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Pokerspieler sind wichtige Wählerstimmen

Pokerspieler sind wichtige Wählerstimmen 0001

Der Wahlkampf in den USA um die Präsidentschaftskandidatur kommt in seine heiße Phase. Jede Wählerstimme zählt, so auch Millionen von Pokerspieler/innen, die aufgrund des „Unlawful Internet Gambling Enforcement Acts 2006" alles andere als „amused" sind.

Welche Positionen die bisherigen demokratischen Präsidentschaftswahl-Anwärter gegenüber Online-Gambling einnehmen, haben wir in unserem Artikel „Im US-Präsidentschaftswahlkampf ist auch Internet-Gambling ein Thema" erläutert. Die Anwärter seitens der Demokraten haben sich seit vorletzter Woche auf Hillary Clinton und Barack Obama reduziert, denn John Edwards hat sich aus dem Rennen um die demokratische Nominierung für die Präsidentschaftswahl überraschend zurückgezogen.

Poker ist unbestreitbar der Amerikaner liebstes Spiel und so sprechen wir hier von Millionen Wählerstimmen. Um diese wird hart gekämpft, denn der „Unlawful Internet Gambling Enforcement Act 2006" (UIGEA) hat viele Onlinepokerspieler/innen verärgert.

Klar ist, dass viele Online-Spieler/innen fürchten, dass es nach der Präsidentschaftswahl zu noch härteren Verschärfungen der Gesetzte kommen könnte. Daher wird genau hingehört wie die Anwärter-Kandidaten der jeweiligen Parteien zu diesem Thema Stellung beziehen.

Denn den meisten Pokerspieler/innen geht es eigentlich weniger um Legalisierung, sondern um die Angst verhaftet zu werden, weil sie online Poker gespielt haben. Und der politische Trend geht derzeit eher in diese Richtung und daher ist die Beunruhigung mehr als verständlich. Online-Pokerspieler/innen werden schlicht weg kriminalisiert.

Keiner der beiden republikanischen Anwärter, John McCain und Mitt Romney haben bisher öffentlich zum Thema „Poker" Stellung bezogen. Die Unterschätzung dieser Wählergemeinschaft könnte sich negativ auf die Wahlschlacht auswirken. Abgeordneter Jim Leach aus Iowa hatte bei der Kandidaten-Vorauswahl im Jahr 2006 überraschend verloren, nachdem er sich für den „UIGEA" eingesetzt hatte und eine Online-Poker-Community eine Email-Aktion gegen ihn gestartet hatte.

Die „Poker Players Alliance" hat allein mehr als eine Million Mitglieder und ihr politischer Einfluss auf die Millionen Pokerspieler/innen darf nicht unterschätzt werden.

Diese Tatsachen dürften den demokratischen Präsidentschaftsanwärtern Hillary Clinton und Barack Obama deutlich bewusst sein, denn beide haben bereits öffentlich zumindest eine Prüfung der Gesetzeslage angekündigt um so eine Pro-Regulierung des Online-Poker-Markts veranlassen zu können.

Dennoch sind solche Aussagen vor einer Wahl immer mit Vorsicht zu genießen. Obama spielt selbst Poker, hat aber in den letzten Jahren immer wieder negative Aussagen zum Thema Poker getroffen:

Im Jahr 2003: „Die moralischen und sozialen Auswirkungen von Glücksspiel können besonders bei Wenigverdienern verheerend sein". Und zuvor im Jahr 2001 meinte er: „Es gibt unzählige Menschen, die sich Glücksspiel nicht leisten können und trotzdem tun sie es."

Diese Aussagen belegen, dass sich Obama zu diesem Zeitpunkt eher wenig mit dem Poker-Business auseinandergesetzt hatte, denn „ja" wir wissen es gibt Menschen die mit Glücksspiel nicht umgehen können. Aber es ist einfach falsch zu behaupten, dass Menschen aus sozial schwachen Gesellschaftsgruppen eher dazu tendieren ein Spielsuchtproblem zu haben. Diese Problem ist unabhängig von gesellschaftlichen Gruppen. Heute äußert sich Obama in Richtung Online-Poker Regulierung, denn weiteres Verbot.

Dennoch ist das „Pro" und „Contra" nicht einfach auf die zwei Parteien reduzierbar, auch wenn die Demokraten generell als offener hinsichtlich Poker gelten, gibt es doch auch republikanische Abgeordnete die sich für die Legalisierung von Online-Poker einsetzen. Jim Kasper aus North Dakota ist Republikaner und kämpft seit Jahren für die Freigabe von Online-Poker in seinem Staat. Auch Abgeordneter Ron Paul (er war zu Beginn des Wahljahres 2008 auch Bewerber als Präsidentschaftskandidat) ist gegen die Kriminalisierung von Pokerspieler/innen. Er hat sogar einen Entwurf zur Aufhebung des UIGEA unterschrieben.

Es ist also nicht gesagt, dass die Demokraten „für" und die Republikaner „gegen" die Poker-Community sind. Das Wahljahr ist auch noch nicht zu Ende und wir werden weiter über die Trends, Tratsch & Klatsch und Statements berichten.

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