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Neuigkeiten im Fall Rousso

Neuigkeiten im Fall Rousso 0001

Immer wieder wurde der Gerichtstermin für Lee Rousso verschoben, jetzt ist er aber mit 15. Mai fixiert – ein möglicherweise geschichtsträchtiger Tag für alle Pokerspieler/innen der USA.

Begonnen hatte alles schon Anfang 2007, kurz nach dem Online-Poker-Verbot in den USA. Der Anwalt Lee Rousso ist selbst ein leidenschaftlicher Online-Pokerspieler und -Verfechter. Für ihn ist die Kombination Internet und Poker einfach optimal. Dass der Staat dem User das Spielen im Internet verbietet ist für den Anwalt unglaublich: „Der Staat schreibt mir vor, dass ich mich strafbar mache, wenn ich Poker spiele. Die können mein Haus stürmen und mich einfach wie einen Schwerverbrecher verhaften! Das kann ich rechtlich für mich nicht vertreten, deshalb will ich mit meinem Prozess die Gesetze ändern."

Rousso kann und will nicht verstehen, dass ein Gesetz einfach so verabschiedet werden kann, ohne den Einfluss der Wähler. Für ihn sind die wahren Gründe für das Online-Poker-Verbot ganz klar: „Die großen Casino-Imperien und Unternehmen zahlen viel Geld an Politiker, mit diesem Gesetz schützen die Politiker im Grunde nur ihre Kampagnen-Financiers. Da steht ein enormer Lobby-Druck der Casinos dahinter. Klar ist doch, dass wenn es vor der Verabschiedung dieses Gesetzes eine Wählerbefragung geben hätte, dass sich nicht einmal 10% dafür ausgesprochen hätten."

Um dieser Ungerechtigkeit ein Ende zu bereiten, kämpft er seit mehr als einem Jahr für einen gerichtlichen Prozess. Dabei riskiert er viel, denn die Gerichte wollten auf einmal detaillierte Unterlagen über seine Online-Poker Zugriffe, Gewinne und alle Spielerkontakte haben. Das ging Rousso zu weit und er plädierte auf eine Gesetzesnovelle, die sich gegen eine Selbstbeschuldigung bezieht. „Bevor sich das Gericht meine verfassungsrechtlichen Argumente ansieht, wollen die Unterlagen, um mich als Person zu belangen."

Dennoch muss er als Person vor Gericht ziehen um eine Gesetzesänderung in Gang zu bringen. Auch wenn er weiß, dass ein Verbot in dieser Art und Weise gegen die Verfassung der USA verstößt. Diese besagt nämlich, dass es untersagt ist das das eigene (also in den USA ansässige) Geschäft gegenüber Unternehmen, die sich nicht in den USA befinden, bevorzugt wird. Rousso erklärt das bildlich: „Du kannst kein Gesetz verabschieden, dass es verbietet mexikanische Orangen in Kalifornien zu verkaufen oder japanische Autos im Staat Washington. Das wäre gegen die Verfassung und genau so verhält es sich auch mit dem Online-Poker-Verbot!"

Nicht nur, dass es hier eine Kollision mit der US-Verfassung gibt, auch die WTO hat sich bereits in die Diskussion um das Online-Poker-Verbot eingeschalten. Die Definition des Gesetzes ist sogar derartig absurd, dass ein Betreiber ein Webpage mit einem Link zu einer englischen Pokersite belangt werden kann. Auch wenn der/die Besucher seiner Seite gar nicht aus den USA stammt und daher auch kein rechtliches Vergehen passiert wäre, wenn er/sie auf seinen Link klickt. ABER – der Link ist nicht in den USA ansässig.

Ein Verstoß gegen den Ban wird als sogenannte „Klasse C" Straftat eingestuft. „Klasse C" sind schwere Vergehen wie sexuelle Belästigung oder Missbrauch von Minderjährigen. D.h., ein/e Online-Pokerspieler/in wird rechtlich gesehen mit gravierenden Straftätern auf eine Stufe gestellt. Alkohol am Steuer ist KEIN „Klasse C" vergehen.

Derartige Absurditäten bringen Lee Rousso aus der Fassung, deshalb kämpft er nicht nur für sein Recht, sondern sieht sich - als Vertreter der „Poker Players Alliance" für den Staat Washington – verpflichtet diesen Rechtsstreit auszufechten und durchzustehen.

Laut aktuellen Meldungen wird es jetzt endlich am 15. Mai so weit sein. Alle Unterlagen sind zusammengetragen, der Prozess kann beginnen. PokerNews wird weiter über den Hergang berichten, könnte dieser Gerichtsprozess doch entscheidend für alle Pokerspieler/innen der USA sein.

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