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Acht Fragen zur WSOP 2008

Acht Fragen zur WSOP 2008 0001

Da die WSOP nun startet, sollten wir uns einige wichtige Fragen betreffend der nächsten sechs WSOP-Wochen etwas näher ansehen.

1. Wieviele Spieler werden am Main Event teilnehmen?

Das ist die große Frage, welche jedes Jahr gestellt wird und viele benutzen die Teilnehmeranzahl als einen Kennwert für die Popularität des Pokers. Die Teilnehmeranzahl hat bisher fast in jedem Jahr zugenommen, seit es die WSOP gibt, mit Ausnahme der Jahre 1971 (von 7 auf 6), 1992 (von 215 auf 201) und 2007 (von 8773 auf 6358).

Während der 70'er stieg die Teilnehmeranzahl von 7 auf 54. Zum Ende der 80'er betrug die Teilnehmeranzahl 178 und bis zum Ende der 90'er stieg sie auf 393. In den Jahren 2000 bis 2002 stieg die Teilnehmeranzahl nur marginal von 512 auf 631. Während den letzten 5 Jahren ist die Teilnehmeranzahl förmlich explodiert (Nachfolgend finden Sie eine Liste mit den jeweiligen Teilnehmeranzahlen, den Champions und den Preisgeldern)

2003: 839 Spieler (Chris Moneymaker, $2.5 Millionen)

2004: 2,576 Spieler (Greg Raymer, $5 Millionen)

2005: 5,619 Spieler (Joe Hachem, $7.5 Millionen)

2006: 8,773 Spieler (Jamie Gold, $12 Millionen)

2007: 6,358 Spieler (Jerry Yang, $8.25 Millionen)

Jeder hat so seine eigene Meinung, was die Teilnehmeranzahl am Mai Event angeht. Wird die schlechte US-Wirtschaftslage dazu führen, daß weniger Spieler teilnehmen oder wird der schwache Dollar mehr Spieler aus Übersee (welche hervorragende Wechselkurse erhalten) anziehen. Wird die viermonatige Pause bis zum Final Table sich negativ auf die Teilnehmeranzahl auswirken oder wird die verlängerte Zurschaustellung der Final Table Teilnehmer, dafür sorgen, daß mehr Spieler teilnehmen?

Meiner Meinung nach, wird die Teilnehmeranzahl höher sein als im letzten Jahr, aber kleiner als im Jahr 2006 (zwischen 6400 und 8000). Wenn die Sache mit ESPN's "beinahe live" ausgestrahltem Final Table dafür sorgt, daß die Einschaltquoten gut sind, könnte es sein, daß das Main Event im Jahr 2009 den Rekord des Jahres 2006 brechen wird.

2. Wie groß wird das Event #2 sein (Event #2 ist das erste 1500$ NLHE Event)

Im Jahr 2004 war das WSOP Main Event das erste große Turnier, welches mit mehreren Starttagen begann. 2500 Spieler quetschten sich an jedem der beiden Tage ins Binions Horseshoe. Dieses Jahr werden an Event #2 so viele Spieler teilnehmen, daß ebenfalls zwei Starttage benötigt werden, wobei an jedem Tag ca. 2000 Spieler starten werden.

Der aktuelle Rekord für ein WSOP Turnier (ausgenommen das Main Event) betreffend der Teilnehmeranzahl war das letzt jährige Event # 49 (1500$ No-Limit Holdem) mit 3151 Teilnehmern. Event #2 sollte diesen Rekord in diesem Jahr locker brechen können und den Rekord auch mindestens für 1 Jahr halten, da es in diesem Jahr im Rahmen der WSOP kein Turnier gibt, welches eine Chance hätte diese Teilnehmeranzahlen zu erreichen, da nur Event #2 für zwei Starttage geplant wurde (natürlich mit Ausnahme des Main Events)

Event #2 sollte außerdem eine neue Rekordmarke für den höchsten WSOP Preliminary Preispool und den höchsten Preliminary 1. Preis (wobei das 50.000 H.O.R.S.E. Event aus offensichtlichen Gründen nicht mitzählt)

3. Wo ist das Event der Champions?

Das original "Tournament of Champions of Poker" wurde von Mike Sexton und Chuck Humphrey im Jahr 1999 veranstaltet und wurde im Orleans Casino/Las Vegas ausgetragen. Es war drei Jahre lang ein Event, zu welchem man eingeladen werden musste und war nur offen für Spieler, welche ein Turnier im vorangegangenen Jahr gewonnen hatten.

Das TOC verschwand danach für einige Jahre aus dem Blickfeld, bevor es im Jahr 2004 in die WSOP integriert wurde und von diesem Zeitpunkt an den Namen "WSOP Tournament of Champions" trug (im Jahr 2004 übernahm Harrah's die WSOP). Drei Jahre lang wurde das Tournament of Champions mit einem Preispool in Höhe von 2 Millionen Dollar ausgetragen. Aber jedes Jahr änderte sich das Erscheinungsbild dieses Formates ein wenig.

Im Jahr 2004 wurden 10 Spieler eingeladen, der Preispool betrug insgesamt 2 Millionen Dollar und das Format war "Der Gewinner erhält alles". Im Jahr 2005 hatten sich 105 Spieler durch ihre Erfolge bei der WSOP und beim WSOP Circuit für das Turnier qualifiziert. Im Jahr 2005 hatte Mike Matusow für seinen Sieg bei diesem Turnier ein Preisgeld in Höhe von 1 Millionen Dollar erhalten. Im Jahr 2007 nahmen nur noch 27 Spieler teil und Mike Sexton besiegte Daniel Negreanu im Heads-Up und gewann 1 Millionen Dollar (wobei er die Hälfte davon für wohltätige Zwecke spendete).

Danach wurde das Tournament of Champions vom Turnierplan gestrichen und es wurde nicht angekündigt, wie die zukünftigen Pläne aussehen. Das WSOP TOC war immer ein Garant für ein außergewöhnliches Event, an welchem regelmäßig die Super-Stars der Pokerszene teilnahmen. Das Turnier war sozusagen ein kleines " Danke Schön" an die Top Player, ein High Profile Freeroll.

Das Tournament of Champions begann und endete mit Mike Sexton und es ist eine Schande, daß dieses große und einzigartige Turnier nicht mehr stattfindet. Es bleibt allerdings noch ein kleiner Hoffnungsschimmer, Harrah's plant das TOC eventuell irgendwann in der Zukunft wieder in den WSOP-Turnierplan mit aufzunehmen.

4. Wird im Jahr 2008 irgendjemand mehrere Bracelets gewinnen?

Obwohl es schwierig erscheint in einem Jahr mehrere Bracelets zu gewinnen, passierte es bei 22 der insgesamt 38 WSOPs. Wenn man die ersten beiden Jahre weglässt (da in diesen Jahren die WSOP nur aus einem Event bestand), bedeutet das, daß in 61% der WSOPs (mit mehr als einem Event) mindestens ein Spieler mehrere Bracelets gewonnen hat.

Obwohl es in den heutigen Tagen durch die hohen Teilnehmeranzahlen schwieriger geworden ist, ein Bracelet zu gewinnen, wird dieser Nachteil durch die gestiegene Anzahl der Events ausgeglichen – aktuell haben in den letzten 7 Jahren (in Folge) bei jeder WSOP jeweils Spieler mehrere Bracelets gewonnen.

Das Jahr mit den meisten Spielern, welche mehrere Bracelets bei einer WSOP gewonnen haben, war das Jahr 2003. In diesem Jahr haben sechs Spieler jeweils mindestens zwei WSOP Bracelets gewonnen: Chris "Jesus" Ferguson, Men "The Master" Nguyen, Johnny Chan, Layne Flack, John Juanda und Phil Hellmuth. Da im Jahr 2003 insgesamt 36 Events gespielt wurden, haben diese Spieler 33% der gesamten Bracelets gewonnen.

5. Wird in diesem Jahr ein Frau ein Bracelet bei einem offenen Turnier gewinnen?

Dank der WSOP Ladies Events, wird in jedem Jahr mindestens eine Frau ein WSOP Bracelet gewinnen. In den offenen Events haben es die Damen aber immer noch sehr schwer sich gegen die Männer durchzusetzen und ein Bracelet zu gewinnen.

Die WSOP 2004 war für die Frauen ein phantastisches Jahr. Drei Frauen haben offene Bracelets Events gewonnen, darunter waren einige der Top-Spielerinnen dieser Welt - Kathy Liebert ($1,500 limit hold'em shootout), Cyndy Violette ($2,000 seven card stud hi-lo split), und Annie Duke ($2,000 Omaha hi-lo split). Danach sollte es bis zum Jahr 2007 dauern, bis wieder eine Frau ein offenes Turnier und ein Bracelet gewann – Katja Thater (1500$ seven Card razz)

Wenn ich eine Wette abgeben müsste, würde ich darauf wetten, daß in diesem Jahr eine Frau ein offenes Event gewinnen wird. Ich denke, daß es in diesem Jahr eigentlich relativ sicher ist, daß eine Frau eins der insgesamt 50 offenen Bracelet Events gewinnen wird. Wenn die Frauen nichts gewinnen sollten, wäre dies ein schlechtes Zeichen für die Industrie. Wenn es aber den Damen gelingen sollte zwei der offenen Events zu gewinnen, könnte es ein großartiges Jahr für das Frauenpoker werden. Nach einigen Jahren in denen in Sachen Gleichberechtigung (was die Bracelets angeht) bei der WSOP nicht viel passierte, wäre es in diesem Jahr an der Zeit, daß mal wieder was passiert.

6. Wird wieder ein 21-jähriger Spieler ein Bracelet gewinnen?

Daniel Negreanu setzte die Rekordmarke für den jüngsten WSOP Bracelet-Gewinner im Jahr 1998, als er im Alter von 23 Jahren ein Bracelet gewann (der Rekord hielt 6 Jahre lang). Nachdem Moneymaker im Jahr die WSOP gewonnen hatte, drängten eine große Menge junger Spieler in die Pokerszene. Ab dem Jahr 2004 wurde der Rekord für den jüngsten Spieler in jedem der darauf folgenden Jahre neu aufgestellt.

1998: Daniel Negreanu (23 Jahre, 9 Monate)

2004: Gavin Griffin (22 Jahre, 8 Monate)

2005: Eric Froehlich (21 Jahre, 4 Monate)

2006: Jeff Madsen (21 Jahre, 5 Wochen)

2007: Steve Billirakis (21 Jahre, 10 Tage)

Da es jetzt nur noch einen kleinen Spielraum gibt (10 Tage), ist es sehr unwahrscheinlich, daß in diesem Jahr ein Spieler ein Bracelet gewinnen wird, welcher jünger als Billirakis ist.(die WSOP Europa wird im Bezug auf diesen Rekord separat bewertet, da die Gesetze in Europa erlauben, daß Spieler bereits im Alter von 18 Jahren teilnehmen – siehe Annette Orbestad, welche das WSOPE Main Event Bracelet einen Tag vor ihrem 19 Geburtstag gewonnen hatte).

Obwohl wir im Jahr 2008 eigentlich davon ausgehen können, daß der Rekord bezüglich des jüngsten Bracelet-Gewinners nicht gebrochen wird, wird es doch sehr interessant sein zu sehen, wer der jüngste Bracelet-Gewinner des Jahres 2008 sein wird. Einer der Spieler, welchen man im Auge behalten sollte, ist Tom Dwan, der 21-jährige Live-Spieler und Online Legende (bekannt als "durrrr"), hatte bei den aktuellen World Poker Tour Events 10 Top Platzierungen. Dwan wurde von seinen Gegner mit Lorrbeeren überschüttet und die Erwartungen im Bezug auf seine WSOP Platzierungen sind sehr hoch.

7. Wird einer der Spieler in diesem Jahr neue Meilensteine setzen?

Im letzten Jahr hatte Phil Hellmuth sein 11. Bracelet gewonnen und setze sich damit vor seine Kollegen Johnny Chan und Doyle Brunson, mit welchen er sich lange Zeit den Ruhm von 10 gewonnenen Bracelets teilen musste. Kann Hellmuth seine Führung in diesem Jahr ausbauen indem er sein 13. Bracelet gewinnt oder wird es Chan bzw. Brunson gelingen den Vorsprung einzuholen?

Sprechen wir nun über drei Bracelets in 3 aufeinander folgenden Jahren, Allen Cunningham hat diesen Meilenstein gesetzt. Er wurde im Jahr 2005 zum Spieler des Jahres gewählt und war der erste Spieler in der Geschichte der WSOP, welcher schon vor Beginn des Main Events über 1 Millionen Dollar bei der WSOP gewonnen hatte. Im Jahr 2006 gewann er ein weiteres Bracelet und belegte im Main Event den 4. Platz (insgesamt hat er bei der WSOP 2006 sechsmal Preisgeld gewonnen, die Gesamtsumme betrug 4,32 Millionen Dollar). Sein drittes Bracelet hat er im Jahr 2007 gewonnen (insgesamt hat er bereits 5 Bracelets gewonnen), somit war er nach Erik Seidel (im Jahr 1992, 1993 u. 1994) der erste Spieler, welcher dies geschafft hat.

Nur ein Spieler hat bisher in vier aufeinander folgenden Jahren ein Bracelet gewonnen - Doyle Brunson in den Jahren 1976 bis 1979. Natürlich waren damals die Teilnehmeranzahlen nur im zweistelligen Bereich und mehr mit Sit-n-Go's zu vergleichen, als mit den heutigen monströsen Teilnehmeranzahlen. Wenn es Cunningham in diesem Jahr schaffen sollte sein 4 Bracelet zu gewinnen, würde ihn das ganz nach oben in der Allzeit Top 10 der Poker All-Stars katapultieren.

8. Wer wird zu den "November Nine" gehören?

Jeder diskutiert momentan über die Vorteile bzw. Nachteile der viermonatigen Pause beim WSOP Final Table und es werden wilde Spekulationen darüber angestellt, welche Szenarien sich daraus entwickeln könnten. Aber noch wesentlich interessanter ist die Frage, wer denn vermutlich am Final Table sitzen wird (die 9 Spieler am Final Table des diesjährigen WSOP werden in den Berichterstattungen oft auch als "November Nine" bezeichnet").

Schon in den Jahren vorher, war es in der Szene sehr bliebt, darüber zu spekulieren, wer es denn letztendlich an den Final Table des größten jährlichen Events der Pokerszene schaffen würde, aber im Jahr 2008 hat die Besetzung des Final Table eventuell weit reichende Auswirkungen auf die gesamte Pokerszene. Wenn es medientaugliche Poker-Pros wie Daniel Negreanu, Phil Hellmuth oder Annie Duke an den Final Table schaffen sollten, wäre das eine großartige Sache. Noch besser wäre es, wenn mindestens eine Frau am Final Table sitzen würde. Und es gibt jede Menge Online Spieler, welche sicherlich mehr zu bieten haben, als einen werbewirksamen Nachnamen, wie "Moneymaker".

Die beste Mischung wäre eventuell ein Mix aus einigen bekannten (live und online) Poker-Pros, wobei mindestens eine Frau dabei sein sollte und eine oder zwei Cinderella-Stories daraus entstehen sollten. Das schlechteste, was passieren könnte, wäre, wenn 9 mittelklassige Satellitengewinner am Final Table sitzen würden, welche einfach nur Glück hatten.

Wie auch immer - diese neun Spieler werden der Welt von ESPN stellvertretend für den gesamten Pokersport präsentiert und es ist überaus wichtig, daß die Einschaltquoten für die "beinahe Liveübertragung" am 11. November hervorragend werden. Ob wir es wollen oder nicht, die Zukunft der zukünftigen Pokerübertragungen im TV liegt ganz und gar in den Händen der "November Nine".

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