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Gericht entscheidet gegen Lee Rousso

Gericht entscheidet gegen Lee Rousso 0001

Mitte Mai war es soweit, Lee Rousso konnte vor Gericht endlich seinen lang vorbereiteten Kampf gegen das restriktive Online-Poker-Verbot im Staat Washington bestreiten.

Seit 2007 kämpft der Anwalt Lee Rousso gegen das Online-Poker-Verbot im Staat Washington. In einem Land, in dem Poker eine der längsten kulturellen Traditionen darstellt, war es für ihn unverständlich, dass ein Übertritt des Verbotes als „Klasse C" Vergehen geahndet wird. Seit 2006 wird das Spielen von Online-Poker als schweres Verbrechen eingestuft.

Ein „Klasse C" vergehen ist in den USA z.B. schwerer Raub, Vergewaltigung oder sexueller Mißbrauch. Dass Online Poker mit diesen schwerwiegenden Verbrechen gleichgesetzt wird ist ein Umstand den der Anwalt nicht länger hinnehmen wollte, denn seiner Meinung nach würde eine derart drastische Einstufung von Online-Poker gegen die Verfassung verstoßen. Es war ihm klar, dass er Konsequenzen ziehen müsste. Mehr dazu in unserem Artikel: Neuigkeiten im Fall Rousso

Penibel vorbereitet, hatte er mehr als ein Jahr auf einen Gerichtstermin gewartet. Die „Poker Players Alliance" hat ihn in seinem Vorhaben immer tatkräftig unterstützt. So auch am Tag der Gerichtsverhandlung. Poker-Pros wie Barry Greenstein oder Andy Bloch haben eine Demonstration organisiert, alle Teilnehmer trugen T-Shirts mit der Aufschrift „Poker is not a crime" oder „End Poker Prohibition". Die Hoffnung auf ein positives Urteil war groß.

Vor der Gerichtsverhandlung meinte Rousso noch gegenüber der Presse: „Die US-amerikanische Allgemeinheit hat kein Problem damit, wenn im privaten Rahmen Online-Poker gespielt wird. Die Regierung muss aufgehalten werden, sich in die Angelegenheiten der Bürger einzumischen und ihre Nase in die Wohnzimmer unbescholtetner Menschen zu stecken." Immerhin wäre es ein entscheidender Schritt gegen die harten Strafen, die Online-Pokerspieler erwarten. Zwischen fünf und zehn Jahren Gefängnis kann einem Online-Pokerspieler/in im Staat Washington blühen.

Allen positiven Erwartungen und Bemühungen zum trotz hat Richterin Mary Roberts gegen das Bestreben von Lee Rousso entschieden und belässt das Spielen von Online-Poker im Staat Washington als „Klasse C" vergehen. Rousso´s Argument, dass diese Klassifzizierung gegen die Verfassung verstöße, wies die Richterin zurück.

Nach dem Gerichtsurteil nahm Susan Arland von der Washington State Gambling Commission Stellung und betont, dass die strengen Gesezte nicht gegen den einzelnen Bürger gerichtet seien, sondern gegen die nicht US-amerikanischen Online-Poker-Anbieter und dass eine Verurteilung von einzelnen Usern nicht intendiert sei. Man möchte durch die Androhung harter Strafen das Bewusstsein schärfen. Lee Rousso sieht diese Gesetzteslage weiter skeptisch, denn auch im Falle einer nicht Exekutierung von Strafen, gibt die Definition von „Klasse C" den Gerichten die Möglichkeit es zu tun, wenn er es für richtig entscheidet.

Genau aus diesem Grund möchte Rousso nicht aufgeben und erneut eine Gerichtsverhandlung anstreben, denn für ihn ist klar: „Lizensiertes und reguliertes Internet Poker ist in den USA unumgänglich. Es ist nur eine Frage der Zeit."

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