Das PokerNews Interview: Phil 'OMGClayAiken' Galfond

phil galfond

Phil “OMGClayAiken” Galfond hat sich schnell zu einem der erfolgreichsten Pokerspieler der Welt entwickelt. Letztes Jahr belegte der High Stakes Cash-Game Spieler bei Full Tilt Poker nach Phil Ivey den 2. Platz in der Gewinner-Rangliste. Alleine im Jahr 2008 hat er bei Online Cash Games über $6,97 Millionen gewonnen. Außerdem hat er es mittlerweile geschafft, sich einen Namen in der Live-Poker Szene zu machen; letztes Jahr hat er bei der WSOP im $5.000 PLO Rebuy Event sein erstes WSOP Bracelet (und zusätzlich $817.781) gewonnen. Anfang dieses Jahres ist er mit seiner neuen Online Trainingsseite Blue Fire gestartet.

PokerNews: Sie sind momentan sehr mit Ihrer neuen Pokertrainings-Internetseite und mit dem Poker spielen beschäftigt. Wie sieht denn ein typischer Tag bei Ihnen aus?

Phil Galfond: Momentan gibt es keinen typischen Tag für mich. Manchmal arbeite ich den ganzen Tag an meiner Internetseite und an anderen Tagen spiele ich den ganzen Tag Poker, wenn die Spiele entsprechend gut sind. Dann mache ich auch ab und an mal einen Tag frei und relaxe ein wenig. Wenn die Onlinespiele richtig gut sind, müssen alle anderen Dinge allerdings warten; glücklicherweise tendiere ich dazu mich normalerweise an meinen Terminplan zu halten, so dass ich keine Probleme mit meinem Zeit-Management habe. Ich kann auch oft ohne Probleme bestimmte Sachen zeitlich etwas verschieben, wenn die Spiele zu gut laufen, um gerade aus zu steigen.

PN: Sie wurden recht spektakulär von [Tom Dwan’s] “durrrr Challenge” ausgeschlossen – was denken Sie, waren die Gründe und hätten Sie die Herausforderung angenommen, wenn Sie es gekonnt hätten?

Galfond: Ich wollte diese Herausforderung eigentlich nie wirklich annehmen. Tom wusste das, er wusste außerdem, daß ich seinen Spieltstil bewundere und zusätzlich sind wir auch noch gute Freunde. Ich denke, er hat mich von dem Wettbewerb ausgeschlossen, da er nicht wirklich behaupten wollte er wäre ein besserer Spieler als ich, da ich darauf nicht reagiert hätte.

PN: Würden Sie jemals eine ähnliche Challenge initiieren?

Galfond: Wie viele andere Pokerspieler, bin ich mir meiner Fähigkeiten sehr bewusst, bin aber nicht daran interessiert eine solche Challenge anzunehmen oder selbst eine Challenge zu starten. Tom spielt die Games mit den höchsten Einsätzen, deshalb war klar, daß nur die besten Spieler dieser Welt seine Herausforderung annehmen werden. Es ist schwer zu bestimmen, ob man einen Vorteil gegen einen Spieler, wie z.B. Patrik Antonius hat und wenn überhaupt, dann kann dieser Vorteil sowieso nur minimal sein und ich möchte meinen Bankroll nicht aufgrund eines minimalen Vorteils riskieren.

PN: Im Jahr 2008 liefen die Spiele überaus gut, aber es scheint so, als hätte es Anfang 2009 ein kleines Tief gegeben. Was denken Sie, wie es zukünftig mit den High Stakes Games weitergehen wird?

Galfond: Weil die Limits immer weiter stiegen, läuft es in den High-Stakes Games momentan nicht mehr so gut; ich denke es gehen einfach zu viel Spieler pleite. Wenn diese Spieler ohne einen ausreichenden Bankroll, sich an einem $1000/$2000 Spieltisch einkaufen, ist dies langfristig sehr schlecht für die High Stakes Games. Ich persönlich würde lieber in Games zwischen $50/$100 und $500/$1000 spielen, aber diese Limits sind bei den High Stakes Spielern nicht sehr beliebt. Es gibt auch wohl keinen direkten Grund für die Abneigung der Pros für diese Limits, da viele Pros ihre Vorgehensweise auf Basis der zu erwartenden Gewinnrate kalkulieren, welche an Tischen, wie z.B. Rail Heaven, offensichtlich höher ist. Außerdem wollen viele reiche Amateurspieler eigentlich immer nur gegen die Besten der Welt und in den höchsten Games spielen.

PokerNews: Würden Sie jemals auf ein Level, wie z.B. $25/$50, zurückgehen, wenn die Action in den High-Stakes Games abnehmen würde?

Galfond: Ich finde es sehr schwierig eine Session $25/$50 zu spielen, wenn ich am Tag vorher $200/$400 oder $500/$1.000 gespielt hatte. Wenn es keine High-Stakes Games mehr geben würde, hätte ich kein Problem damit, wieder $25/$50 zu spielen; ich spiele gerne in diesen Limits und es wäre sicherlich weniger stressig.

PN: Was hat Sie dazu bewegt mit Blue Fire Poker online zu gehen?

Galfond: So etwas wollte ich schon lange machen und ich hatte vorher schon die eine oder andere Anfrage von bereits existierenden Trainingsseiten. Diese Seiten hatten jedoch meistens schon Poker Pros im Team, welche auf dem gleichen Level sind, wie ich selbst; deswegen habe ich mich gefragt, wie ich den Seiten etwas anbieten könnte, was mich von den anderen Pros unterscheidet. Es ist jedoch viel interessanter, wenn man etwas ganz neues schaffen kann, wie ich es mit Blue Fire gemacht habe. Ich war in alle Abläufe involviert: die Personaleinstellung, den kreativen Prozess, das Review der Trainingsvideos usw. Es war sehr aufregend den Start eines Unternehmens mit zu erleben, aber hauptsächlich war es so spannend, da ich wusste, daß ich jede Menge Wissen weitergeben könnte. Ich will nicht nur daß man sich an mich als einen der besten Spieler der Welt erinnert, sondern möchte auch als einer der besten Lehrmeister in der Erinnerung bleiben.

PN: Vegas ist gleich um die Ecke. Möchten Sie auch in diesem Jahr ein Bracelet gewinnen?

Galfond: Es ist verrückt; vor meiner Teilnahme im letzten Jahr mochte ich die WSOP nicht wirklich. Ich hatte keine Lust zu reisen und zwei Monate in Las Vegas zu bleiben, außerdem bin ich kein wirklicher Fan von Turnieren – ich war dort, um ein Bracelet zu gewinnen. Nun wo ich ein Bracelet habe, vergesse ich manchmal sogar, daß ich es gewonnen habe. Ich sehe da keinen Unterschied, es ist wie bei jedem anderen exklusiven Club. Wenn mich aber die Leute daran erinnern, werde ich mir immer wieder darüber bewusst, was für ein wichtiger Meilenstein der Gewinn dieses Baracelts für meine Poker-Karriere war.

PN: Das Event welches Sie im letzten Jahr gewonnen hatten, wird in diesem Jahr nicht mehr stattfinden, da es auf dem neuen Turnierplan keine Events mit Rebuys geben wird. Was wissen Sie darüber?

Galfond: Ich bin der Meinung, daß es auch weiterhin Turniere mit Rebuys geben sollte, andererseits ist es mir eigentlich egal. Fast jeder Spieler mag Rebuy-Events, ich mag die Turniere, weil nach der Rebuy-Periode die Stacks relativ hoch sind. Wenn es bei der WSOP ein Turnier mit dreifachen Buy-In und dreifachem Chip-Stack geben würde, wäre die Lücke, welche durch den Wegfall der Rebuy-Events entstanden ist, für mich geschlossen. Ich bin nicht der Meinung, daß Rebuy-Turniere dazu dienen, daß sich Poker Pros ein “Bracelet kaufen“ können, nicht mehr und nicht weniger, als die anderen High-Stakes Events, wie z.B. das $50.000 H.O.R.S.E, welches den Pros die Möglichkeit gibt ein Bracelet in einem Event mit wenigen Teilnehmern zu gewinnen, an welchem Amateurspieler normalerweise nicht teilnehmen.

PN: Was sind Ihre Ziele für die diesjährige WSOP?

Galfond: Ich plane ein weiteres Bracelet zu gewinnen. Vor dem letzten Jahr, hatte ich bei der WSOP bereits einige kleine Preisgelder gewonnen, aber der Final Table im letzten Jahr, war mein erster WSOP Final Table. Der Final Table an sich, war schon ein großartiges Erlebnis, deshalb ist es umso erstrebenswerter ein Bracelet zu gewinnen und ich werde natürlich in diesem Jahr alles geben, um mit einem weiteren Bracelet nach Hause fahren zu können.

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