2019 World Series of Poker Europe

Porträt Sebastian Ruthenberg

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Nach dem fulminanten Sieg von Jens Vörtmann hat es wieder ein Deutscher geschafft, sich ein Bracelet bei der WSOP zu sichern. Sebastian Ruthenberg holt sich beim Event #33 ($ 5000 Seven Card Stud Hi-Low Split-8 or Better) den ersten Platz und sein erstes Bracelet. Gibt es einen besseren Grund für ein Pokerspieler-Porträt? Wohl kaum…

Der 24-jährige Hamburger hat sein erstes WSOP-Bracelet gewonnen.

Und das, obwohl er erst seit 2004 das Pokerspiel für sich entdeckt hat. Im Internet hat er begonnen und sich peut á peut an die Pokerspitze gespielt. Damals wurde er durch einen Link auf einer Sportwettenseite auf Online Poker aufmerksam. Als gelernter Computerspezialist ist dieser Zugang (also über das Internet) wahrscheinlich der logischste gewesen.

Als „Luckbox", „Miamivice" oder „taktloss47" ist er auf den Pokerportalen zu finden. Begonnen hat er mit Hold'em Limit Cash Games und anfangs einiges an Lehrgeld - bzw. könnte man in diesem Fall auch Leer-Geld sagen - bezahlen müssen. Daher hat sich Ruthenberg dazu entschlossen sich über Pokerbücher weiterzubilden und hat, laut eigenen Angaben, so um die 20 Bücher zum Thema Poker gelesen. Mittlerweile spielt er Online am liebsten No-Limit Hold'em Cashgames und Multitable-Tournaments.

Sein Bildungsdrang und 2-4 Stunden Pokerspiel pro Tag haben ihn zu einem erfolgreichen Pokerspieler gemacht und so ist er seit 2006 im Profi Lager und das (man glaubt es kaum!?) obwohl sich Ruthenberg nicht mal sicher ist ob er überhaupt ewig Pokern will. Am liebsten spielt er Online – so zwischen 8 bis 12 Tische gleichzeitig und ist seit mehr als einem Jahr auch bei den großen Live-Turnieren dabei. Der Grund dafür ist simpel: Bei Online Turnieren gibt es nicht so hohe Buy-Ins und Gewinnmöglichkeiten.

So richtig wohl fühlt sich Ruthenberg bei Live-Spielen aber immer noch nicht (wen wundert es, Computeraddicts brauchen keinen Menschenauflauf), und daher spielt er auch wenig Live-Cashgames. Bei großen Turnieren ist er aber immer wieder dabei und reiht sich in die Ränge der weltbesten Spieler.

Sein bisher größter Triumph war gerade jetzt bei der WSOP im Turnier #33, das er im Heads-up Battle gegen niemand geringeren als Chris „Jesus" Ferguson gewonnen hat. Satte $ 328.756,- waren Ruthenbergs Preisgeld. Aufgewärmt hatte er sich bereits beim $ 2.500,- No Limit Hold'em Event mit einem 68. Platz.

Aber auch andere Erfolge zeichnen Ruthenberg als ernsten Gegner aus. Beim PartyPoker Nations Cup in Cardiff hat er den 4. Platz beim Finale belegt und erst im März bei der EPT in Warschau einen 13. Platz mit $ 33.961,- Preisgeld hingelegt. Der Hamburger-Jung lässt seit seinem Wechsel zur Profi-Liga nichts anbrennen…

Trotzdem bleibt er (hoffentlich noch lange) am Teppich und kann seine Erfolge kaum glauben, denn noch vor zwei Jahren wären für ihn derart hohe Buy-Ins und Limits (beim Online spielen) völlig undenkbar gewesen. Aber die Erfolgsrate passt die Bankroll an und so hat sich Ruthenberg auch langsam an „andere" Geldbeträge gewöhnt.

Seit dem diesjährigen EPT Finale in Monte Carlo darf er sich zu den Jungstars von „Pokerstars.de" zählen. Die siebenköpfige Truppe die „Pokerstars.de Shooting Stars" getauft wurde, ist aus den besten deutschsprachigen Spielern zusammengewürfelt worden. Neben Sebastian Ruthenberg sind auch Jan Heitmann, Johannes Strassmann, Johannes Steindl (aus Österreich), Georg Danzer, Benjamin Kang und Anton Allemann (aus der Schweiz) mit im Team. Dass Ruthenberg einer von den Shooting Stars wurde, sicherte ihm auch die Teilnahme an der WSOP. Gibt es wirklich Zufälle im Leben oder was? Bei seiner ersten Teilnahme spielt er sich gleich zweimal ins Geld und holt sich beim zweiten Antritt auch noch „Gold" – da mag manch Einer mit dem Kopf schütteln. Aber er ist eben sehr fokussiert, der Herr Ruthenberg, und ein Computermensch ist multitasking fähig – ein großer Vorteil beim Pokern. Und weil er immer so brav die Lehrbücher gelesen hat, ist er 2007 gleich selbst unter die Autoren gegangen und ist neben Katja Thater, Michael Keiner, Thomas Bihl und Stephan Kalhamer einer der Autoren der Pokerbibel „Pokermatrix" – sein Spezialgebiet natürlich Multi-Table-Tournaments…

Jetzt heißt es aber erstmal feiern und genießen… das erste Bracelet ist in der Tasche!

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