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Buchbesprechung: Warwick Dunnett's 'Poker Wizards'

Buchbesprechung: Warwick Dunnett's 'Poker Wizards' 0001

Warwick Dunnett's Poker Wizards: Wisdom from the World's Top No-Limit Hold'em Players (Poker Zauberer: Weisheiten der weltbesten No Limit Hold'em Spieler) vereint Beiträge von einigen der weltbesten Pokerspieler in einem Buch. Das Buch beschäftigt sich vor allem mit No Limit Turnieren, es gibt aber auch einige Bezüge zu Limit Hold'em und zu Cash-Games und in fast allen Artikeln finden Sie Tipps zur Pokerpsychologie, Tells, Bankroll Management und vielen anderen Bereichen, welche auch für "Nicht-NLHE" Spieler interessant sind.

Der von Dunnett ausgewählte Buchtitel"Wizards" ist ein wenig irreführend, weil durch den Titel der Eindruck erweckt wird, daß der Erfolg beim Pokern irgendetwas mit Magie oder nicht-rationellen Dingen zu tun hätte. Tatsächlich ist es aber so, daß durch die Unterschiedlichkeit der einzelnen Artikel ganz klar dargestellt wird, wie wichtig das ständige Lernen, Disziplin und harte Arbeit ist, um sein Spiel zu verbessern.

Durch die vielen Autoren präsentiert sich das Buch in der Tradition des "Super Systems" – was jedoch auch nicht ganz zutrifft, da der Fokus hier eigentlich auf ein einziges Spiel gerichtet sein sollte, aber jeder Autor noch zusätzlich generelle Tipps gibt (die meisten Kapitel sind zwischen 20-30 Seiten lang)

Die Auswahl, welche Dunnett bei den Autoren getroffen hat, ist sehr elitär. Dan Harrington und T.J. Cloutier sind bereits etablierte Poker-Autoren, sie gehören zu den meist gelesenen Poker-Schriftstellern unserer Zeit. Daniel Negreanu und Mike Sexton haben ebenfalls schon einige Bücher geschrieben. Es gibt aber auch drei Kapitel, welche von Poker-Newcomern in der Poker-Pro Szene geschrieben wurden - Marcel Luske, Kathy Liebert und Mel Judah. Abgerundet wird das Ganze durch einen Beitrag von Marc Salem, ein Autor, welcher kein Poker-Spieler ist, welcher aber schon mehrere Bücher zu dem Thema Körpersprache veröffentlicht hat und durch eigene Beiträge von Dunnett.

Das Kapitel von Ferguson ist ein guter Start für das Buch, er verrät in seinem Artikel etwas Insiderwissen im Bezug auf " Ein gutes Gefühl beim Pokern durch Intellekt", die Theorie des Spiels und geht auf einige andere interessante Themen ein. Das Kapitel von Ferguson steht von seinem Aufbau her stellvertretend für alle weiteren Kapitel des Buches, der Aufbau ist nicht wirklich offenkundig. Die Überschriften sind hilfreich, aber die einzelnen Abschnitte der einzelnen Kaptitel tendieren dazu, keinen wirklichen Übergang von Abschnitt zu Abschnitt zu haben. Die meisten der Autoren gehen zwar auf einzelne Bereiche, wie z.B. "Turnierstrategie", "Konzepte für Starthände", "Tells", "Geldmanagement" usw. sehr ausführlich ein, aber kein einziges Kapitel bietet dem Leser wirkliche anwendbare Richtlinien. Das Buch bietet seinen Lesern vielmehr eine Folge von Kapiteln, welche wie Konversationen anmuten, in welchen die Pros den Lesern einzelne Teile ihrer Weisheiten präsentieren.

Nach dem Kapitel von Ferguson folgt das Kapitel von Negreanu, in welchem vielleicht die wertvollsten Tipps des gesamten Buches zu finden sind. Er geht auf unter anderem auf die psychologische Komponente beim Pokerspiel und auf einige andere Qualitäten ein, von welchen Negreanu glaubt, daß sie notwendig sind, um erfolgreich Poker zu spielen. In den darauf folgenden Artikeln von Harrington, Cloutier und Sexton findet man viele allgemeine Informationen zu No Limit Hold'em Turnieren, welche allerdings meistens schon in irgendwelchen anderen Artikeln der Autoren zu finden waren (Harrington geht auf "Inflection Points/Zones" ein; Sexton schreibt über "Aggressives Spiel"). Diese Kapitel liefern den Lesern, welche bisher keine anderen Artikel dieser Autoren gelesen haben, sozusagen eine Einführung in die grundsätzlichen Überlegungen der drei Poker-Pros.

Eine interessante Facette von Poker Wizards ist, daß die Pros in einzelnen Punkten unterschiedliche Meinungen haben. So hat z.B. jeder der Autoren etwas zum Thema Bankroll Voraussetzungen für Turnier Poker zu sagen, die Empfehlungen liegen im Bereich von 20 Buy-In's (Sexton) oder 40 Buy-In's (Liebert) hin bis zu 200 Buy-In's (Ferguson). Judah hat zum Thema Buy-In's den interessantesten Tipp, er empfiehlt Satelliten und Cash-Games, um die Kosten für Turnier-Buy-In's zu subventionieren.

Von den Newcomer-Autoren gehört der Artikel von Luske sicherlich zu den interessantesten,

er geht auf die allgemeine Einstellung und die mentalen Aspekte des Spiels ein. Wie die meisten anderen Pros (mit Ausnahme von Harrington) ist Luske der Meinung, daß es wichtiger ist seinen Gegner zu spielen, als die eigenen Karten zu spielen. Er sagt außerdem, daß die Handauswahl der wichtigste Skill für neue Spieler ist, um sich weiterentwickeln zu können. Er schreibt auch darüber, wie wichtig es ist sich am Tisch wohlzufühlen – er ist der Meinung, daß man durch eine durchdachte Handauswahl Situationen, in welchen schwierige, Unwohlsein produzierende Entscheidungen getroffen werden müssen, größtenteils vermieden werden können.

Die beiden von den Nicht-Pokerspielern geschriebenen Artikel sind hilfreicher, als man vielleicht im ersten Moment annehmen könnte. Das Kapitel von Marc Salem liefert viele Informationen zu dem Thema "Körpersprache", wobei diese Informationen sehr gut durch die Tipps, welche die Poker-Pros in ihren Artikeln zu diesem Thema geben, ergänzt werden. Dunnett's Kapitel, in welchem er alles noch einmal kurz zusammenfasst, ist sehr übersichtlich aufgebaut und bietet den Lesern einige weitere zusätzliche Anregungen und Denkansätze zum Thema "Online Spiel" und "Home Games".

Obwohl das Buch kein "Super System" ist, vermittelt "Poker Wizards" seinen Lesern einige nützliche und hilfreiche Einblicke in das No-Limit Turnier Spiel, außerdem bietet das Buch seinen Lesern die Möglichkeit zu Erfahren, was einige der erfolgreichsten PokerPros der Welt zu bestimmten Themen zu sagen haben.

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