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Was ändert sich dieses Jahr beim WSOP Final Table – Teil 3

Was ändert sich dieses Jahr beim WSOP Final Table – Teil 3 0001

Im dritten und letzten Teil unseres Berichts über die Veränderungen bei der diesjährigen WSOP möchten wir uns näher mit einigen Worst-Case Szenarien beschäftigen und einige weitere, wichtige Aspekte erörtern.

Worst-Case Szenarien: Geheime Absprachen / Falschspiel / Tod

Eine Menge Spieler haben ihre Bedenken wegen Worst-Case Szenarien geäußert. Dabei wird befürchtet, daß entweder Falsch gespielt wird oder daß einer der Spieler nicht am Final Table spielen kann, weil er verhaftet wurde oder krank ist bzw. verstorben ist.

Die Regeln decken die letzten drei Szenarien bereits ab und an den Regeln hat sich in diesem Jahr nichts geändert. Artikel 52 der WSOP Turnier Regeln besagt:" Sollte ein Spieler disqualifiziert, werden seine Chips aus dem Spiel genommen und der disqualifizierte Spieler erhält dafür keine Geldrückerstattung. Sollte ein Spieler, aus gesundheitlichen oder aus persönlichen Gründen den Turnierstart verpassen, werden seine Chips entsprechend ausgeblindet".

Wenn ein Spieler nicht am Final Table spielen kann (egal aus welchen Gründen), erhält der Spieler ein Preisgeld entsprechend der Platzierung, welche der Spieler zu dem Zeitpunkt belegt, wenn seine Chips ausgeblindet sind und ihm keine Chips mehr zur Verfügung stehen. Pollack muss zugeben, daß sein Team nicht auf jede Eventualität vorbereit ist, sagt aber gleichzeitig, daß sie, egal was auch passiert, sich mit dem auftretenden Problem auseinandersetzen werden und alles menschenmögliche unternehmen werden, um den neun Spielern zu helfen, sicher und pünktlich nach Los Angeles zurückzukehren.

Einige Kritiker behaupten, daß die lange Pause die Interaktion zwischen den "November Nine" verstärken würde, was natürlich die Gefahr erhöht daß geheime Absprachen getroffen werden. Aber es handelt sich bei der WSOP nicht um ein anonymes Online Sit-n-Go, die Situation bei der WOSP gehört wohl zu den Situationen, in welchen es wirklich nicht einfach ist, geheime Absprachen zu machen. Die Spieler werden in jeder Situation von etlichen TV-Kameras beobachtet und außerdem wird jede Aktion zusätzlich von den Holecams erfasst. Wenn ein Betrug aufgedeckt werden sollte, würden die Spieler disqualifiziert, sie würden ihr Preisgeld verlieren und auf Lebenszeit für alle WSOP Turniere gesperrt werden. Ich denke das sollte als Abschreckung ausreichen, aber vielleicht denken ja einige Spieler anders darüber.

Ein anderes Worst-Case Szenario, welches von Kritikern oft angesprochen wird, ist die Sache mit dem Todesdrohungen bzw. dem engagieren eines Killers, um den Chip-Leader oder den Spieler mit dem größten Skill zu ermorden. Und wieder führt das hohe Medieninteresse dazu, daß dies fast unmöglich ist (ein suspekter Todesfall würde sicher zu unangenehmen Ermittlungen durch die Gesetzeshüter führen). Bei den meisten der großen Sportevent geht es um viele Millionen Dollar und sicherlich hat keiner der Star-Spieler bei diesen Veranstaltungen Angst davor, daß ein Killer auf ihn angesetzt wird. Warum hat Ernie Els nicht Tiger Woods umbringen lassen? Außer beim Tonya Harding-Nancy Kerrigan Fisako in den frühen 90'ern gab es dieses "Ich kille meinen Gegner" Szenario wohl nur in der Phantasie von einigen Drehbuchautoren.

Obwohl es einige Nachteile zu geben scheint, sind Pollack und sein Team sich sicher, daß die Vorteile die Nachteile überwiegen werden. Pollak ist sich darüber bewusst, daß es zu Rückschlägen kommen könnte, aber er ist darauf vorbereitet:" Es ist nicht das erste Mal, daß wir kritisiert werden – bzw. daß ich kritisiert werde – weil ich etwas mache, von dem andere Leute denken, es wäre zu Groß oder zu Riskant. Aber, viel Feind , viel Ehr … Unsere Aufzeichnungen über die letzten Jahre belegen, daß wir in der Lage sind die Geschichte, die Tradition und das Erbe der WSOP zu respektieren, während wir gleichzeitig Innovationen zum Vorteil der Spieler, welche an der WSOP teilnehmen und zum Vorteil der weltweiten Pokerszene, umsetzen".

Das Main Event ist nicht mehr das, was es früher einmal war

Egal wie sie darüber denken, das neue Format wird bei der WSOP 2008 umgesetzt werden. Wenn Sie sich schon im Vorfeld registriert hatten und nicht mit den Änderungen einverstanden sind, wird Harrahs ihnen ihren bereits bezahlten Buy-In in voller Höhe zurückerstatten.

Wenn Sie mit den Änderungen einverstanden sind, denke ich, sollten Sie sich selbst eine grundlegende Frage stellen: "Was ist das Wesen des WSOP Main Events? Viele Leute denken

es wäre einfach nur eine Meisterschaft für Elitespieler, mit hochdekorierten Gewinnern, wie z.B. Doyle Brunson, Stu Ungar, Johnny Chan und ja, sogar Phil Hellmuth. Aber diese Tage sind vorbei seit Chris Moneymaker die WSOP gewonnen hat und die Holecams eingeführt wurden.

Bevor Moneymaker gewann, war es einfach ein anderes Event. Es gab zwar unter den Teilnehmern einige Fische, aber hat nur in sehr begrenzter Anzahl. In den letzten Jahre, hat sich das Fisch-Pro Verhältnis aber entscheidend verändert und beträgt mittlerweile 10 zu 1. Bedingt durch tausende Teilnehmer, welche sich durch Satelliten-Turniere qualifizieren, spielen heutzutage wesentlich mehr Fische als Pros im Main Event. Deshalb ist es sehr unwahrscheinlich, daß der Gewinner des Main Events in der Pokerszene als bester Spieler der Welt respektiert werden wird

Früher war es ein 10.000$ Buy-In Event, in welchem die Top Poker Pros einmal im Jahr zeigten, wie Poker gespielt wird. Heute finden jeden Monat Turniere mit diesem Buy-In statt.

Das WSOP Main Event musste verändert werden, oder es wäre irgendwann einfach nur noch eins von vielen anderen Pokerturnieren gewesen. "Markforschungen hatten ergeben, daß das Main Event bei den Spielern sehr beliebt ist (für viele Spieler ist dieses Event das einzige große Event, an welchem Sie über das Jahr teilnehmen), deswegen hat Haarahs dafür gesorgt, daß der Buy-In relativ niedrig bleibt und die Kapazitäten erweitert, damit jeder, welcher die 10.000$ Buy-In bezahlt, auch einen Sitz beim WSOP Main Event bekommen wird. Es ist das demokratischste "Sport-Event" in der bisherigen Geschichte und ich möchte es in einem Satz zusammenfassen:

Das WSOP Main Event. Jeder kann mitspielen; Jeder kann gewinnen.

Es ist nicht länger die wahre Meisterschaft, die WSOP hat sich zu einer neuen Art von Turnier weiterentwickelt. Es geht um Größe (Höchste Teilnehmeranzahl! Höchster Preispool) und um eine zur Schaustellung des Pokerspiels für den Rest der Welt, welcher kein Poker spielt; obwohl viele Spieler denken, daß die WSOP das einzige wahre Pokerturnier des Jahres wäre.

Wenn Sie sich das Main Event aus diesem Blickwinkel betrachten, werden Sie feststellen, daß die Änderungen durchaus sinnvoll sind. Die Präsenz von Poker im TV wird erhöht, es werden mehr Menschen von dem Spiel begeistert sein und die Sponsoren werden sich wieder verstärkt für Poker interessieren. Das ist zwar nicht das Beste vom Besten; es führt aber zum Größten der Größten.

Alle, welche die alten Zeiten mit wahren Meisterschaften vermissen, sollten sich das Event #45: $50,000 H.O.R.S.E. etwas genauer ansehen. Es hat alles, was man beim WSOP Main Event eventuell vermisst: Eine Meisterschaft für die Pokerelite, bei welcher die besten Spieler der Welt gegeneinander antreten. Jeder Spieltisch bei diesem Event ist ein mini All Star Game.

Es wird erwartet, daß einige Kritiker die Änderungen bei der WSOP boykottieren werden, indem sie nicht am WSOP Main Event teilnehmen, aber ich denke das die Boykotteure keinen Erfolg durch die Nicht-Teilnahme haben, da sich die Anzahl der Teilnehmer durch die Änderungen im gesamten sicherlich erheblich erhöhen wird. Alle welche gerne an einer wirklichen Meisterschaft teilnehmen möchten, sollten ihren Skill in den Non-Holdem Pokervarianten verbessern und am $50,000 H.O.R.S.E teilnehmen, in diesem Turnier haben Sie die Chance gegen Spieler wie Barry Greenstein, Phil Ivey und Daniel Negreanu zu spielen und es ist sicherlich das härteste Turnier des Jahres. Der Sieg beim $50,000 H.O.R.S.E Event bringt dem Gewinner ein Preisgeld in siebenstelliger Höhe, den Respekt der gesamten Pokerszene und den David "Chip" Reese Memorial Award.

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