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Interview mit Mike Ritschard

Interview mit Mike Ritschard 0001

Gasel bei Bern ist in den letzten Monaten zu einem wahren Poker-Mekka der Schweiz aufgestiegen. Der Grund dafür liegt wohl daran, dass der Verein Pokerhill.ch sich besonders für den Pokersport einsetzt und voller Eifer Turniere veranstaltet – Pokernews hat berichtet.

Der Gründer und Vorsitzende von Pokerhill.ch ist Mike Ritschard. Nach der Pressemeldung, dass nun auch eine Poker-Academy für Kinder in Planung ist, wollte Pokernews mehr über den Pokerhill Gründer wissen und hat ihn zum Interview gebeten.

Wie sind sie zum Pokerspiel gekommen?

Ich bin Geschäftsführer der Firma STIT.CH welche Textilien produziert und veredelt, sticken und drucken, da hatte ich plötzlich von Vereinen mehrere Anfragen etwas mit Poker Logos zu veredeln, so kam der Gedanke dass Poker wohl im Trend liegt, ich habe dann ein paar mal Online Poker gespielt und mir das Spiel näher gebracht, dann habe ich mir etwas Literatur gekauft und mich eingelesen. Weiter hatten wir noch nichts geplant, dann musste ich für mein Büro einen Besprechungstisch erwerben und habe da ein Angebot gefunden für einen Pokertisch und habe sofort zugeschlagen mit dem Gedanken wir könnten ja am Abend noch etwas Pokern am Besprechungstisch. Dann ist es weiter gegangen, ich wollte einen Verein machen für unsere Kollegen und etwas gemütlich Pokern, dann entstand die Pokerhalle POKERHILL, jetzt Pokern wir kaum noch und Managen nur <img border="0" src="/i/xsmiles/laimingas.gif" alt="Happy" />.

Können sie sich etwas vorstellen? Z.B. was sie so im „normalen" Leben, abseits von Poker, machen und was sie sonst noch so interessiert im Leben.

Also wie sie ja schon wissen heiße ich Mike Ritschard, bin 31 Jahre alt, und in Thun geboren. Ich kam von der Bankausbildung in die Informatik und machte mich dann selbständig mit der Textilfirma STIT.CH. Später wurde ich zum Pokerhallenbetreiber von POKERHILL. Ich bin verheiratet habe eine Tochter Shaila Shay (6) die auch bereits Poker spielt. Meine Hobbies sind Golf, Netzwerken, Junior Chambers International, Grillen und Poker.

Wann und warum haben sie den Verein Pokerhill gegründet?

POKERHILL wurde am 6. Oktober 2007 gegründet mit der Idee die erste reine Pokerhalle der Schweiz zu eröffnen und damit wir der Poker-Community etwas bieten können. Alle reden immer - wir machen es einfach.

Was sind die Ziele des Vereins?

Die Ziele unseres Vereins sind die Förderung des Pokersports in allen Facetten, von Turnierorganisation, Firmenevents, Home-Games, Ausbildung für Anfänger, Fortgeschrittene und POKERKidz.at (Kinderakademie).

Ende Dezember hat Pokernews über die neuen Lockerungen der ESBK (Eidgenössischen Spielbankenkommsion) berichtet, sodass also auch Pokerturniere außerhalb der staatlichen Spielbanken genehmigt werden können. Laut aktuellen Berichten haben sie mit dem Pokerhill Verein ja schon davon Gebrauch gemacht. Wie sind ihre Erfahrungen beim Einreichen für so eine Ausnahme-Genehmigung?

Unsere Erfahrungen sind sehr positiv verlaufen, wir haben einen guten Kontakt zur ESBK gepflegt und Ihnen ein tolles Konzept eingereicht und entsprechend bewilligt bekommen. Wir haben für die Konzepterstellung ca. 40 Stunden gearbeitet.

Was können sie allen raten, die sich auch um so eine Genehmigung bewerben wollen?

Macht ein sauberes und professionelles Konzept dann wird es auch bewilligt.

Pokerhill.ch hat den sportlichen Aspekt bei Poker als Ziel, inwieweit kann denn der aufrecht erhalten werden, wenn es bei speziellen Turnieren jetzt auch um Geldeinsätze gehen wird?

Poker hat einen Anreiz wenn es um einen Gewinn geht, das muss nicht zwingend Geld sein, es können auch Sachpreise sein, doch der Mensch ist ein Spieler und will Gewinnen, das ist ein Sport wie Jassen und Uno spielen und was es sonst noch für Spiele gibt. Bei unseren Turnieren muss man eine Höchstleistung erbringen, ein Turnier dauert bis in den Finaltisch ca. 5 – 7 Stunden.

Mit dem Firmenpoker und Teampoker werden wir den sportlichen Aspekt noch weiter vorantreiben, hier geht es wirklich um Teamplayer sein und nicht um Geldgewinne. Dieses Konzept steht bis ca. Sommer 2008.

Glauben sie nicht, dass wenn es um Geld geht, sich unter den Teilnehmern auch „Abzocker" einschleichen könnten?

Da sich unsere Buy-Ins in relativ niedrigen Sphären bewegen habe ich nicht Angst vor Betrügern, denn die Gewinnsumme ist nicht so hoch wie in Casinos (bewusst). Doch haben wir höhere Buy-Ins werden wir auch weitere Floormanager engagieren, die das ganze Turnier überwachen - nebst unseren Überwachungskameras.

Jetzt hat sich ja Gasel bei Bern fast schon zu einem „Pokerzentrum" der Schweiz etabliert, ist dass ihr Verdienst? (nur nicht bescheiden sein <img border="0" src="/i/xsmiles/laimingas.gif" alt="Happy" />)

Ja ich denke ich und mein Team haben hier einen großen Verdienst daran, haben wir es doch geschafft innerhalb 6 Wochen von 0 auf 1000 zu gelangen. Die ausgebuchten Turniere geben uns Recht, wir haben wöchentlich mehrere hundert Leute auf Pokerhill welche Ihrem Hobby frönen.

Laut aktuellen Pokerberichten wollen sie auch Turniere für Kinder ab acht Jahren veranstalten, stimmt das?

Ja das stimmt, das ist meine Idee von PokerKidz.

Warum genau Kinder, haben sie nicht Angst, dass sie mit dem Vorwurf konfrontiert werden könnten Minderjährige zum Spielen zu verführen?

Die Vorwürfe werden kommen, aber wer sich das Konzept überlegt stellt fest das es lediglich eine Antwort auf die Zeit ist. Ich habe festgestellt dass ein sehr großer Teil der Jugendlichen ab 9/10 Jahren bereits Poker spielen und das privat in unkontrollierten Formen. Da habe ich mir überlegt, dass wir das professionell machen sollten, also Coaches stellen und eine top Infrastruktur für Kinder. So lernen Sie das Spiel von Grund auf und wir können ihre mathematischen und psychologischen Kenntnisse fördern. In einigen Jahren haben wir vielleicht ein paar SpielerInnen die dabei geblieben sind und zu top Pokerspieler werden.

Was hebt ihrer Meinung nach Poker vom konventionellen Glücksspiel ab?

Ist es überhaupt in ihren Augen ein Glücksspiel?

In meinen Augen und auch in den Augen der Schweizerischen Spielbanken Kommission gibt es Faktoren die wir beeinflussen können damit Poker nicht mehr zu einem Glückspiel wird, sprich Freezout Turniere, keine Add-Ons und Re-Buys, angenehme Blindstrukturen u.s.w. machen aus dem Spiel ein Strategiespiel und kein Glückspiel.

Warum ist dann Poker in vielen Ländern immer noch unter dem Glücksspielmonopol?

Ich kann das nur so begründen, dass man es zuwenig geprüft hat und die Leitplanken ungenügend gesetzt hat. So wie es in der Schweiz gehandhabt wird denke ich kann man es gut außerhalb der Casinos und Spielbanken verantworten.

Durch die spezielle Turnierregelung widerspricht sich doch die ESBK, da heißt es, dass Pokerturniere nicht zwingend vom Glück abhängig sind…klingt das in ihre Ohren logisch? Einerseits wird Poker als Glücksspiel eingestuft und dann doch wieder nicht??

Ist logisch, wenn man ein Cash-Game spielt und man unendliche Re-Buys und Ad-ons macht, dann ist es fast ausschließlich ein Glücksspiel. Dass jemand auf dem River noch ein gutes Blatt holt das ist der Faktor Glück im Poker, auch bei strategischem Poker. Doch wenn man sich vorher überlegen muss - will ich spielen oder falle ich gleich aus dem Turnier - wird das relativiert. Bei Cash-Games entscheidet oft wer mehr Geld im Sack hat und diese Form von Spiel wird außerhalb der Spielbanken nicht genehmigt.

Wo liegt ihrer Meinung nach der Unterschied im Bezug auf „Glücksfaktor" auf Turniere und Cashgames bezogen?

Wie oben erwähnt, wenn ich mich laufend einkaufen kann und viel Geld zur Verfügung habe kann ich mein Glück herausfordern und einfach spielen bis ich kein Geld mehr habe. Wenn ich ein Turnier spiele wo ich mich einmal einkaufe muss ich strategisch gut spielen und weniger Riskieren da ich sonst das Turnier verliere und mich nicht mehr einkaufen kann.

Glauben sie, dass nach dieser Pokerboom-Welle auch wieder ein „Absturz" folgen wird?

Das ist schwierig zu beantworten, klar ist es im Moment ein sogenannter Megatrend, sprich dies wird noch einen Moment sehr stark boomen, wir sind jetzt erst am Anfang, das wird noch weiter gehen. Ich gehe davon aus ,dass es eine gewisse Abflachung des Trends geben wird, aber Poker wird sich etablieren wie Billiard und verliert das verrauchte Hintertür Image.

Neben dem Kinder-Poker, gibt's sonst noch Zukunfts Pläne und was würden sie sich für Pokerhill weiter wünschen?

Wir sind am Aufbau eines POKERHILL Teams, wo wir in den Nationalen Rankings einiges bewegen möchten, dann werden wir Firmen und Teampoker einführen, sowie ein Franchising aufbauen wo wir POKERHILL's über die ganze Schweiz vielleicht auch im näheren Ausland einmal aufbauen, sodass wir unsere Synergien nutzen können.

Pokernews bedankt sich für das Interview und wünscht alles Gute für die Zukunft.

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