte Spieler hingegen wird mehr reden und mehr von sich preisgeben, sodaß es wahrscheinlicher ist, daß er seinen Gegnern dadurch Tells geben wird. Wenn Sie extrovertiert sind, könnte es z.B. sein, daß Sie schneller oder lauter reden, wenn Sie eine gute Hand haben oder Sie haben ein nervöses Zittern in ihrer Stimme, wenn Sie versuchen zu bluffen.

Auf der anderen Seite neigen introvertierte Spieler dazu her enthusiastisch zu sein und sich zu freuen und nichts erfreut mehr, als nach endlosen Stunden mit Fold, Fold, Fold eine Monsterhand zu floppen. Diese Überraschung hinter einem entspannten, ausdruckslosen Gesicht zu verstecken, kann für introvertierte Spieler überaus schwierig sein. Er möchte eigentlich vor Freude aufspringen, muss aber sein Pokerface bewahren. Sehr schwierig!

Der extrovertierte Spieler hingegen ist normalerweise laut und redet viel, wenn er aber lange über eine Hand nachdenkt, wird jeder diese Änderung seiner Eigenschaften bemerken. Der Schlüssel zum Erfolg besteht darin, daß man beide Eigenschaften im Spiel einsetzt bzw. durch das Einsetzen beider Eigenschaften sein Tischimage wechselt. Oder man kann den anderen Weg gehen und eine der beiden Eigenschaften beherrschen.

Chris Ferguson ist am Spieltisch ein perfektes Beispiel für einen introvertierten Spieler. Er nimmt sich für jede Aktion sehr viel Zeit und er zeigt keine Emotionen. Man weiss nie, was Chris denkt.

Daniel Negreanu hingegen ist ein (fast) perfektes Beispiel für einen extrovertierten Spieler. Er liebt es zu reden. Er redet wenn er in einer Hand ist, er redet, wenn er nicht in einer Hand ist und er liebt es zwischen den einzelnen Händen zu reden. Er spricht über Sport, Rocky-Filme und manchmal redet er auch über Poker – aber er redet unentwegt. Aber versuchen Sie mal einen verbalen Tell von ihm zu bekommen!

Der Schlüssel zur Beherrschung seiner persönlichen Eigenschaften besteht darin, sich selbst zu kennen. Zu wissen, was man in Stress-Situationen macht und daran zu arbeiten diese Reaktionen kontrollieren zu können oder zu entscheiden, daß man eben damit Leben muss, daß man so ist, wie man ist – ein extrovertierter Spieler oder ein introvertierter Spieler.

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