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Buchbesprechung: Joseph Walsh's 'Gambler on the Loose'

Buchbesprechung: Joseph Walsh's 'Gambler on the Loose' 0001

Joseph Walsh's Gambler on the Loose gewährt uns einen sehr unterhaltsamen, prägnanten Einblick in die komplexe Welt der Hauptberuflichen Glücksspieler. In der Pokerszene ist der Autor bekannt als Drehbuchautor und Co-Produzent des Films California Split aus dem Jahr 1974 (welcher von vielen als Allzeit bester Film zum Thema Glücksspiel betrachtet wird). Walsh's neuestes Werk besteht aus Sammlung von kurz Essays und Anekdoten, welche aus der Zeit zwischen 1940 (als der damalige Kinderschauspieler das erste Mal in Kontakt mit Sportwetten kam) und dem Jahr 1979 (als der Film California Split produziert wurde) stammen.

Obwohl das Buch sich im Allgemeinen an die Chronologische Reihenfolge hält, schweift Walsh häufig ab, um auf die Eigenschaften eines "wahren Glücksspielers" einzugehen, einen Charakter, welchen Walsh absichtlich mit einer ironischen Mischung aus Anerkennung und Spott portraitiert. In Anbetracht seiner eigenen Erfahrungen, zeigt uns Walsh Situationen, in welchen Glücksspieler als "Abenteurer" bewundert werden, oder als "willige Opfer" bemitleidet werden.

Obwohl Gambler on the Loose sich etwas lockerer mit der Thematik beschäftigt, kann man dieses Buch durchaus mit anderen Büchern vergleichen, welche sich mit der Psychologie des Glücksspiels beschäftigen. In dem Buch von Walsh wird jedoch nicht wie in vielen anderen Büchern versucht Wege aufzuzeigen, um das eine oder andere Problem zu verhindern, vielmehr hindert Walsh's eigenes Verständnis für die Motive und Neigungen der Glücksspieler ihn daran Wege für diese Probleme aufzuzeigen. Sicherlich werden Sie in diesem Buch viele Ratsschläge finden, aber sicherlich kein Allheilmittel für den "Gambler-Blues". Fakt ist, daß Walsh schließlich feststellt, daß die meisten Spieler wie "kranke junge Hunde" sind, welche nicht wirklich geheilt werden wollen.

Inmitten der oft urkomischen Erzählungen aus Walsh's eigener Gambler Karriere, geht er immer wieder auf andere Themen ein, wie z.B. auf die Frage was den wahren Glücksspieler von einem Nicht-Glücksspieler unterscheidet oder wie sich Walsh manchmal auf jene bezieht, welche einen Einsatz machen, aber vorher das Spiel an sich noch nicht einmal beobachtet hatten, "normale Leute".

Ab und An betrachtet Walsh die Glücksspieler als eine Art letzte Beispiele für die Carpe Diem Philosophie (Nutze den Tag). Wir Glücksspieler, sagt Walsh (und zählt sich selbst instinktiv zum Lager der Glücksspieler) sind Leute welche Grenzen überschreiten und wir wissen genau wie wir unsere Gefühle maximieren können". Spieler schrecken nicht davor zurück die Höhen und Tiefen eines Lebens zu erleben, sie suchen förmlich danach, "Experten für die Achterbahn des Lebens" welche sich einen Weg "durch die Höhen und Tiefen des Lebens" bahnen. Natürlich werden diese Lobpreisungen durch die eigenen Erfahrungen von Walsh wieder etwas relativiert, indem er z.B. aufzeigt, daß „Stress die zweite Natur eines wahren Spielers" ist.

Ein anderes Kapitel beschäftigt sich mit dem Thema betreffend der "wir gegen sie"-Mentalität der Glücksspieler im Bezug auf die "normalen Leute" (von welchen behauptet wird "... welche niemals wirklich das wahre Leben erlebt haben". Eine der amüsanten Stories in dem Buch beschäftigt sich mit genau mit diesem Thema, Walsh beschreibt eine Situation, in welcher er um einen hohen Einsatz spielte und der Raum mit Menschen gefüllt war, welche ihm zusahen. Nicht-Spieler tendieren dazu Spieler anzusehen, als kämen diese aus einer Freak-Show" erklärt Walsh. "Wir (die Spieler) tendieren dazu Nichtspieler anzusehen, als wären sie nicht existent". Zu den anderen Punkten, auf welche er näher eingeht gehören unter anderem der chronische Pessimismus von Spielern, ihre unterschiedlichen Aberglauben und die "Haß-Haß" Beziehung zu den Buchmachern.

Walsh geht auch auf Poker ein (zusammen mit Sportwetten beruhen darauf fast alle Beispiele für Glücksspiel in diesem Buch), im speziellen beschäftigt er sich mit dem Thema "Promi-Poker" - Promi's spielen Poker, was dazu führt, daß die Popolarität von Poker zunimmt und sich die Betrachtungsweise der Gesellschaft im Bezug auf Glücksspiel ändert. Er erzählt in diesem Zusammenhang einige interessante "hinter den Kulissen"-Geschichten von der Produktion des Films California Split, welche für Fans des Films sicherlich überaus amüsant sind.

Der Titel des Buches beschreibt auch gut den Stil in welchem das Buch geschrieben wurde, es besteht nämlich nicht nur aus einer Aneinanderreihung von Erzählungen. Die oft sehr lockere Art und Weise wie die Geschichten erzählt werden spiegelt "das phantastische Gefühl der Ungewissheit" wieder, welches nach Walsh charakteristisch für den Lebensstil eines Glücksspielers ist. Statt hinderlich zu sein, sorgt die zwanglose Vorgehensweise des Schriftstellers dafür, daß das Lesen dieses Buches sehr viel Spaß macht und man an einigen Stellen herzhaft lachen kann.

De vielleicht besten Ratschlag für Glücksspieler erteilt Walsh indirekt durch sein eigenes Beispiel – immer ein wenig auf ironischer Distanz zu dem Spiel zu bleiben, wenn man schon die Risiken eingehen muss, welche ein wahrer Glücksspieler nun halt mal auf sich nehmen muss. Walsh sagt:" Sie können ihre Verluste ernst nehmen, sich selbst sollten sie aber nicht so ernst nehmen oder sie werden irgendwann keine Outs mehr haben".

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