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Innenminister Bruch von Rheinland-Pfalz nimmt zum Turnierverbot Stellung

Innenminister Bruch von Rheinland-Pfalz nimmt zum Turnierverbot Stellung 0001

Vor fast 2 Wochen verkündete der Innenminister von Rheinland-Pfalz, Karl-Peter Bruch, dass in „seinem" Bundesland Pokerturniere außerhalb von staatlichen Spielbanken nur mehr in minimalistischer Form und sehr, sehr eingeschränkt zugelassen sind.<br>

Seit dem neuen deutschen Glücksspielstaatsvertrag ist in Deutschland kaum ein Tag vergangen an dem nicht über seine praktische Anwendung diskutiert wurde. Dürfen nun private Pokerturniere veranstaltet werden oder nicht? Die Auslegung des Staatsvertrages variiert von Bundesland zu Bundesland. Von Einigkeit ist man weit, weit entfernt. <br>

Bis dato waren privat organisierte Pokerturniere in Rheinland-Pfalz toleriert. Auch wenn sie genau genommen schon gegen den neuen deutschen Glücksspielstaatsvertrag verstoßen haben. Aber seit letzter Woche ist auch das vorbei, denn Pokerspiele außerhalb von staatlichen Spielbanken sind verboten. Sollte gegen das scharfe Verbot verstoßen werden, dann gibt es ab sofort tatsächlich eine strafrechtliche Verfolgung seitens des Landes.<br>

Soweit zu den Fakten, aber warum hat gerade jetzt Karl-Peter Bruch eingelenkt und so strenge Auflagen erlassen, er hätte doch Poker außerhalb von Spielbanken schon längst strafrechtlich verfolgen lassen können? Ist ihm das Argument des Spielerschutzes erst jetzt ein- oder aufgefallen? <br>

In einem Interview mit der deutschen Tagezeitung „Die Welt" nimmt Bruch erstmals zu dieser neuen Regelung Stellung. Dabei erfährt man, dass der Innenminister vor 20 Jahren das letzte Mal gepokert hat und als Kriminalbeamter, in seiner vor-politischen beruflichen Laufbahn, in der Spielbank Bad Neuenahr „auf Streife" war. <br>

Generell dürfte der Innenminister keine guten Erfahrung im Bereich Pokern gemacht haben, denn so meint er im Interview auf die Frage warum denn privates Pokern in seinem Land nun komplett verboten sei: „Früher war Poker ein typisches Spiel im kriminellen Milieu, das ist im Hinterzimmer gemacht worden, und die Jugendlichen kamen nicht dahin. Jeder weiß eigentlich, dass es in seinem Umfeld private Pokerrunden gegeben hat, wo Leute viel Geld verloren haben. Ich kenne das auch aus meinem persönlichen Umfeld von Bekannten von vor zehn Jahren, von denen ich weiß, dass die gepokert haben. Wir wussten, dass da jemand der Spielsucht gefrönt hat. Der hat dann die Familie mit reingezogen - und das sehe ich nicht ein."<br>

Grund für sein harsches Vorgehen sei der Poker-Boom, denn er kritisiert weiters, dass er es nicht gut findet, dass Poker im privaten Fernsehen derart als Show vermarktet wird und Sportidole wie Boris Becker zu Werbeträgern für Poker fungieren. Das sei ein schlechtes Vorbild für die Jugend und würde zum Spielen verleiten, „weil es Sucht beinhaltet und Veränderungen bei den Menschen auslöst, weil es Unglück bringt über Jugendliche, die abhängig werden. Wir wollen sicherstellen, dass vor allem Minderjährige nicht über das Pokerspiel in die Sucht abgleiten. In den Spielbanken ist es weiter erlaubt, weil wir da ja die staatliche Kontrolle haben und dort auch der Jugendschutz uneingeschränkt gewährleistet ist", so Bruch im „Die Welt" Interview. <br>

Für den Rheinland-Pfälzischen Innenminister ist Pokern definitiv kein Geschicklichkeitsspiel, sondern ein Glücksspiel , wirklich begründen kann er es nicht meint aber: „Als ehemaligem Polizisten kann mir keiner erzählen, dass Pokern ein Geschicklichkeitsspiel ist - das ist ein absolutes Glücksspiel."

Das Monopol sei für Bruch gerechtfertigt, da mit den Einnahmen Jugendarbeit und Sport finanziert würden und durch die staatliche Kontrolle Prävention gegeben sei. <br>

Auf die Frage ob nicht ein Verbot das Pokern attraktiver machen würde meint Bruch: „Das glaube ich nicht. Hinter einem Verbot muss aber natürlich auch die Kontrolle stehen, das werden wir sicherstellen. Lassen Sie es mich so sagen: Wir haben darüber hinweg geschaut, jetzt schauen wir genauer hin."<br>

Keine guten Zeiten für Veranstalter und auch nicht für Poker-Fans, die Tendenz in Deutschland scheint immer mehr in Richtung Totalverbot zu gehen, sodass weder Online noch in privat organisierten Turnieren gespielt werden darf. <br>

Anfang Juni ist die Stellungnahme von Deutschland seitens der EU fällig, es bleibt abzuwarten wie der gemeinsame Tenor der Länder lauten wird, um das Monopol und den neuen deutschen Glücksspielstaatsvertrag zu rechtfertigen.<br>

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