Gewinne und Verluste für deutsche Spielbanken

Gewinne und Verluste für deutsche Spielbanken 0001

Der überarbeitete deutsche Glücksspiel-Staatsvertrag bedeutet nicht nur das prinzipielle „Aus" für private Anbieter im Live- und Online-Bereich (von Ausnahmen mal abgesehen), auch die staatlichen Spielbanken blicken mit Sorge auf das kommende Jahr.

Die neuen Regelungen bringen auch für die Spielbanken neue Regelungen mit sich. So gilt für jeden Besucher eine Ausweispflicht und die Casinos sind verpflichtet verstärkt vor Spielsucht zu warnen. Hinzu kommt dann noch, dass seit Anfang 2008 in den meisten Bundesländern den Rauchern die Kippe untersagt ist - das Qualmen in Gastronomiebetrieben nur mehr in speziell abgetrennten Nebenräumen erlaubt ist. Seit 1.1.2008 sind nun auch folgende Länder „rauchfrei":

Schleswig-Holstein

Mecklenburg-Vorpommern

Hamburg

Niedersachsen

Bremen

Brandenburg

Berlin

Sachsen-Anhalt

Baden-Württemberg

Bayern (hier dürfen nicht mal mehr Raucherbereiche eingerichtet werden und auch beim Oktoberfest heißt es jetzt „no smoking")

Auch wenn das Rauchergesetz sich nicht auf Spielbanken bezieht, aber die meisten Spielbanken haben natürlich einen Gastronomie-Betrieb und der ist oft nicht räumlich von den Spielsälen getrennt, daher darf dann im gesamten Bereich nicht mehr geraucht werden. Nur in einem eigens eingerichteten Nebenraum oder „Raucherzimmer" – da bleibt von Rauchgenuss im Spielcasino nur mehr wenig übrig.

Aufgrund dieser Umstellungen/Neuerungen (Ausweispflicht, Spielsucht-Präventions-Zwangsbeglückung und Rauchverbot) gehen die Spielbanken von einem Umsatzrückgang aus. Rainer Dittrich, Geschäftsführer der Ostseespielbanken GmbH & Co KG, meint besorgt: „Es ist ärgerlich, dass künftig jeder seinen Ausweis vorzeigen muss. Das ist eine Barriere. Das Beispiel Bayern zeigt, dass durch diese Regelungen bereits ein Umsatzrückgang zu verbuchen ist." In Bayern wird die Ausweis Regelung schon seit mehreren Monaten angewendet.

Dennoch kann diese Prognose ambivalent betrachtet werden, denn es gibt auch einige Spielbanken mit einem Einnahme-Plus.

Ulrike Berndt ist die Marketingchefin der Spielbankengesellschaft von Mecklenburg-Vorpommern und freut sich über eine Plus von ca. fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr: „Es kommen mehr Leute in unsere drei Häuser in Warnemünde, Schwerin und Waren, was auch auf den Poker-Boom zurückzuführen ist. Die Welle ist jetzt auch zu uns geschwappt." Neben dem neuen Lieblingsspiel der Deutschen sind aber auch Automaten und andere Spieltische auf dem Vormarsch.

Und auch in Brandenburg freut sich die Spielbanken GmbH über einen Bruttoeinspielvertrag von € 16,4 Millionen ihrer drei Casinos in Potsdam, Cottbus und Frankfurt an der Oder. Denn im Vorjahr waren es „nur" € 13,7 Millionen Euro. Da hat auch das Land kräftig mitverdient, denn knapp € 11 Millionen flossen in die Landeskasse.

In Bayern sieht die Bilanz nicht so rosig aus. Insgesamt haben die neun bayrischen Spielbanken einen Bruttobetrag von rund € 117 Millionen erwirtschaftet. Im Vergleich zum Jahr 2006 sind das ca. 8 Prozent weniger. Als Grund für den Rückgang nennen die Bayern das Online-Angebot. Tatsächlich werden aber nur ca. 35% des Gesamtumsatzes durch Poker, Black Jack und Roulette generiert. Ein Großteil der Gesamteinnahmen wurde nämlich durch Spielautomaten lukriert. Vielleicht ist es dann doch nicht das „böse" Online-Poker dem ohnehin durch den neuen Glücksspiel-Staatsvertrag ein Riegel vorgeschoben wird.

Wir werden wohl erst in einem Jahr erfahren welche Auswirkungen die neuen Regelungen nun tatsächlich haben werden. Bis dahin darf noch viel spekuliert, gejammert und gerechnet werden.

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