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Studie über den Effekt von Einzahlungslimitierung bei bwin veröffentlicht

Studie über den Effekt von Einzahlungslimitierung bei bwin veröffentlicht 0001

Über zwei Jahre lang haben das „Koordinierunszentrum für klinische Studien" der Uni Leipzig, die Abteilung für Suchtprävention der Uni Cambridge und die „Harvard Medical School" das Wett- und Spielverhalten von 48.114 bwin Usern analysiert. Die überraschenden Ergebnisse wurden jetzt im „Harm Reduction Journal" veröffentlicht.

Das „Harm Reduction Journal" ist eine offene Plattform, die wissenschaftliche Studien, Rezensionen wissenschaftlicher Texte oder auch Kommentare von Forschungsergebnisse veröffentlicht. Der Fokus ist immer auf Drogenmissbrauch bzw. Sucht in seinen verschiedensten Formen ausgerichtet. Dabei geht es aber weniger um physische wie psychologische Auswirkungen. Ziel ist es, durch diese offene Plattform einen regen Austausch zu schaffen, der neue Erkenntnisse für die öffentliche Gesundheitspflege schafft. Die Forschungen und ihre Ergebnisse sind nicht gewinnorientiert, d.h. die Wissenschaftler sind als neutrale Instanzen, die in wissenschaftlichem Sinn arbeiten, zu verstehen.

Dieser Hinweis ist auch den Forschern der Langzeitstudie über das Wett- und Spielverhalten von 48.114 bwin Usern äußert wichtig. Keine finanzielle Beeinflussung hat die Analyse der Daten, die zwischen 2005 und 2007 gesammelt wurden, beeinträchtigt. Sieht man sich die Ergebnisse an, dann ist die Betonung auf diesen Hinweis verständlich, denn diese sind überraschend ausgefallen.

Ausgangspunkt der Forschung war die Suche nach effektiven Mitteln um Spiel- und Wettsucht vorzubeugen. Dafür hat bwin die Möglichkeit zu einer Limitierung eingeführt. User hatten bei ihrem Konto die Möglichkeit ihre Einsätze zu limitieren. Daraufhin wurde das Spielverhalten von Spielern, die ihre Kontoeinzahlungen überschritten, und jenen die es nicht taten verglichen, sowie das Spielverhalten vor und nach der Überschreitung der Limits.

Das Wettverhalten von exakt 48114 Usern, die sich zwischen 1. Februar und 28 Februar 2005 registriert hatten und jene, die vor dem 28. Februar 2007 Geld auf ihr bwin-Konto eingezahlt hatten, wurde zwei Jahre lang erfasst.

Im Detail geht die Studie auf Wetten und Glücksspiele im Internet ein, weil es ein sehr junges Medium ist. Exakte Studien über die Beteiligung an Internetwetten und Glücksspiel gibt es laut diesem Bericht wenige. Dennoch werden zwei empirische Erhebungen genannt, die in den USA durchgeführt wurden. Dabei bewegen sich die Zahlen der User zwischen 0,3% bis 4%. Eine weitere Studie hat 1294 Internet-User in Ontario/Kanada befragt, davon haben 5,3% in den letzten 12 Monaten online gespielt oder gewettet. Die Teilnahme an Online-Wetten oder Spielen ist also geringer als gedacht – andere Formen wie Casinos oder Lotteriespiele verzeichnen größere Umsätze und Steigerung. Dennoch sei es ein wachsender Markt, dessen Kurve vergleichsweise steil ansteigt. Aus diesem Grund wurde besagte Langzeitstudie des „Koordinierunszentrums für klinische Studien", der Abteilung für Suchtprävention der Uni Cambridge und der „Harvard Medical School" ins Leben gerufen und bilden einen wichtigen Teil der Suchtforschung, denn das Wissen über tatsächliches Suchtverhalten bei Internet-Benutzern sei bis dato begrenzt. Spekulation über mögliche Risiken im Bezug auf Internet-Glücksspiel hätten einen offenkundigen Mangel an Zuverlässigkeit, genauso wie das augenscheinliche Unvermögen der Zugangssicherung für Minderjährige oder suchtgefährdete Personen.

Der Bericht spricht auch über gezielte Möglichkeiten im Internet Schutzmechanismen zu implementieren, wie z.B. Software-Tools die das Verhalten aufzeichnen und zuordnen. Eine Web-basierende Technologie könne Zeitlimits setzen, eine Limitierung auf Kreditkarten könne ebenso hilfreich sein, wie die Möglichkeit sich selbst Limits zu setzen oder sich ganz vom Zugang zu einem Anbieter auszuschließen.

Mit diesen gesammelten Grundinformationen über Internetwetten und –Glücksspiel haben sich die Forscher in Kooperation mit bwin daran gemacht tatsächliche Erhebungen und Ergebnisse erzielen zu können. Dafür hat bwin ein Einzahlungslimit für einen bestimmten Zeitraum in sein System implementiert. Will der User mehr als möglich, in diesem Zeitraum, auf sein Konto einzahlen wird sein Vorhaben durch eine Benachrichtigung abgelehnt. € 1000,- sind es pro 24 Stunden oder € 5000,- innerhalb von 30 Tagen ist das bwin Limit. Die Einzahlung kann nur dann diese festgesetzten Limitierungen überschreiten, wenn das Verhältnis des Gewinns im Vergleich zur Kontoeinlage überproportional hoch ist oder der User außergewöhnlich hohe Einkünfte nachweisen kann. Aber auch die festgesetzte Limitierung seitens bwin kann durch den User verringert werden.

Nur 160 User, das sind 0,3%, (5 Frauen und 155 Männer mit einem durchschnittlichen Alter von 30,8 Jahren), überschritten laut der Studie zumindest einmal ihr gesetztes Limit. Diese hatten auch eine höhere Spielfrequenz als andere User. Das Verhalten, verglichen vor und nach der Überschreitung, zeigt, dass das Spiel- und Wettverhalten sich nach der Überschreitung etwas nachteilig ausgewirkt hat.

Generell überschreiten diejenigen ihre Limits, die gewillt sind ein höheres Limit einzugehen. Überraschender Weise hat sich bei der Studie gezeigt, dass diese User aber gesamt gesehen relativ erfolgreich sind, der Prozentsatz der Verluste ist geringer, als bei denjenigen, die weniger Risiko eingehen. Wenngleich natürlich auch einige eher geringe Gewinne verbuchen konnten. Einzahlungslimits scheinen die Ausmaße von großen Verlusten oder gar Bankrott vermeiden zu können, so die Zusammenfassung der Studie.

Unglücklicherweise vermerkt der Bericht, dass das Limit von bwin leicht zu umschiffen sei, da der nächste Anbieter ohne Limitierung nur einen Mouse-Klick entfernt wäre. Deshalb wäre eine generelle Richtlinie für Wett- und Glücksspielanbieter im Internet erforderlich, wie Lizenzierungen oder eine verpflichtende Einbindung von Software-Kontrollprogrammen.

Der gesamte Bericht über die genaue Errechnung der Daten im zweijährigen Zeitraum ist unter http://www.harmreductionjournal.com/content/5/1/27 nachzulesen.

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