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Online-Gambling Studie in Schweden stützt das Monopol

Online-Gambling Studie in Schweden stützt das Monopol 0001

Laut einer aktuellen Studie sind Spieler, die auf der Site der staatlichen Svenska Spel spielen, weniger gefährdet eine suchtartige Glücksspiel-Abhängigkeit zu entwickeln, als auf ausländischen Online-Seiten.

Der offene Brief der Zeitungsherausgeber Anders Gerdin („Aftonbladet") und Jan Helin ( „Expressen") an die europäische Kommission hatte Ende März Wirkung gezeigt. Die gerichtlichen Verfahren gegen Unternehmen, die Werbeeinschaltungen von nicht-schwedischen Online-Poker-Anbietern veröffentlicht hatten, wurden bis auf weiteres eingestellt. Pokernews hat in seinem Artikel <a href= "https://de.pokernews.com/neuigkeiten/2008/03/31/Druck-schwedischer-Medien-zeigt-Wirkung.htm"> Medialer Druck zeigt in Schweden Wirkung </a> berichtet.

Man könne annehmen, dass das Einlenken der schwedischen Behörden ein positives Signal in Richtung Glücksspiel-Markt Liberalisierung wäre. Immerhin war der Brief von Gerdin und Helin direkt an EU-Binnenmarkt Kommisar Charlie McCreevy gerichtet. Der Druck seitens der EU gegenüber Schweden steigt zusehends, denn die Haltung der Schweden im Bezug auf geltendes EU-Handelsrecht, wird von der EU wenig begrüßt. Eine Stellungnahme von Schweden steht immer noch aus.

Jetzt hat das schwedische Finanzministerium aber eine Studie veröffentlicht, die die Monopolstellung der Svenska Spel unterstreichen könnte und die Weiterführung des Monopols rechtfertigen würde. Ein Jahr lang wurde das Spielverhalten von Online-Poker-Spieler/innen auf verschiedenen Plattformen untersucht, darunter auch jene von Svenska Spel.

Knapp 200.000 Schweden besuchen regelmäßig Online-Glücksspiel-Seiten, davon spielen 27,5% ausschließlich bei Svenska Spel. Weitere 25% spielen auf Svenska Spel und mindestens einer weiteren Site und die Mehrheit von 47,5% spielt auf Seiten von anderen nicht-schwedischen Anbietern.

Im Vergleich schneiden die Spieler/innen, die fast nur bei Svenska Spel spielen, in ihrem Verhalten besser ab, als jene, die bei ausländischen Anbietern gambeln. Nur 11% der Svenska Spel Spieler/innen zeigen ein problematisches Spielverhalten. Im Gegensatz dazu sollen 27% der Spieler/innen von anderen Online-Sites ein auffälliges Spielverhalten an den Tag legen. Das ist mehr als doppelt so viel. Für die schwedischen Behörden ein befriedigendes Ergebnis, denn damit werden die Limitierungsmaßnahmen (Deposit- und Zeit Limits) auf Svenska Spel als Erfolg bewertet und die Aufrechterhaltung des Monopols kann gerechtfertigt werden.

Dennoch gibt es bis dato keine offizielle Stellungnahme des schwedischen Finanzministers Anders Borg zu dieser Studie. Ein Sprecher von Borg meint gegenüber den Medien, dass der ganze Bericht erst in aller Ausführlichkeit studiert werden müsse, um eine offizielle Stellungnahme zuzulassen und um gegebenenfalls neue Maßnahmen zu setzen.

Diese Studie könnte ein gewichtiges Argument bei der Rechtfertigung gegenüber der Europäischen Union werden und auch die Svenska Spel kann die Ergebnisse nur begrüßen – die Chancen auf eine weitere Lizenzerneuerung stehen damit nicht schlecht. Denn die Profit orientierten Privat-Anbieter stehen schon länger in der Kritik der schwedischen Behörden.

Auf diese Studie stützt sich auch der neueste Plan. Denn um die Spieler/innen von den sogenannten „sozial weniger verantwortungsvollen Anbietern" wegzulocken soll die Vernetzung von staatlich betriebenen Online-Sites vorangetrieben werden.

Wie diese Woche bekannt wurde, soll es der Svenska Spel erlaubt werden ein europaweites Netzwerk der Online-Monopol-Anbieter aufzubauen. Das würde den staatlichen Betreibern erlauben, z.B. größere Preispools bei Turnieren auszuspielen oder attraktivere Boni anzubieten. Würde die Svenska Spel im Alleingang Bonus-Aktionen anbieten, so würde das im Widerspruch mit den staatlichen Auflagen stehen. Es würde als Aufforderung zum spielen eingestuft werden und genau das soll die Svenska Spel nicht tun – „Spielerschutz" ist der unermüdlich zitierte Begriff wenn es um die Rechtfertigung von Glücksspielmonopolen geht.

Die Vernetzung soll ähnlich funktionieren wie die bereits realisierten „Euro Millionen" im Lotterie Segment. In einem Interview gegenüber der „Gaming Intelligence Group" meint Svenska Spel CEO Jesper Kärrbrink: „Diese Studie beweist, dass wir die vom Staat übertragene Verantwortung erfüllen. Und das rechtfertigt unseren Vorschlag einer Vernetzung von staatlichen Online-Sites, wie zum Beispiel jener von Österreich."

An den beiden Glücksspielgesetzten „Lotterilagen" (1994) und „Kasinolag" (1999), auf denen das schwedische Monopol basiert, wird also bis auf weiteres nicht gerüttelt werden. Diese Gesetze stellen sicher, dass alle Glücksspielaktivitäten (auch im Online Bereich) unter staatlicher Kontrolle bleiben. Wenn es nach den Monopolbetreibern geht scheint es viel mehr so, dass eher mit einer Art „Euro Poker" zu rechnen ist, als mit einer geregelten Liberalisierung des Marktes.

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