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Poker Film Kritik: 'The Grand'

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Wenn in der Popkultur große Veränderungen passieren, kann man sicher sein, dass es darüber einen Kinofilm geben wird. Produzenten und Studios erkennen einen Trend und sehen sofort Dollarzeichen. Die "Grunge" Musikbewegung in den frühen 1990er Jahren brachte uns den Film Singles, eine romantische Kömödie in der der Hauptdarsteller Sänger einer Grunge Band, namens „Citizen Dick, war".

Mit dem Poker Boom der letzten Jahre war es nicht anders. In jüngster Zeit gab es aber nicht viel über Poker in den Kinos, da die Film- und TV Poträts der Pokerwelt, wie auch die ESPN Series "Tilt" und der Film Lucky You, Pokerfans eher zum Weinen brachte.

Die Begeisterung über den Film Deal hält sich in Grenzen. Burt Reynolds spielt in dem Film einen alten Pokerchampion, der als Mentor einen jungen Pokerstar unterstützt. Laut imdb.com startet Deal am 25. April 2008 in den USA.

"Lucky You", "Tilt" und "Deal" (basierend auf ihren Trailern) scheinen die Pokerwelt sehr ernst zu nehmen. Obwohl Poker in den letzten Jahren ein ernsthaftes Geschäft geworden ist, sollte die Pokerszene selber nicht zu ernst genommen werden und ein Film ist wie ein frischer Wind und geht immer einher mit einer ironischen Sichtweise auf Poker.

The Grand zeigt, wie die Pokerwelt lebt – schnell, lose und aus der Hüfte geschossen. Dieser fiktionale Dokumentarfilm der Pokerszene nimmt weder das Thema Poker, noch das Filmemachen ernst. Mit der dokumentarischen Herangehensweise ist The Grand zwar sehr wackelig in seinem Ablauf, aber sorgt für viele Lacher auf seinem Weg bis zum vorhersehbaren (aber offensichtlich improvisierten) Ende.

Der Plot von „The Grand" spielt in einem WSOP-ähnlichen Turnier mit einer „der Sieger bekommt alles" – 10 Millionen Prämie. Woody Harrelson spielt Jack Faro, den Enkelsohn eines Casinobesitzers, der das "Rabbit's Foot" Casino in Las Vegas erbt und es mit seinen 70 gescheiterten Heiraten in den Ruin treibt und in einer Rehab lebt um „Zeit zu sparen".

The Grand fängt eines der Pokerszene sehr gut ein – und zwar die Charaktere. Die Pokerszene ist voll von Charakteren und der Film setzt viele dieser skurillen Charaktere in seinen Hauptdarstellern um, ohne Namen zu nennen.

Der unterhaltsamste Charakter in diesem Film ist – nach Meinung der Kritiker - Harold Melvin. Ein monotoner, tollpatschiger „Mathematik-Bursche" Ende 30, der noch immer bei seiner Mutter lebt. Melvin spuckt Zahlen und Kritik gegen andere Spieler, während er seine Pokermantras vor sich her sagt, die er aus Dune, dem Science Fiction Thriller der 80er Jahre hat.

An einem Punkt im Film, tadelt Melvin (toll gespielt von Chris Parnell) Daniel Negreanu wegen seines Spiels und meint zu Daniel, "Du hättest All-In gehen sollen als dein Stack noch was wert war."

Kein Pokerfilm würde komplett sein, ohne Gastauftritte und Nebenrollen von echten Pokerstars oder pokerspielenden Prominenten und The Grand macht dabei keine Ausnahme. Mit dabei sind Daniel Negreanu, Doyle Brunson, Antonio Esfandiari, Phil Hellmuth, Phil Laak, Shannon Elizabeth, Robert Thompson als Turnierdirektor, Jason Alexander, Hank Azaria, und viele mehr. Phil Gordon spielt einen TV-Poker Analysten und hat somit eine echte Rolle. Am witzigsten – nach Meinung der Kritiker – ist Regisseurs Brett Ratner's (Rush Hour) Porträt von "Sob Story" Barry Blausteen, einem Spieler, der versucht seine Gegner zum folden zu bringen indem er ihnen rührselige Geschichten erzählt, wie zum Beispiel: „Meine Mutter hat nur mehr drei Monate zu leben."

Tonnenweise Pokerdetails und einige Insiderwitze finden sich im Film. Das Logo am Hut, den Casinotitan Stave Lavish (gespielt von Michael McKean) trägt, ist fast identisch mit dem Wynn logo. Mit Jack Faro's Großvater mit dem Pelzmantel und dem Cowboyhut ist vermutlich Benny Binion gemeint.

Unglücklicherweise gibt es eine Sache, die mich ganzen Film hindurch stört und zwar, dass Betrügen einen große Rolle spielt. ESPN's kurzlebige Serie "Tilt" gefiel der Pokserszene gar nicht, da sie die Pokserszene als Betrugsszene zeichnete. Während der Betrug keine so große Rolle bei der Entwicklung der Geschichte von The Grand's spielte, hat es doch beim Film selber einen großen Einfluss. Sorry, Hollywood – aber Spieler ziehen heutzutage keine Asse aus ihren Ärmeln wenn sie am Finaltisch eines großen Pokerevents sitzen.

Insgesamt gesehen, ist The Grand der beste Pokerfilm seit Rounders. Die schlechte Nachricht ist, dass es nicht viele vergleichbare Filme über dieses Thema gibt. Für richtige Pokerenthusiasten wird The Grand für mehr als einen guten Lacher sorgen und ist sein Eintrittsgeld wert. Ob die Allgemeinheit den Film lieben wird, sei dahin gestellt.

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