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Live Turniere – wer sind die Besten in Deutschland, Österreich und Schweiz?

Live Turniere – wer sind die Besten in Deutschland, Österreich und Schweiz? 0001

Erst vor wenigen Tagen haben wir für euch das Internet durchforstet, um euch die besten Online-Pokerspieler/innen vorzustellen. Aber wie sieht es im Live-Segment aus? Wer sind die Top-Spieler/innen von Deutschland, Österreich und der Schweiz?

PokerNews hat recherchiert.

Im Live-Bereich zählt Erfahrung und ein langer Atem sich im stressigen und zeitraubenden Turniergeschehen zu etablieren. Es ist schon etwas ganz anderes seinen Gegnern direkt in die Augen sehen zu müssen, die Atmosphäre zu spüren. Da verwundert es nicht, dass in den „All Time" – Listen beim Live-Poker keine „Jungspunde" á la Online-Poker zu finden sind. Nein, es sind die Routiniés, die hier das Sagen haben.

Mit einem bisherigen Gesamtgewinn von knapp 1 Million Euro gilt Andreas Krause als der bis dato beste Turnierspieler Deutschlands. Der ehemalige Fußballspieler hat sich nach einem Ibiza Urlaub mit seinen Fußballkumpels das „Pokerfieber" eingefangen. Das war 1996 – seit damals reist er um die Welt und ist bei den größten Turnieren anzutreffen. 2008 ist bis dato kein schlechtes Jahr für Krause, hat er doch bei der „Casinos Austria Poker Tour" (CAPT) schon acht mal abgecasht. In seiner Lieblingsdisziplin Omaha Pot Limit hat er in Salzburg, im April, sogar Platz 1 belegt. Bei der diesjährigen WSOP belegte er bei Event #1 – diesmal Pot Limit Hold'em – den 16. Platz. Immerhin war das Preisgeld umgerechnet € 21.500,-. Sein bis dato höchster Gewinn war bei den „Masterclassics of Poker" im Holland Casino in Amsterdam im November 2005 – $108.781,- also umgerechnet ca. € 70.600,-. <br>

Rang zwei der Top 100 Turnierspieler Deutschlands belegt Eddy Scharf. Der Pilot spielt seit 1995 regelmäßig und konstant Poker. Seit 2007 ist er im Team der FullTilt Poker Pros. Auch er war bei der diesjährigen WSOP wieder dabei – zwei Bracelets darf er bereits sein Eigen nennen. Auch wenn es dafür dieses Jahr nicht gereicht hat, ein Vielfaches seiner Buy-Ins konnte er als Preisgeld mit nach Hause nehmen. Bei Event # 3 der CAPT in Bregenz im Februar ist er als Erster vom Tisch gegangen – knapp € 25.000,- waren sein Preisgeld. <br>

Markus Lehmann belegt den Dritten Platz der „All Time" List der besten Deutschen Turnier-Pokerspieler. Neben Poker sind auch Schach und Backgammon seine große Leidenschaft. Schon in den späten Siebzigern/frühen Achtzigern hat Lehmann vom Spiel gelebt. Er hat es geschafft bei der WPT in Barcelona 2007 zu gewinnen – das hat vor ihm noch kein Deutscher Spieler geschafft, das Preisgeld waren € 562.000,-. Erst jetzt im März hat auch er beim CAPT Event in Bregenz gewonnen – satte € 95.930,- konnte er mit nach Hause nehmen. <br>

Wie siehts bei den Österreichern aus? Wer sind da die besten drei Turnierspieler? Es sind Erich Kollmann, Markus Golser und Sigi Stockinger. <br>

Erich Kollmann alias „Coolman" lebt in Linz und hat sich seit 2007 unter die Pokerprofis gemischt. Davor war er bei BMW, so schnell hat er Poker nicht zu seinem Hauptberuf gemacht, obwohl er schon seit seiner Kindheit Poker spielt. Seine aktuellsten Erfolge ist sein Sieg beim „European PokerNews Cup" im April, ein Dritter Platz bei der CAPT in Bregenz und ein respektabler Fünfter Platz beim „Friday No Limit Hold'em Tournament" im Bellagio in Las Vegas. Sein bisheriger Gesamtgewinn – knapp € 600.000,-. <br>

Erich Kollmann hat sich Jahre lang mit Sigi Stockinger um Platz 1 gematcht – jetzt hat sich auch noch Markus Golser „dazwischen gedrängt"!? Ein ausführliches Porträt über den Salzburger findet ihr hier: „Porträt Markus Golser". <br>

Mit einem Gesamtgewinn von ca. € 500.000,- muss sich Sigi Stockinger derzeit mit Platz drei der „All Time" Bestenliste Österreichs zufrieden geben. Wenngleich auch er über eine langjährige Turniererfahrung verfügt und schon einige Erfolge erzielen konnte. Ein guter 17. Platz beim Main Event der WSOP im Jahr 2002, dann 2004 bei der Stud EM in Baden ein Dritter Platz und € 50.000,- Preisgeld. Im internationalen Feld waren seine größten Erfolge ein Sechster Platz bei der WSOP 2005 im Event #27 Pot Limit Omaha und der Erste Platz beim WSOP-E Trial des „Spring Poker Festivals" im Concord Card Casino 2006, € 130.000,- hat er damals gewonnen. <br>

Die Liste der bis dato besten Turnier-Pokerspieler der Schweiz führt nicht Rino Mathis an, sondern Chris Bigler. Der ehemalige Internet-Business-Berater und Gründer von pokerpages.com, hat schon 1998 seinen Job gegen Poker eingetauscht. Von da an war er bis 2006 ein sehr aktiver Poker-Turnierspieler. Sein größter Erfolg war ein fünfter Platz beim Main Event der WSOP im Jahr 1999 - € 155.000,- war sein damaliges Preisgeld. Damals war die Preisgeld-Struktur beim Main Event noch nicht in derart astronomischen Höhen, wie es heute der Fall ist. Insgesamt hat er aber schon sechs Mal die Bubble eines WSOP Turniers erreicht. Und auch bei der WPT war er schon acht Mal erfolgreich. 2002 war da sein erfolgreichstes Jahr – Fünfter beim WPT $10.000 No Limit Hold'em Event im Bellagio in Vegas und Zweiter beim WPT $3.000 No Limit Hold'em Event im Lucky Chances Casino in San Francisco. Eine Summe von $150.000,- hat er nur bei diesen beiden Turnieren gewonnen. Insgesamt hat Bigler, wie Andreas Krause, knapp € 1.000.000,- bei Live-Poker-Turnieren verdient. <br>

Platz zwei belegt Rino Mathis, „Mr.Barolo" – so sein Spitzname, weil er Wein liebt, spielt neben Poker auch gerne Schach und Backgammon und bezeichnet sich selbst als absoluter Familienmensch. Auch er ist schon seit Mitte der 90er Jahre bei Pokerturnieren unterwegs. Er spielt viel in Österreich, aber auch in den USA. Dieses Jahr hat er den € 800 No Limit Hold'em Event bei der CAPT in Bregenz mit € 43.740,- gewonnen. Beim „second chance" Tunrier des Spring Poker Festivals hat er einen guten fünften Platz gemacht. Seine Teilnahme bei der diesjährigen WSOP war mit einem 18. Platz beim $10.000 Pot Limit Omaha Championship gekrönt. Einen richtig großen Sieg bei einem großen Event konnte der Schweizer noch nicht landen, Zeit wärs und verdient allemal. <br>

Claudio Rinaldi ist der Dritte in der Schweizer Bestenliste der Pokerturniere. Der ehemalige Croupier hat erst 2005 mit Poker begonnen. Er hat sich in der Turnierszene gut etabliert, obwohl im Cash-Games lieber sind. Trotzdem sind seine Erfolge nicht schlecht: 2007 hat er den No Limit Hold'em Event der „Perla Poker Parade" in Nova Gorica/Slowenien gewonnen und dafür knapp € 10.000,- erhalten. Sein intensivstes Turnierjahr war bist dato 2007, da hat er viele Turniere gespielt und sich immer im oberen Mittelfeld gehalten. Dieses Jahr war auch er bei der WSOP und konnte sich zweimal „ins Geld" spielen. Einerseits beim WSOP Shootout Event, da wurde er 61. und gewann € 3.500,- und beim Main Event ist er mit dem 624. Platz ausgeschieden. Das hat ihm immerhin auch noch $ 21.230,- eingebracht (= umgerechnet € 14.000,-) und sein Buy-In kam verdoppelt retour. <br>

Das waren die jeweiligen Top-3 Spieler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im internationalen Vergleich ist das Einkommen/Preisgeld natürlich niedriger als es z.B. bei Spielern aus den USA der Fall ist. Denn soviel hochdotierte Turniere, wie es in den USA der Fall ist, gibt es in Europa nicht. Das sind dann immer besondere Events und da stehen die Spieler aus den drei Ländern im Vergleich nicht schlecht da.<br>

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